Schwarzes Herrenrad ist mit einem Kettenschloss an einem Zaun angeschlossen.
ahrrad-Diebstahlschutz: Das Rad an einem festen Gegenstand anschließen ist wichtig. (Bild: RAM - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Fahrrad-Diebstahlschutz: So sind Sie auf der sicheren Seite

Fahrräder werden immer beliebter und hochpreisiger – und die entsprechenden Diebstahlschäden immer größer. 260.000 Bikes wurden im vergangenen Jahr als gestohlen angezeigt. Das sind schätzungsweise lediglich 30 Prozent aller Diebstähle, von denen wiederum nur etwa 10 Prozent aufgeklärt werden konnten. Um nicht eines Tages Teil dieser traurigen Statistik zu sein, gibt es diverse Möglichkeiten, für einen effektiven Diebstahlschutz fürs Fahrrad zu sorgen. Ein Patentrezept dafür, Bösewichte vom Fahrrad fernhalten zu können, gibt es leider nicht , aber gut gesicherte Fahrräder werden deutlich seltener zum Objekt diebischer Begierde. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, wie Sie Ihr Fahrrad bestmöglich vor Diebstahl schützen können – von der Wahl des passenden Schlosses über Codierung, Versicherung und smarten Gadgets bis hin zu Verhaltensregeln, die Langfinger wirkungsvoll abschrecken.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Welches Fahrradschloss ist gut geeignet?

Wer sein Fahrrad vor Diebstahl schützen möchte, sollte lieber nicht am falschen Ende sparen: Widerstandsfähige Materialien und ein guter Schlosszylinder haben ihren Preis – der allerdings weit unter dem eines neuen Fahrrads liegt. Je hochwertiger ein Fahrradschloss, desto größeren Fahrrad-Diebstahlschutz bietet es in der Regel, weil ein Fahrraddieb umso länger braucht, um es zu knacken. Zweiraddiebe geben häufig auf, wenn ein Schloss sie länger als drei Minuten beschäftigt – die Gefahr, erwischt zu werden, ist einfach zu groß. Man unterscheidet grundsätzlich fünf verschiedene Arten von Schlössern:

1. Rahmenschloss

Rotes Fahrrad mit geschlossenem Rahmenschhloss
Rahmenschloss (Bild: moonrise - stock.adobe.com)

Gerade bei klassischen 3-Gang-Rädern gehört das Rahmenschloss zur Grundausstattung. Als nachhaltiger Fahrrad-Diebstahlschutz taugt es allerdings nicht, weil es lediglich das Hinterrad blockiert und als Wegfahrsperre dient. Dementsprechend sollte es nur in Kombination mit anderen Sicherungen genutzt werden, dann schützt es auf jeden Fall vor dem Klau des Hinterrads. Aufrüsten lässt sich das Rahmenschloss durch die zusätzliche Verwendung eines Kabels oder besser noch einer Kette, die durch das Schloss gefädelt wird, sodass Ihr Fahrrad an einem festen Gegenstand angeschlossen werden kann.

2. Kabelschloss

Rotes Kabelschloss, das um die Sattelsütze gewickelt ist.
Kabelschloss (Bild: Maarten Zeehandelaar)

Auch das dünne Spiralkabel bietet keine echte Diebstahlsicherung fürs Fahrrad. Selbst wenn es über einen guten Schließmechanismus verfügen sollte, kann es in Nullkommanichts mit einem einfachen Seitenschneider durchgeschnitten werden.

3. Kettenschloss

Schwarzes Herrenrad ist mit einem Kettenschloss an einem Zaun angeschlossen.
ahrrad-Diebstahlschutz: Das Rad an einem festen Gegenstand anschließen ist wichtig. (Bild: RAM - stock.adobe.com)

Diese Variante bringt einen recht guten Fahrrad-Diebstahlschutz mit sich – wenn Sie eine hochwertige Variante mit entsprechendem Schließmechanismus und widerstandsfähigen Kettengliedern wählen. Ein echter Vorteil: Durch seine Flexibilität kann man es wesentlich besser für das Anschließen an Laternen, Pfähle oder Bäume verwenden als starre Schlösser.

