Das innovative Kwiggle-Faltrad -
Das innovative Kwiggle-Faltrad - Ausflug am Maschsee (Bild: © Kwiggle®Bike GmbH)

Ratgeber Rad & E-Bike Das Kwiggle-Faltrad – eine Revolution urbaner Mobilität?

Es heißt Kwiggle – und ist laut Hersteller das kompakteste Faltrad auf dem Markt. Für große Zweirad-Unternehmungen nicht unbedingt geeignet, spielt das überall leicht verstaubare Mikro-Bike seine Stärken beim täglichen Pendeln zum Arbeitsplatz und zurück aus. Dennoch haben auch viele Kunden durch die aufrechte Fahrweise ihr Tourenrad durch das Kwiggle ersetzt. Sie wollen wissen, was das für ein Fahrgefühl ist und was Ihnen ein Kwiggle-Fahrrad im Alltag bringt? Wir verraten Ihnen, wie erfrischend unkonventionell das Kwiggle konstruiert ist, wie man es fährt, was seine Vorteile sind und was Sie dafür ausgeben müssen.

Kompakter als beim Kwiggle geht’s nicht

Wenn man ein klein wenig gehässig sein will, dann erinnern Falträder doch sehr an die winzigen Vehikel, auf denen Clowns durch die Manege sausen. Vom amüsanten Erscheinungsbild der Bike-Winzlinge einmal abgesehen: Wer auf der Suche nach einem neuen persönlichen Mobilitätskonzept ist, mit dem sich umweltfreundlich, gesund und verbrauchsarm durch die City radeln lässt, wird auch über Fahrräder im Miniformat nachdenken. Falträder gibt es bereits einige. Das ungewöhnlichste dürfte aber wohl das Kwiggle-Faltrad sein. In den letzten Jahren lieferten sich die Hersteller einen Wettbewerb um die kleinsten Felgen. Das Kwiggle nun ist laut Eigenwerbung das kompakteste Faltrad der Welt. Wichtige Medien haben es getestet und für einzigartig befunden. Pro 7 stellt es zusammen mit seinem Erfinder als „Ding des Jahres vor“. Manager Hans-Jürgen Moog, Juror dieser Show, sprach von „Ingenieurskunst auf ganz hohem Niveau“.

Das Kwiggle Faltrad: Eine überaus innovative Konstruktion

Das Kwiggle-Faltrad passt hervorragend unter die Bahnsitze
Kwiggle-Faltrad - passt unter Sitze in Bus und Bahn (Bild: © Kwiggle®Bike GmbH)

Was ist so ungewöhnlich am Kwiggle-Fahrrad? Da wäre zuerst sein Format (55 cm x 40 cm x 25 cm). Zusammengeklappt ist es so klein, dass es problemlos als Handgepäck durchgeht. Es passt als einziges Faltrad unter Sitze in Bus und Bahn, wo es nie störend im Gang steht. Oder in Schränke, unter Schreibtische und auch in wirklich jeden Kofferraum. Das Kwiggle Faltrad wiegt nur 9 bis 10 Kilo, kann wie ein Päckchen in der Hand getragen werden und ist für Fahrende jeder Körpergröße geeignet. 12-Zoll-Reifen, 1 bis 6 Gänge und eine Geschwindigkeit von über 30 km/h gehören zu den weiteren technischen Daten. Das im Verhältnis zu Rädern und Antrieb überproportional große Lenkrohr ist gar nicht einmal das Erstaunlichste dieser originellen Konstruktion. Noch mehr fallen Sattelrohr und Sitzeinrichtung ins Auge, die wie der einsame Ast eines Baumes vom Lenkrohr nach hinten abstehen und einen frei schwingenden, sehr kleinen Sattel tragen. Man sitzt also recht luftig auf einem Kwiggle.

Kwiggle-Motto: Man fährt aufrecht!

