Ein Mann bepackt sein Fahrrad
Fahrrad packen - das darf nicht fehlen (Bild: aerogondo - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Fahrrad packen, wie genau geht das? Eine Anleitung

Ein Ausflug mit dem Rad ist ein echtes Erlebnis. Sie sind Stunden, Tage, manchmal sogar mehrere Wochen unterwegs. Von Ort zu Ort, immer auf der Straße oder dem Feldweg, übernachten in Gaststätten, Landhäusern oder im Zelt. Ein Bike Trip ist ein wahres Abenteuer. Manchmal wird beim Radausflug auch vom Radwandern gesprochen – je nachdem, was der Zweck Ihrer Reise ist. Beim Radwandern steht das Erleben von Natur und Landschaft im Vordergrund. Es geht um das Fortbewegen selbst. Im Gegensatz dazu hat die Fahrradtour vor allem einen Sinn: Das Erreichen des Zielortes. Doch was immer nun der Zweck Ihrer Reise ist, egal ob das Ziel der Weg oder der Weg das Ziel ist, eines müssen Sie in jedem Fall tun: Packen. Kein Fahrradausflug kommt ohne das richtige Gepäck aus. Es begleitet Sie die ganze Zeit und sorgt dafür, dass Sie alles dabeihaben, was Sie brauchen. Wir sagen Ihnen, wie Sie richtig packen.

Gut gepackt ist die halbe Miete

Wie heißt es doch so schön: Ordnung ist das halbe Leben. Das trifft auch aufs Fahrrad packen zu. Denn wenn Sie Ihr Bike richtig gepackt haben, ist dies bereits die halbe Miete, mindestens. Beim Packen gilt es zu entscheiden, was Sie mitnehmen bzw. dabei haben müssen und was Sie u.U. entbehren können. Zudem kommt es darauf an, WIE Sie packen. Wenn Sie wissen, was Sie wo verstauen müssen, können Sie eine Menge Platz und vor allem nerviges Gesuche sparen. Genau das, also Platz und Zeit, sind auf einer längeren Biketour Goldwert. Zudem zählt auf Ihrem Ausflug jedes Gramm. Es empfiehlt sich daher nicht zu viel aufzuladen, schließlich haben Sie Ihr Gepäck die ganze Zeit dabei und leichter werden all die Kilos über die Zeit hinweg bestimmt nicht. Überdies spielt Balance eine entscheidende Rolle. Es kommt aufs Gleichgewicht an. Darauf also, wo Sie welches Gepäck verstauen.

Das sind ganz schön viele Regeln. Fahrrad packen will tatsächlich gelernt sein. Doch keine Panik. Wenn Sie beim Packen zwei, drei entscheidende Hinweise berücksichtigen, steht Ihrem Fahrradausflug nichts mehr im Wege. Wir verraten Ihnen im Folgenden, worauf Sie beim Fahrrad packen achten müssen, welches Equipment Sie unbedingt dabeihaben sollten und was außerdem wichtig ist.

Was nimmt man auf eine mehrtägige Radtour mit?

Zuallererst das Wichtigste: Achten Sie vor dem Packen in jedem Fall darauf, dass Sie all Ihr Gepäck einmal wiegen. Das heißt: Überprüfen Sie jedes Teil auf sein Gewicht. Das mag zunächst übertrieben klingen und aufwändig. Ist es auch, zumindest was den Aufwand betrifft. Es lohnt sich aber auf jeden Fall und hilft Ihnen beim Packen richtig zu kalkulieren und die Last Ihrer Radtaschen optimal verteilen zu können. Das Wiegen Ihres Gepäcks ist also das Erste, das Sie tun müssen, bevor es ans eigentliche Fahrrad packen geht. Erst das Wiegen, dann das Packen.

Natürlich ist keine Biketour gleich. Abhängig davon, wohin es geht, wie lange Sie unterwegs sind und was für ein Typ Sie sind, brauchen Sie im Zweifelsfall ganz unterschiedliche Dinge. Nichtsdestotrotz gibt es Equipment, das auf keinem Fahrrad Trip fehlen sollte. Im Folgenden nennen wir Ihnen die Basics, an die Sie in jedem Fall denken sollten:

  • Verpflegung (Campingkocher, Taschenmesser, Klopapier)
  • Übernachtung (Heringe, Isomatte, Schlafsack, Campingstuhl)
  • Ausrüstung (Tacho, Trinkflaschen, Schloss, Ersatzschlauch)
  • Sonstige Radlerutensilien (Fotoausrüstung, Fernglas, Auslandskrankenschein)
  • Navigation (GPS Gerät, Taschenlampe, Ladegeräte bzw. -kabel)
  • Reiseapotheke (Pflaster, Verbandpäckchen, Medikamente gegen Durchfall)
  • Sonnenschutz (Sonnenbrille, Schirmmütze, Sonnenschutzmittel)
  • Pflege & Hygiene (gefüllter Kulturbeutel, Insektenschutz, Wäscheleine und -klammern)
  • Bekleidung (Fahrradhelm, Regenjacke und -hose, Fleece Shirt, Badehose, Handtuch)
  • Aufbewahrung (Rucksack, Vorder- und Hinterrad Tasche, Lenkertasche, Rahmentasche)

Damit Sie auch an alle wichtigen Utensilien denken und nichts vergessen, empfiehlt sich eine sogenannte Packliste. Eine Auflistung mit all dem Equipment, das Sie auf Ihrer Radtour benötigen. Der Vorteil: Eine Packliste bringt Struktur und Ordnung in die Organisation Ihres Gepäcks. Sie hilft Ihnen systematisch vorzugehen. Im Artikel Packliste Fahrradtour und Checkliste Fahrradtour: Der perfekt geplante Radurlaub berichten wir Ihnen, was es zu einer guten Packliste braucht.

