Fröhliche Fahrradfahrerin
Das Bike findet Akzeptanz auf hohem Niveau (Bild: contrastwerkstatt – stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Der Fahrradmonitor 2023 für Deutschland

Sie möchten aus erster Hand wissen, wie deutsche Radfahrer ticken, was sie bewegt, was sie sich wünschen und was ihnen im Straßenverkehr Sorgen bereitet? Dann gibt es derzeit keine bessere Quelle als den aktuellen Fahrradmonitor 2023. Die zum achten Mal durchgeführte Befragung im Rahmen des Nationalen Verkehrsplans schaut Radfahrenden tief in die Seele – und Sie können dabei manches Wissenswerte entdecken. Wir haben für Sie die wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie zusammengestellt und diesen Beitrag mit dem Fahrradmonitor zum Selberlesen verlinkt.

Fahrradmonitor 2023: Die Studie rund ums Rad

Was macht Fahrradfahren aus? Warum steigen die Leute aufs Rad – und warum tun manche es nicht? Wie nutzen andere ihr Fahrrad? Welche Wünsche und Ängste haben sie in Verbindung mit dem Radfahren? Solche Fragen treibt das SINUS-Institut um. Mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) hat ein Team von SINUS im Frühjahr 2023 Radfahrende in Deutschland zu ihrem Mobilitätsverhalten und ihren Bedürfnissen im Radverkehr befragt. Die Online-Umfrage unter 4.003 repräsentativen Teilnehmern zwischen 14 und 69 Jahren ist die Grundlage für den alle zwei Jahre erscheinende Studie, deren aktuelle Ausgabe als Fahrradmonitor 2023 auf der Webseite des Verkehrsministeriums abrufbar ist. Deren Ergebnisse könnten auch für Sie von Wichtigkeit sein. Denn der Fahrradmonitor liefert ein recht präzises Bild zur Lage der Radfahrnation Deutschland. Ihm lassen sich Anregungen entnehmen, wie Sie Ihr persönliches Fahrverhalten durch einen Blick aufs Große und Ganze optimieren können. Die Studie ist zudem eine gute Motivation und liefert einen Maßstab, an dem man den eigenen Umgang mit dem Rad messen kann.

Das Bike findet Akzeptanz auf hohem Niveau

Wissenswert ist erst einmal das Nutzungsverhalten. Laut dem Fahrradmonitor 2023 nutzen 39 Prozent der Befragten das Fahrrad oder Pedelec regelmäßig – das heißt: täglich oder mehrmals in der Woche. 29 Prozent gaben an, ihr Fahrrad intensiv zu nutzen, worunter Fahrten von mehr als 30 Kilometern pro Woche zählen. An mehreren Wochentagen saust fast die Hälfte der deutschen Kinder (74 Prozent) auf dem Rad durch die Gegend. Eine ähnliche Größenordnung von Radfahrenden (46 Prozent) gibt an, in Zukunft öfter in die Pedale treten zu wollen. Insgesamt blieb der Anteil der regelmäßigen Nutzer an der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren ziemlich konstant. Sowohl Fahrräder ohne als auch mit Elektrounterstützung werden im Alltag häufiger eingesetzt als in der Freizeit. Erstaunlich: Nur 14 Prozent der Befragten identifizieren sich selbst als Radfahrer! Und wie geht es Ihnen selbst damit? Fühlen Sie sich von dieser Studie repräsentiert?

Warum laut Fahrradmonitor ein Viertel nicht Rad fährt

Und weiter geht es mit interessanten Erkenntnissen. Rechnet man die Ergebnisse des Fahrradmonitors 23 auf die Gesamtbevölkerung hoch, dann plant ein Viertel der Deutschen, sich innerhalb des nächsten Jahres ein Fahrrad oder Pedelec zuzulegen. Dafür sollen durchschnittlich 1.424 Euro lockergemacht werden. 48 Prozent der erklärten Kaufinteressenten haben vor, ein Elektrofahrrad zu erwerben. Dem steht ein anderes Viertel der deutschen Bevölkerung gegenüber, das nur selten oder nie mit dem Fahrrad fährt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Besonders häufig genannt werden: Man ist auf dem Rad Wind und Wetter ausgesetzt, absolviert regelmäßige Transporte lieber mit dem Auto, möchte keine zu weiten Strecken radeln und dabei auch noch anderen Verkehrsteilnehmern ausgeliefert sein. Dies berührt den wichtigen Aspekt der Sicherheit, der in Anbetracht einer zunehmenden Zahl von Radunfällen 65 Prozent der Befragten zu denken gibt. 62 Prozent der Nichtradler hingegen ist eine Tour mit dem Bike schlicht und einfach zu anstrengend.