4. Faltschloss

Graues Rad ist mit einem Faltschloss an einem Laternenpfahl angeschlossen.
Faltschloss (Bild: WERTGARANTIE/ndu)

Qualitätsfaltschlösser bieten ein hohes Maß an Sicherheit und sind zudem sehr kompakt und gut zu transportieren. Wählen Sie für Ihren Fahrrad-Diebstahlschutz auf jeden Fall ein möglichst langes Maß, damit Sie das Zweirad auch an Fahrradbügel und Laternen anschließen können.

5. Bügelschloss

Fahrrad ist mit einem Bügelschloss an einem Straßenschild-Pfosten angeschlossen.
Bügelschloss (Bild: Ivan - stock.adobe.com)

Nach wie vor der Renner beim Fahrrad-Diebstahlschutz! Hochwertige Bügelschlösser aus gehärtetem Stahl sind die sicherste Variante. Greifen Sie zu einem Top-Produkt, schützt dieses oft sogar vor Lockpicking.

💡 Wichtig: Hochwertige Ketten-, Falt- und Bügelschlösser haben leider ein relativ hohes Eigengewicht, bieten dafür aber auch wesentlich größeren Diebstahlschutz fürs Fahrrad.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Augen auf beim Schlosskauf!

Generell geht man davon aus, dass für den Fahrrad-Diebstahlschutz etwa zehn Prozent des Fahrradneupreises in ein entsprechend sicheres Schloss investiert werden sollten. Namhafte Hersteller vergeben Sicherheitsstufen für ihre Schlösser, wobei kein einheitliches System für diese Sicherheitsklassen existiert: Abus beispielsweise vergibt 15 Sicherheitsstufen, Kryptonite 10 und Trelock beschränken sich auf 6. Außerdem prüfen einige Anbieter nur die Aufbruchssicherheit, während andere auch Verriegelungs- und Zylindertechnik oder sogar Benutzerfreundlichkeit in ihre eigene Bewertung miteinbeziehen.

Die Prüfsiegel unabhängiger Institutionen wie ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e. V.), Stiftung Warentest und VdS (Vertrauen durch Sicherheit) bieten ein eigenes Zertifikat in puncto Diebstahlschutz fürs Fahrrad an: Alle Schlösser mit diesem Zertifikat haben ein einheitliches Testverfahren nach DIN EN 15496 durchlaufen, das vom ADFC entwickelt wurde. Hat ein Fahrradschloss diesen Test bestanden und das ADFC- oder VdS-Siegel erhalten, ist es sowohl sehr sicher als auch alltagstauglich.

Übrigens: Insbesondere bei sehr kostspieligen Zweirädern bestehen viele Versicherungen darauf, dass man für den Fahrrad-Diebstahlschutz ein zertifiziertes Fahrradschloss mit hoher Sicherheitsstufe verwendet! Detaillierte Informationen zu Versicherungen für Ihr Fahrrad finden Sie in unserem Beitrag Fahrrad geklaut - wie müssen Sie vorgehen?

Fahrrad-Diebstahlschutz: Smart gegen Langfinger

Abgesehen von den klassischen Fahrradschlössern gibt es mittlerweile diverse technisch hochentwickelte Schlösser und Gadgets für den Fahrrad-Diebstahlschutz:

  • Wer es so richtig laut mag, wählt ein Fahrradschloss mit integrierter Alarmanlage: Bei Fremdzugriff macht das Schloss mit einem bis zu 100 Dezibel lauten Signal nicht nur die unmittelbare Umgebung auf den Diebstahl aufmerksam.
  • Immer im Blick mit GPS: Dank eines integrierten Trackers lässt sich das gestohlene Bike jederzeit orten, im Außenbereich ebenso wie in Gebäuden. Wird der über Dynamo oder E-Bike-Akku gespeiste GPS-Tracker ‚unsichtbar’ angebracht, ist er für den Dieb nicht zu erkennen.
  • Buchstäblich auf die Nase gibt es mit Bügelschlössern der Marke Skunklock, die ihrem Namen (Skunk = Stinktier) alle Ehre macht. Bei einem Aufbruchsversuch versprüht das Schloss ein übelkeitserregendes chemisches Konzentrat, das den Dieb in die Flucht schlagen soll.
  • Weitere interessante Diebstahlsicherungen fürs Fahrrad finden Sie auch in unserem Beitrag zu ungewöhnlichen Fahrradschlössern.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Spezieller Schutz für E-Bikes, Pedelecs & Co.?

