Person stellt Fahrradsattel ein
Sattel einstellen - das ist zu beachten (Bild: Ievgen Skrypko - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Sattel einstellen – So wird es richtig gemacht

Fest im Sattel sitzen ist nicht nur beim Reiten gut, sondern auch auf dem Rad. Der Sitz ist das A und O Ihres Bikes. Klar, alle anderen Komponenten sind ebenfalls wichtig: Ohne Reifen kommen Sie nicht voran, ohne Lenker haben Sie keinen Halt. Nichtsdestotrotz kommt dem Sattel eine besondere Rolle zu. Mit ihm steht und fällt Ihre Fahrt. Er liefert Ihnen Stabilität, Sicherheit und Komfort. Bei so viel Bedeutung sollte man meinen, dass er auch die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Dass die Wichtigkeit des Sattels beim Radkauf und der -pflege dementsprechend gewürdigt wird. Leider ist dem nicht so. Der Sitz wird beim Kauf, der Instandsetzung oder dem Frühjahrscheck gerne einmal vernachlässigt. Die Folge: Sie haben eine schlechte Haltung und ziehen sich auf Dauer Verletzungen zu. Wir klären Sie auf und verraten Ihnen, wie Sie Ihren Sattel richtig einstellen.

Ein guter Sattel sollte sitzen wie ein Schuh

Der Fahrradsattel wird auch als der dritte Kontaktpunkt neben Lenker und Pedale bezeichnet. Er verbindet Sie mit Ihrem Bike. Grund genug also, um den Sattel auch korrekt einzustellen. Ganz ähnlich wie bei einem Schuh sollten Sie darauf achten, dass keine Stelle drückt oder sich unbequem anfühlt. Je nach Strecke, können Sie schließlich auch schon mal mehrere Stunden darauf sitzen. Doch auch bei kurzen Trips kann ein falsch eingestellter Sattel unangenehm auffallen. Wenn Sie regelmäßig radeln, macht sich z.B. ein zu hoch oder zu niedrig eingestellter Sitz irgendwann bemerkbar – durch Schmerzen.

Es kommt somit darauf an, die richtige Einstellung für Ihren Sitz vorzunehmen. Nur wenn der Sattel optimal angepasst ist, kann er seinen (eigentlichen) Zweck erfüllen: Sie beim Fahren zu unterstützen.

Was Sie außerdem über die verschiedenen Satteltypen wissen müssen und warum ein guter Sitz auch etwas mit Sicherheit zu tun hat, können Sie im Artikel "Der Fahrradsattel" nachlesen.

Wie stelle ich einen Fahrradsattel richtig ein?

Ihren Sattel einzustellen ist gar nicht so kompliziert. Im Prinzip bestehen drei Variablen, um den Sitz so zu justieren, dass er optimal passt. Erstens können Sie die Höhe des Sattels verändern, zweitens die Neigung und drittens den Versatz (wie weit der Sattel also vom Lenker entfernt ist). Hier nochmal kurz zusammengefasst:

Ihr Sattel lässt sich einstellen in Bezug auf:

  1. Höhe
  2. Neigung
  3. Versatz

Beginnen wir zunächst mit der Höhe: Diese kann auf zwei Wegen bestimmt werden. Entweder mit der Fersen Methode oder mit der Hügi Methode – klingt etwas komisch, ist aber seit vielen Jahren gängige Praxis. Wir stellen Ihnen beide Methoden vor.

  • Fersen Methode

Die Fersen Methode ist vermutlich die leichtere von beiden (hier müssen Sie nämlich nicht rechnen). Setzen Sie sich aufs Rad und stellen die Füße auf die Pedale. Das rechte Pedal sollte dabei ganz unten sein. Setzen Sie Ihre Ferse aufs rechte Pedal, sodass Ihr Knie leicht angewinkelt ist. Ist dies nicht der Fall, justieren Sie nach.

  • Hügi Methode

Die Methode vom Schweizer Wilfried Hügi geht einen mathematischen Weg. Messen Sie hierfür Ihre Beinlänge, und zwar vom Fuß bis zu Ihrem Schritt. Multiplizieren Sie den Wert anschließend mit 0,885. Das Ergebnis beschreibt die ideale Distanz zwischen Tretlagermitte und Satteloberkante.

Manche Bikes besitzen an der Sattelstütze – das Rohr, auf dem der Sattel sitzt – einen Schnellspanner. In diesem Fall bedarf es zur Höhenverstellung des Sattels keines Werkzeugs. Das ist der leichteste Weg. Andersfalls brauchen Sie einen Inbusschlüssel, um den Sattel zu lockern.

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Welche Neigung sollte ein Fahrradsattel haben?

