Eine Person pumpt den Reifen eines Fahrrads auf.
Die Fahrradpumpe (Bild: youtube.com/OnlyBlackTV)

Tests und Empfehlungen

Die Fahrradpumpe

Seit es mit Luft befüllte Fahrradreifen gibt, ist sie ein ständiger Begleiter der Radfahrer: Die Fahrradpumpe. Oft war sie das einzige abnehmbare Teil am Fahrrad und manchmal ärgerte man sich über den Verlust dieses Gerätes, nach längerer Standzeit des Fahrrades. Doch über die Fahrradpumpe gibt es noch viel mehr zu erzählen.

Unterschied zwischen einer Luftpumpe und einer Fahrradpumpe

Genau genommen ist jede Fahrradpumpe eine Luftpumpe. Allerdings gibt es in einem durchschnittlichen Haushalt gleich mehrere Anwendungsmöglichkeiten für Luftpumpen: der Fußball, das Schlauchboot, die Luftmatratze für das Picknick bzw. die Luftmatratze als Gästebett.

Als Fahrradpumpe könnte man jene Pumpen bezeichnen, die sich bequem am Fahrrad mitführen lassen und so auch während einer längeren Ausflugsfahrt zur Verfügung stehen. In Summe kommt es darauf an, für wie viele verschiedene Anwendungszwecke eine Luftpumpe eingesetzt werden soll und welche Möglichkeiten des Transportes gegeben sind.

Kenngrößen für Fahrradpumpen

Beim Kauf einer Fahrradpumpe gibt es drei Kenngrößen, auf die man achten sollte:

  • Der mit dieser Pumpe erzielbare Luftdruck
  • Die mit dieser Pumpe bewältigbare Luftmenge je Zeiteinheit
  • Die Bauart der am Fahrradreifen eingesetzten Ventile

Der Luftdruck in Radreifen wird in Bar gemessen. Die Höhe des Luftdrucks richtet sich dabei nach dem Anwendungszweck des Fahrrades und des dafür gewählten Reifens. Der Druck kann also zwischen sehr niedrig (z. B. 0,5 Bar bei Fatbikes) und sehr hoch (z. B. 10 Bar bei Rennrädern) schwanken.

Die Pumparbeit wird in Liter pro Minute gemessen. Je höher die Menge der gepumpten Luftmenge, desto schneller ist die Pumparbeit erledigt. Allerdings steigt mit der Höhe der geförderten Luftmenge auch die damit verbundene Anstrengung.

Die Bauarten der Ventile lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: das Dunlopventil, das Sclaverandventil und das Schraderventil. Allerdings variieren die Namen dieser Ventile je nach Hersteller und Herkunftsland. Beim Kauf einer Fahrradpumpe sollte auf die tatsächlich vorhandenen Ventile geachtet bzw. nach Adaptern gefragt werden oder ein Modell gewählt werden, welches einen verstellbaren Pumpenkopf besitzt.

Handpumpe

Die gute alte Handpumpe ist klein und handlich. Sie lässt sich leicht am Fahrrad mitnehmen. Allerdings ist ihre Anwendung mit Einschränkungen verbunden. Für die Pumparbeit bleibt nur eine Hand frei, da die andere Hand die Pumpe halten muss.

Standpumpe

Im Gegensatz zur Handpumpe ist die Standpumpe schon cleverer gelöst. Durch ausklappbare Teile verfügt sie über eine Standfläche. Mit Hilfe der Füße und damit dem ganzen Körpergewicht wird die Pumpe in Position gehalten. Gepumpt wird mit beiden Händen.

Tubeless-Pumpen

Dieser Typ von Luftpumpe ermöglicht das Aufziehen von schlauchlosen Fahrradreifen. Damit das gelingt, muss die Luft schlagartig in den Fahrradreifen gepumpt werden. Entsprechende Pumpen bieten die Möglichkeit, den Luftdruck in einem Hochdruckzylinder aufzubauen und dann per Hebeldruck schlagartig freizugeben.

Elektrische Fahrradpumpe

Gänzlich ohne Kraftanstrengung lässt sich ein Radreifen mit einer elektrischen Fahrradpumpe aufpumpen. Bei diesen Modellen ist der gewünschte Reifendruck meist sogar vorab einstellbar. Bei den Ausführungen lassen sich verschiedene Stromquellen unterscheiden:

  • Anschluss an ein 230V-Netz
  • Anschluss an den Zigarettenanzünder des Autos
  • Akkus für Betrieb fernab jeder Stromquelle

Wird eine elektrische Fahrradpumpe mit Akku gewählt, sollte überschlagsmäßig berechnet werden, für wie viele Pumpvorgänge eine Akkuladung reicht. Nur so lässt sich beurteilen, wie viele dieser Geräte eine Fahrradgruppe mitnehmen sollte.

Die Tankstelle als Fahrradpumpe

Ob das Aufpumpen von Fahrradreifen an den Luftpumpen einer Tankstelle eine gute Idee ist, ist etwas umstritten. Tatsächlich muss auch hier darauf geachtet werden, dass die Ventile passen. Die Geräte an der Tankstelle arbeiten in der Regel etwas anders.

Sie pumpen zuerst sehr viel Luft in den Reifen und reduzieren anschließend den Druck wieder. Das mag nicht für jeden Fahrradreifen eine geeignete Methode sein.

Brauche ich ein Manometer an der Pumpe?

Ein Manometer ist ein Gerät zum Messen des Luftdrucks. Gerade bei sehr starken Luftpumpen – zum Beispiel bei Standpumpen oder elektrischen Luftpumpen - sollte auch ein Manometer eingebaut sein. Sonst besteht die Gefahr, dass der Reifen zu stark aufgepumpt wird.

Rennradfahrer hingegen werden mit ihrem Fahrrad nur glücklich sein, wenn der vorgesehene Reifendruck auch tatsächlich vorhanden ist. Ohne Manometer ist es eher schwierig, den richtigen Reifendruck zu erzielen. Eine geringere Performance des Rennrades ist die Folge.

Trivia: Das Sternbild Luftpumpe

Für die Astronomen unter den Radfahrern ist vielleicht interessant zu wissen, dass es ein Sternbild mit dem Namen Luftpumpe gibt. Das klingt merkwürdig, da die meisten in unseren Breiten bekannten Sternbilder nach mythologischen Begriffen benannt sind.

Tatsächlich gibt es aber auch eine Reihe von Sternbildern, die nach technischen Begriffen bezeichnet wurden. Dazu gehört das Sternbild „Luftpumpe“ am südlichen Sternenhimmel, welches von dem französischen Astronomen Nicolas Louis de Lacaille im 18. Jahrhundert zuerst beschrieben.

Resümee

Das Fahrradvergnügen und auch die Sicherheit des Radfahrers hängen neben anderem auch vom richtigen Reifendruck ab. Beim Kauf einer Fahrradpumpe gilt es zwischen bequemer Mitführbarkeit und einfacherem Aufpumpen durch größere Konstruktionen zu wählen. Begeisterte Radfahrer werden aber ohnehin zwei Modelle wählen (eines am Rad und eines im Auto oder für zuhause).

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