Ein Dreirad.
Das Dreirad (Bild: sabdiz - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Das Dreirad

Obwohl sich die Anzahl der Dreiräder laufend erhöht, erzeugen sie noch immer Aufmerksamkeit in unseren Straßen. Schon mancher hat sich gefragt, ob ein Dreirad nicht doch eine bessere Lösung für die eigenen Fahrten wäre. Durch die drei Radaufstandspunkte wirkt das Gefährt auf jeden Fall stabiler als das bekannte Fahrrad. Aber ist ein Dreirad wirklich sicherer? Und kann ein Dreirad sexy, im Sinne von sportlich, sein?

Die Vorteile eines Dreirades

Ein großer Vorteil des Dreirades ist, dass man auf diesem nicht mehr für Balance sorgen muss. Egal, ob man das Fahrrad an der Ampel planmäßig stoppt, oder ob man plötzlich auf die Bremse steigen muss: Nach dem Stopp bleibt der Fahrer oder die Fahrerin ruhig im Sattel sitzen, denn es besteht kaum Kippgefahr.

Ein weiterer Vorteil ist die höhere Transportkapazität, die das Dreirad zur Verfügung stellt. Wegen der erhöhten Standsicherheit bietet sich ein Dreirad besonders für den Transport von Kindern an.

Dreiräder sind auch für ältere Personen interessant. Wenn man sich das Balancieren auf dem Zweirad nicht mehr zutraut, ist ein Dreirad eine echte Alternative. Zur Steigerung des Komforts besteht auch die Möglichkeit, das Dreirad mit einem bequemen Sitz samt Lehnen und Sicherheitsgurt auszustatten.

Hat ein Dreirad auch Nachteile?

Der Vorteil mit den drei Radaufstandspunkten hat auf der anderen Seite auch seine Tücken. Während ein normales Fahrrad einspurig und ein normales Auto zweispurig ist, ist ein Dreirad eben dreispurig. Mit einem dreispurigen Fahrzeug einem Schlagloch auszuweichen, ist schon etwas schwerer, als mit einem einspurigen.

Bei Schneefall ergänzen sich die anderen Verkehrsteilnehmer, indem sie relativ rasch zwei Spuren in dem frisch gefallenen Schnee erzeugen. Sowohl Autos als auch Fahrräder können sich in diesen Spuren bewegen. Ein Dreirad muss sich mühsam seine eigenen Spuren schaffen.

Eine ähnlich gelagerte Problemstellung bilden Feldwege und Schotterstraßen. Radfahrer kennen diese von ihren Überlandtouren. Die Wege sind durch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge tief gespurt. Zwischen den Spuren wächst oft Gras oder es hat sich eine Linie aus kleinen Steinen gebildet. Für ein Dreirad bilden solche Wege eine echte Herausforderung.

Eine Abhilfe gegen einige dieser Beschwernisse kann der gezielte Einsatz von Ballonreifen und einer guten Federung schaffen. Damit ist die Fahrt über Unebenheiten weniger aufreibend.

2:1 oder 1:2

Beim Kauf eines Dreirades stellt sich früher oder später die Frage: Wie soll die Verteilung der drei Räder am Dreirad gestaltet sein? Die Variante mit zwei Räder hinten und einem Rad vorne wird Delta-Variante genannt.

Die Variante mit einem Rad hinten und zwei Rädern vorne ist hingegen unter der launigen Bezeichnung Tadpole (engl.: Kaulquappe) bekannt.

Viele Dreiradfahrer entscheiden sich für die Tadpole-Variante, weil sie dadurch die Breite des Fahrrades immer im Blick haben und sich so beim Fahren durch enge Stellen sicherer fühlen. Dagegen hat die Delta-Variante den Vorteil, dass die Traktion bei steilen Stellen stärker ausfällt und damit die Fortbewegung leichter fällt.

Anwendungsfälle

Dreiräder werden nicht nur serienmäßig hergestellt, sondern sind auch ein weites Feld für Maßanfertigungen und sehr innovative Bastelarbeiten. Die Anzahl der Modellvarianten und Anwendungsfälle ist schwer zusammenzufassen. Im Folgenden sind ein paar besonders bekannte bzw. bemerkenswerte Anwendungsfälle aufgezählt.

Transportdreirad

Eine Vielzahl von Dreirädern sind als Transporträder ausgeführt. Die Konzeption als Dreirad hilft bei der Verteilung der Lasten und ermöglicht ein unfallfreies Fahren. Allerdings neigen solche Konstruktionen dazu, sehr breit zu werden. Auf diese Art und Weise gebaute Transporträder finden nicht überall Platz zum Fahren bzw. zum Parken.

Taxi Rad

Eine Spezialform eines Transportdreirades ist das Taxi Rad. Hier wird der vergrößerte Transportraum über den Rädern dazu genutzt, zwei Personen Platz zu bieten. Diese können auf diese Art und Weise eine besondere Stadtrundfahrt an der frischen Luft erleben, ohne sich vorm Regen fürchten zu müssen.

Velomobil

Der Regenschutz ist bei einem Velomobil sogar noch ausgeprägter. Die Bezeichnung Velomobil ist ein Kofferwort aus der in der Schweiz üblichen Bezeichnung für ein Fahrrad (Velo) und einem Teil aus dem Wort Automobil. Ein Velomobil ist ein mit Muskelkraft betriebenes Dreirad, das mit einer Stromlinienverkleidung ausgestattet ist. Die Haltung des oder der Fahrenden ist dabei ähnlich wie bei einem Liegedreirad.

Liegedreirad

Das Liegedreirad vereint den Vorteil eines Dreirades (Kippsicherheit) mit den Vorteilen eines Liegerades (Geringere Arm-, Rücken- und Gesäßschmerzen durch die liegende Haltung beim Fahren). Im Fachhandel werden sie auch unter der Bezeichnung Trikes angeboten.

Die Liegedreiräder sind auch die sportlichsten Konstruktionen unter den Dreirädern und stellen in puncto Aufmerksamkeit so manches Rennrad in den Schatten. Trotzdem sind sie auch für ältere Personen geeignet oder für Genesende, die mit Hilfe der speziellen Haltung am Liegefahrrad ihren Körper weniger belasten.

Handbike

Eine spezielle Form des Dreirades stellt das Handbike oder Handcycle dar. Dieses Fahrzeug wird nicht durch die Muskelkraft der Beine bewegt, sondern durch die Arme. Die Hände bedienen dabei zwei Kurbeln, ähnlich wie die Füße zwei Pedale treten. Dieses Modell wurde vor allem für Personen mit Gehbehinderungen entwickelt. Eine besonders clevere Form eines Handbikes für Rollstuhlfahrer stellt das Adaptivbike dar, das gemeinsam mit dem Rollstuhl ein Dreirad bildet.