Fahrradsattel
Sattel Ihres Fahrrads positionieren - so geht es (Bild: itthiphon - stock.adobe.com)

Die Neigung des Sattels spielt eine entscheidende Rolle. Sie wirkt sich darauf aus, ob Sie im richtigen Winkel auf dem Sattel sitzen und dementsprechend gut oder schlecht vorankommen. Die Frage nach der Neigung ist somit alles andere als eine Randfrage, sie entscheidet über die Gewichtsverteilung auf dem Rad. Als Regel gilt: Stellen Sie den Sattel möglichst grade ein, sprich waagerecht.

Das Einstellen geht unkompliziert. Verwenden Sie zur Hilfestellung eine Wasserwaage – ein gutes Augenmaß tut es zur Not aber auch. Lösen Sie die Schrauben, die den Sitz mit der Sattelstütze verbinden. Profitipp: Legen Sie die Wasserwaage zunächst auf den Boden, um zu überprüfen, ob der Untergrund, auf welchem Ihr Bike inkl. Sattel steht, grade ist. Ansonsten bedeutet schiefer Boden auch schiefer Sattel und die ganze Übung macht keinen Sinn. Also, stimmt der Untergrund, legen Sie die Waage auf den Sattel und justieren ggf. nach. Hat der Sitz eine waagerechte Position, ziehen Sie die Schrauben fest.

Zum Nachjustieren: Lockern Sie die Klemmschrauben an der Sattelstütze. Sind die Schrauben gelöst, lässt sich der Sitz entsprechend neigen. Übrigens: Auch der Versatz – also wie weit nach hinten bzw. vorne der Sitz verschoben wird – kann so eingestellt werden.

Wie bekomme ich den Sattel weiter nach hinten?

Neben der Sattelhöhe und -neigung spielt auch die Position, sprich: der Sattelversatz, eine entscheidende Rolle. Das ist der Abstand, der Ihr Sitz vom Lenker hat. Nur wenn die Distanz stimmt, können Sie auch richtig in die Pedale treten. Andernfalls justieren Sie nach, indem Sie den Sitz weiter nach hinten bzw. vorne schieben.

Um die Position zu ändern, bringen Sie zunächst die Pedale in eine horizontale Position. Heißt: Die Pedal sollte parallel zum Boden sein. Setzen Sie sich anschließend aufs Rad und greifen mit den Händen um den Lenker, so als würden Sie losfahren wollen.

Ihr Knie sollte sich idealerweise vertikal über der Pedale befinden. Ihr Schienbein verläuft hierbei nicht ganz grade nach unten, sondern leicht nach hinten. Wichtig ist, dass Ihr Knie in senkrechter Position über der Pedale ist. Sie können ein Lot als Hilfestellung nutzen: Setzen Sie es am Knie an und achten darauf, dass es grade nach unten verläuft, direkt am Pedal entlang. Falls dem nicht so ist, schieben Sie den Sattel nach hinten bzw. vorne, bis die Position stimmt.

Das Justieren selbst geht ganz einfach: Lösen Sie die Klemmschrauben an der Sattelstütze. Sind die Schrauben gelockert, können Sie den Sitz nach hinten verschieben bzw. nach vorne. Auch die Neigung kann bei gelockerten Klemmschrauben eingestellt werden.

Welche Folgen kann ein falsch eingestellter Sattel haben?

Die Folgen eines falsch justierten Sattels sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auf die Dauer können Sie körperliche Schäden davontragen.

Bei einem zu tief eingestellten Sattel wird Ihr Knie beispielsweise zu stark angewinkelt. Das kann zu Schmerzen führen. Auch Ihre Beine werden schneller müde, da Sie mehr treten müssen. Ist Ihr Sattel zu hoch eingestellt, wird Ihre Beinmuskulatur so gut wie nicht beansprucht. Dies kann zur Folge haben, dass der Druck auf Ihr Gesäß erhöht wird und Ihre Oberschenkel Krämpfe oder Zerrungen bekommen. Ihr Becken kann dabei ebenfalls in Schieflage geraten – darunter leidet Ihre Bandscheibe.

Auch die falsche Sattelneigung kann zu negativen Begleiterscheinungen führen. Zeigt die Spitze des Sitzes zu weit nach unten, wird Ihre Rumpf- und Armmuskulatur zu stark belastet. Andersherum, kippt der Sattel zu weit nach hinten, können Schmerzen im Rücken, den Hüften und den Füßen entstehen. Ein korrekt eingestellter Sattel hat somit nicht nur etwas mit Bequemlichkeit zu tun, sondern vor allem mit Ihrer körperlichen Gesundheit.

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