Radfahrer hält Smartphone auf dessen Display die Rund ums Rad Fanpage von Wertgarantie zu sehen ist.

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Wie packe ich für eine Fahrradreise richtig?

Ein bepacktes Fahrrad
Wie Sie ihr Fahrrad für eine Reise richtig bepacken (Bild: ondra vacek - stock.adobe.com)

Der erste Ratschlag zum Packen ist eigentlich selbsterklärend. Er sei an dieser Stelle aber dennoch hervorgehoben, da damit alles (sprichwörtlich) steht und fällt: Verteilen Sie das Gewicht. Sorgen Sie beim Fahrrad packen dafür, dass Ihre Fahrradtaschen gleichmäßig befüllt sind. Ganz besonders beim Radfahren (im Leben sowieso) kommt es aufs Gleichgewicht an. Eine gute Balance ist das A und O.

Achten Sie überdies darauf, dass Sie die Teile, die Sie während der Fahrt öfter benötigen, wie z.B. Ihre Trinkflasche oder Ihre Sonnenbrille, oben einsortieren. Das Wichtigste sollte griffbereit sein. Sie wollen schließlich nicht lange suchen, wenn Sie einen Schluck trinken oder Ihren Sichtschutz hervorholen wollen. Grundsätzlich gilt: Packen Sie selten Gebrauchtes, wie z.B. Zelt- und Campingausstattung, ganz nach unten. Equipment zur Navigation, wie z.B. ein Navi Gerät oder Karten, platzieren Sie idealerweise in der Lenkertasche. Logisch, denn an Navigationshilfen sollten Sie im Zweifelsfall schnell herankommen. In die Lenkertasche gehören ebenfalls kleinere Wertgegenstände, wie z.B. Ihre Schlüssel, Ihr Portemonnaie oder Papiere. Ganz nach oben in die Lenkertasche gehört zudem Ausrüstung, die Sie kurzfristig benötigen. Dazu zählen z.B. Zusatzbeleuchtung, Snacks und Regenkleidung.

Ach ja: Sollten Sie einen Getränkehalter an der Stange haben, dann tun Sie Ihre Trinkflasche natürlich dort hinein. Haben Sie keinen Halter, weil sich an der Stelle z.B. bereits eine Fahrradtasche befindet, dann tun Sie die Flasche wie beschrieben in die Lenkertasche. Sorgen Sie zusätzlich dafür, dass Sie Werkzeug und Zusatzausrüstung schnell finden, ohne großartig wühlen zu müssen. Werkzeug & Co. kommt in Ihren Fahrradtaschen also grundsätzlich nach oben!

Was braucht man für eine Fahrradreise?

Um all die Utensilien, die Sie auf Ihren Ausflug mitnehmen, ordnungsgemäß verstauen zu können, brauchen Sie natürlich eines: Fahrradtaschen. Viele Fahrradtaschen. Idealerweise reisen Sie mit mindestens vier, besser sechs – abhängig davon, wie lange Sie unterwegs sind. Wenn Sie sich fragen: Wohin mit all den Taschen? Die klassische Verteilung für Fahrradtaschen lautet: Zwei am Hinterrad, zwei am Vorderrad, eine am Lenker sowie eine am Rahmen oder unterm Sattel. Auf diese Weise sind sie so platziert, dass sie Sie beim Fahren nicht behindern und mindestens genauso wichtig: Dass das Gewicht gleichmäßig verteilt ist. Sie wollen schließlich nicht einen Links- oder Rechtsdrall haben.

Achten Sie beim Fahrrad packen zudem darauf, dass Sie das zulässige Gesamtgewicht Ihres Bikes nicht übersteigen. Andernfalls ist nicht mehr garantiert, dass das Rad alle Taschen inkl. Ihnen auch sicher tragen und transportieren kann. Um herauszufinden, was das Oberlimit fürs Gewicht ist, werfen Sie einen Blick in die Herstellerangaben des Rads. Entweder liegt Ihnen ein Heft bzw. Ausdruck vor oder Sie googlen einfach nach dem Modell. Nochmal: Das zulässige Gewicht umfasst neben den Fahrradtaschen natürlich auch Sie, den Fahrer.

Ein Gewichtslimit gibt’s übrigens nicht nur beim Bike selbst, sondern auch beim Gepäckträger. Viele Bikes besitzen traditionell einen Gepäckträger über dem Hinterrad. Es ist jedoch genauso möglich, einen Gepäckträger (zusätzlich) vorne zu haben. Je nach Modell gibt es unterschiedliche Belastungsgrenzen. Hinten können es bis zu 40 Kilogramm sein, vorne gelten allgemein fünf Kilogramm pro Seite als sicher und sinnvoll.