Senioren Paar mit Fahrradhelm küsst sich

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Der Fahrradmonitor enthüllt: geringes Sicherheitsgefühl

Fahrradfahrer fahren auf Fahrradstraße
83 Prozent nehmen auch Fahrradstraßen positiv an (Bild: frankaterhardt – stock.adobe.com)

Im Fahrradmonitor 23 wurden erstmals Fragen zum Sicherheitsempfinden gestellt. Am sichersten fühlten sich demnach die Angesprochenen (94 Prozent) auf Radwegen, die vom Auto- oder Fußverkehr getrennt sind – etwa Protected Bike Lanes. 83 Prozent nehmen auch Fahrradstraßen positiv an. Es gibt aber viele Orte und Situationen, in denen sich Radfahrende unsicher fühlen. Als besonders heikel empfinden viele Radfahrten auf der Fahrbahn mit nebenher rollenden Autos. Fühlen sich bei Tempo 50 auf Straßen nur 13 Prozent sicher, sind es bei Tempo 30 auch nur 21 Prozent und auf für den Radverkehr freigegeben Busfahrstreifen 29 Prozent. Während übrige 53 Prozent der Befragten angeben, dass ihnen das Fahrradfahren Spaß mache, liegt das allgemeine Sicherheitsgefühl bei gerade mal 60 Prozent. 2021 waren es zumindest noch 63 Prozent. Hohe Geschwindigkeiten des Autoverkehrs und Rücksichtslosigkeit gegenüber Radfahrern sind die Hauptgründe. 47 Prozent der Befragten tragen immer oder meistens einen Fahrradhelm.

Weitere Ergebnisse des Fahrradmonitors 2023

Die Fahrradpolitik der Landesregierungen und Kommunen wurde allgemein als positiv bewertet. 65 Prozent der Befragten Radler fordern aber mehr Investitionen für Radwege, 51 Prozent staatliche Subventionen von Elektrofahrrädern. Ein Hinweis, dass Pedelecs als zu teuer wahrgenommen werde. Keine Mehrheit fand sich für die Umwidmung von Autospuren und Parkplätzen in Radwege – nur 29 Prozent waren dafür, aber 56 Prozent dagegen. Diese Zahlen dürften Verkehrsplaner interessieren, die vielerorts von ganz anderen Stimmverhältnissen ausgehen. Dies sind die wichtigsten Forderungen der Studienteilnehmer an die Politik im Überblick:

  • Trennung des Pkw- vom Fahrradverkehr
  • mehr Radwege
  • mehr Schutz- und Radfahrstreifen
  • mehr Fahrradstraßen
  • sichere Rad-Abstellanlagen

Die aufgezählten Forderungen erhielten zwischen 39 und 56 Prozent Zustimmung. Um die 40 Prozent forderten jeweils von Arbeitgebern und Ausbildungsstätten:

  • finanzielle Zuschüsse für Bikes oder Cargobikes
  • Engagement für bessere Radwege
  • Reparaturmöglichkeiten

Der Fahrradmonitor 2023 hält noch viele weitere und zum Teil überraschende Informationen bereit. Es lohnt sich also, ihn selbst einmal online durchzublättern.

Auch interessant: Die Wertgarantie Bike Studie

Nicht nur die Bundespolitik geht in Untersuchungen dem Thema Radfahren auf den Grund. Auch wir von WERTGARANTIE sind im Interesse unserer Kunden an möglichst präzisen Informationen rund ums Fahrrad und dessen Nutzung interessiert. Deshalb haben wir einen eigenen Fahrradreport initiiert – die Bike Studie 2023. Sie steht Ihnen hier zum kostenlosen Download zur Verfügung. Darin finden Sie spannende Angaben über Ursachen und Risiken für Schäden am Fahrrad, wie sich Biker und Bikerinnen vor Diebstahl schützen oder es mit den Themen Nachhaltigkeit bei Fahrradnutzung, Kauf und Entsorgung halten.