So wie man sitzt, so fährt man auch. Und hier unterscheidet sich das Kwiggle-Faltrad von anderen Fahrrädern. Dort sitzt man vornübergebeugt im Sattel, wobei Handgelenke, Rücken und Schultern Belastungen ausgesetzt sind. Auf dem Kwiggle nehmen Sie eine aufrechte, nahezu stehende Sitzhaltung ein. Das sieht ein bisschen wie die Fahrt auf einem Einrad aus, ist aber nicht weiter schwierig. Laut Hersteller kann man in dieser Position sein Körpergewicht besser einbringen und ist ausdauernder unterwegs. Ein unangenehmes Kribbeln der Hände sowie Rücken- und Nackenschmerzen, wie sie nicht nur auf Rennrädern vorkommen können, passieren einem im Sattel eines Kwiggle nicht. Dieser schwingt mit dem Trittbewegungen leicht hin und her – verbunden mit automatisch entstehenden Hüftbewegungen, so dass die Fahrradfahrt wie ein Marschieren auf der Stelle anmutet. Nach höchstens ein bis zwei Tagen oder rund 20 Kilometern Fahrt – so die Kwiggle-Erfahrungen der Testenden – hat man den Dreh raus. Die schwingende Hüfte hat direkt etwas Tänzerisches und führt zu wohltuenden physiologischen Effekten.

Mobilität to-go mit dem Kwiggle-Fahrrad

Kwiggle-Faltrad unter Bahn Sitz
Mobilität to-go - das Kwiggle-Faltrad (Bild: © Kwiggle®Bike GmbH)

Aus Konstruktion und Format ergeben sich die Vorteile des Kwiggle. Man wird sich dieses Faltrad kaum zulegen, um eine ausgedehnte Radtour durch die Lüneburger Heide oder die Mecklenburger Seenplatte zu unternehmen. Aber wer aus dem Vorort oder Umland einer Großstadt in die City zum Arbeitsplatz pendelt, kann mit dem Kwiggle-Fahrrad zu ganz neuen Ufern aufbrechen: Man fährt mit dem Auto zum peripheren Parkplatz oder steigt am Stadtrand aus S-Bahn, Bus oder Regio-Zug und klappt dort das mitgeführte Kwiggle-Faltrad zu seiner vollen Größe aus.

Eingeklapptes Faltrad Kwiggle
Das Kwiggle-Faltrad zusammengeklappt (Bild: © Kwiggle®Bike GmbH)

Und los geht’s. 25 km/h sollen auf dem Kleinstrad mühelos zu schaffen sein. Man ist mit äußerst geringem CO2-Fußabdruck in der Spur, kann durch Parks und Grünzonen radeln, betätigt sich körperlich und fährt an den üblichen Rushhour-Staus einfach vorbei. Am Ziel erübrigt sich die Angst vor Fahrraddieben, weil das Kwiggle auch noch im kleinsten Büro locker Platz hat. Wer es nicht über die Gänge tragen möchte, kann es übrigens wie einen Rollkoffer bequem nachziehen. Kwiggle-Erfinder Karsten Bettin nennt seine Schöpfung denn auch „Mobilität zum Mitnehmen“. Denn wo andere Fahrräder wegen ihrer Größe und ihres Gewichts nicht mitgeführt werden können, lässt sich das kleine Faltrad immer irgendwie unterbringen.

Und was kostet ein Kwiggle?

Kwiggle-Faltrad
Kwiggle-Faltrad: Das besondere Sattelrohr & die Sitzeinrichtung (Bild: © Kwiggle®Bike GmbH)

In der Basisversion mit 1-Gangschaltung ohne Licht, Gepäckträger und Radschützer kostet ein Kwiggle 1.369 Euro. Ein Gepäckträger schlägt mit 30 Euro zu Buche, die 3-Gangschaltung mit 148 Euro sowie die 6-Gangschaltung mit 504 Euro. Radschützer und Licht kosten 148 Euro extra. Das Kwiggle liegt damit im Spektrum bekannter Faltrad-Anbieter wie Bromptom, aber unter den Kosten für Designer-Modelle. Farblich stehen schwarz, weiß, rot und blau zur Auswahl. Nicht berechenbar ist allerdings der psychologische Preis, den man für Fahrten mit einem Kwiggle-Fahrrad zu entrichten hat. Das kleine Faltrad wird im Straßenbild auffallen. Und wer auf solche einem Exoten in die Pedale tritt, braucht durchaus – wenn nicht gleich Mut – so doch zumindest ein gesundes Selbstbewusstsein.