Generell werden E-Bikes genauso gesichert wie Fahrräder ohne Akku. Sie brauchen also keinen gesonderten E-Bike-Diebstahlschutz und auch keinen speziellen Pedelec-Diebstahlschutz. Natürlich sollte man bei diesen Zweirädern ebenfalls angemessen in Fahrrad-Diebstahlschutz investieren und sich ein Qualitäts-Schloss besorgen. Schließlich sind solche Bikes oft besonders hochpreisig und daher bei Langfingern ausgesprochen beliebt. Folgende Extra-Punkte gibt es allerdings zu beachten:

  • Vergewissern Sie sich, dass Ihre Versicherung auch beim Diebstahl von E-Bikes für den Schaden aufkommt. Mittlerweile gibt es spezielle Pedelec-Diebstahlversicherungen.
  • Nehmen Sie nach Möglichkeit Komponenten wie Display und Akku mit sich, wenn Sie Ihr E-Bike anschließen – das senkt den Wiederverkaufswert und damit die Attraktivität für Diebe.
  • Falls Ihnen das zu schwer oder umständlich ist, dann schließen Sie den Akku auf jeden Fall mit ab.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Codierung klärt Besitzverhältnisse

Bei einer Fahrrad-Codierung handelt es sich um einen verschlüsselten personenbezogenen Code. Dieser besteht aus einer personalisierten Ziffern- und Buchstabenkombination und wird in Form einer Gravur oder eines widerstandsfähigen Aufklebers an der rechten Seite des Sattelrohrs befestigt. Mithilfe einer Codierung können Polizei und Fundbüros sofort den rechtmäßigen Besitzer ermitteln. Eine Rahmennummer hingegen wird durchaus doppelt vergeben, birgt keinerlei Information über den Besitzer und bietet somit keinen wirklichen Fahrrad-Diebstahlschutz. Weil das Codieren den Weiterverkauf von Fahrrädern ohne Eigentumsnachweis so schwierig macht, sinkt der Verkaufswert der potenziellen Beute erheblich, und das wissen Diebe sehr genau. Auf diese Weise erhöht die Codierung die Hemmschwelle – und führt zu höheren Aufklärungsquoten, falls das Fahrrad doch geklaut wurde. Eine Codierung kann man vor Ort für ca. 15 Euro von der Polizei, von Fahrradhändlern oder dem ADFC vornehmen lassen, letzterer bietet einen Sonderpreis für Mitglieder.

💡 Wichtig: Fahrradhändler, Versicherer und Polizeistationen halten Fahrradpässe bereit, in die wichtige Informationen wie exakte Modellbezeichnung, Farbe, Rahmennummer und Ausstattung eingetragen werden können. Eine sehr bequeme Variante, mithilfe derer Sie diese Angaben jederzeit zur Hand zu haben, ist übrigens die BikeManager App von WERTGARANTIE.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Anschließen statt abschließen!

Ein gutes Schloss allein reicht natürlich nicht. Wenn man sein Bike nur abschließt, ist das Fahrrad oft so gut wie geklaut, denn dann kann man es einfach wegtragen, egal, wie hochwertig das Schloss auch sein mag. Schließen Sie zur optimalen Fahrrad-Diebstahlsicherung Rahmen, Vorder- und Hinterrad an einen unbeweglichen Gegenstand an. Dieser Gegenstand muss so hoch sein, dass der Langfinger Fahrrad und Schloss nicht einfach darüber hinwegheben kann.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Doppelt hält besser!

Oft haben sich Fahrraddiebe auf Schlösser einer Bauart spezialisiert und führen daher auch nur eine bestimmte Art von Aufbruchswerkzeug mit sich. Deshalb wird dazu geraten, das Fahrrad mit zwei unterschiedlichen Typen von Schlössern zu sichern und den Fahrrad-Diebstahlschutz so zu optimieren.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Alltags-Tipps gegen Fahrradklau

Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten sich vor Fahrradklau zu schützen und sicherzustellen, dass Sie im Zweifelsfall nicht auf den Kosten sitzenbleiben. Folgende Vorsichtsmaßnahmen tragen zusätzlich zum Fahrrad-Diebstahlschutz bei:

  • Lassen Sie Ihr Fahrrad nie ungesichert stehen, auch nicht, um nur kurz beim Bäcker reinzuspringen.
  • Bringen Sie Ihr Schloss so weit oben wie möglich am Fahrrad an! Das hat eine verringerte Hebelwirkung zur Folge, was das Hantieren mit dem Bolzenschneider erschwert.
  • Schließen Sie das Schloss so eng wie möglich um Laufrad und Rahmen. Das nimmt Dieben die Bewegungsfreiheit und macht es schwerer, ein Aufbruchswerkzeug anzusetzen.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Schließzylinder schwer zugänglich ist, am besten zeigt er nach unten.
  • Schnellspanner und Diebstahlschutz passen leider nicht zusammen, denn sie sind nicht nur für den Nutzer praktisch, sondern auch für Diebe. Deshalb sollten Sie gerade in der Stadt möglichst darauf verzichten.
  • Schließen Sie Ihr Bike nicht an einsamen Stellen an, die schlecht einzusehen sind.
  • Sichern Sie generell alle leicht zu stehlenden Komponenten, wenn nötig mit einem gesonderten Schloss. Und nehmen Sie Ihre Aufstecklampen besser gleich selber mit.
  • Seien Sie unberechenbar – wenn Ihr Fahrrad jeden Tag zur selben Zeit am selben Ort abgestellt ist, könnten das potenzielle Diebe durchaus registrieren.
  • Sie sind in der Gruppe unterwegs? Prima! Dann schließen sie die Räder zusammen, am besten so, dass die teuersten Bikes am schlechtesten zugänglich sind.
  • Schließen Sie Ihr Bike auch zu Hause im Fahrradkeller ab und möglichst an.
  • Auch Fahrradstationen bieten durchaus Diebstahlschutz fürs Fahrrad. Gerade in größeren Städten sind diese zum Teil sogar bewachten Fahrradabstellanlagen immer öfter beispielsweise an Bahnhöfen zu finden.
  • Wenn Sie Ihr Bike auf dem Fahrradträger transportieren, sollen Sie es auch dort gut anschließen.
  • Erhöhen Sie eventuell den Wiederkennungswert Ihres Fahrrads durch Tuning. Auffällige Fahrräder lassen sich schlechter weiterverkaufen und machen Fahrraddiebstahl damit weniger lukrativ.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Lohnt sich eine spezielle Fahrradversicherung?

Eine Fahrradversicherung ist zwar kein Diebstahlschutz fürs Fahrrad, reguliert aber immerhin den Schaden – wenn man denn über eine solche Versicherung verfügt.

Gerade bei hochpreisigen Bikes ist es schon der Überlegung wert, eine gesonderte Fahrradversicherung abzuschließen, die den tatsächlichen Verlust erstattet, sich auch auf nachträglich angebrachte Komponenten erstreckt und optimalerweise weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz bietet. Vor Abschluss einer entsprechenden Police sollten Sie sich überlegen, welche Versicherungssumme angemessen ist und welche Ansprüche Sie an eine Fahrradversicherung haben – und natürlich immer das Kleingedruckte lesen.

💡 Wichtig: Viele Versicherungsinstitute regulieren Verlustschäden nur dann, wenn das verwendete Fahrradschloss den Versicherungsvorgaben entspricht. Unter Umständen gibt es sogar einen Versicherungsrabatt bei Nutzung hochwertiger Schlösser zur Diebstahlsicherung fürs Fahrrad – auch darüber sollten Sie sich vor Abschluss einer Versicherung genau informieren.

Fahrrad-Diebstahlschutz: Gelegenheit macht Diebe

Ohne den Wahrheitsgehalt des wohlbekannten Spruchs infrage stellen zu wollen: Nicht alle Langfinger sind Gelegenheitsdiebe. Den perfekten Diebstahlschutz fürs Fahrrad gibt es nicht – und hundertprozentig ist man nie gegen Diebstahl gefeit. Wenn es also jemand genau auf Ihr Bike abgesehen hat, wird auch der beste Fahrrad-Diebstahlschutz ihn nicht davon abhalten, es zu stehlen. Doch wenn ein Langfinger zu lange braucht, um Ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden, haben Sie gute Chancen, dass er entnervt aufgeben und sich eine leichtere Beute suchen wird. Und eines ist sicher: Mit den in diesem Artikel genannten Maßnahmen können Sie Ihr Fahrrad optimal sichern – und machen es fiesen Fahrradklauern auf jeden Fall richtig schwer!