Ein Fahrradsattel wird bearbeitet
Fahrradsattel wechseln - wie Ihnen das Umsatteln gelingt (Bild: Elizaveta Tomashevska - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Fahrradsattel wechseln – das müssen Sie wissen

Ein Fahrrad ist ein unkompliziertes Fortbewegungsmittel. Einfach auf den Sattel schwingen und los geht’s. Keine teuren Anschaffungskosten wie beim Auto, kein Tanken, keine Parkplatzsuche, TÜV oder komplizierte Reparaturen - ein Fahrrad braucht keine aufwändige Pflege, oder? Und ob! Auch Bikes bedürfen der Wartung und Instandsetzung. Nur weil es sich um ein Rad handelt, sollte nicht unterschätzt werden, dass es auch hierbei auf Sorgfalt und Genauigkeit ankommt. Selbst bei einer vermeintlich einfachen Übung wie dem Wechseln eines Fahrradsattels. Einerseits sicherlich nicht die schwerste Übung, wenn es um Fahrradreparaturen geht. Andererseits gilt es beim Austauschen des Sattels ein paar entscheidende Dinge zu beachten. Falls Sie sich fragen: Wie schwer kann das schon sein? Nicht wirklich, wenn man weiß wie. Wir verraten, wie der Wechsel gelingt und worauf es dabei grundsätzlich ankommt.

Einmal umsatteln bitte

Es kommt nicht oft vor, doch von Zeit zu Zeit gilt es Ihren Fahrradsattel zu tauschen. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Ihr Sattel kann z.B. die falsche Form haben und nicht Ihren Ansprüchen bzw. Einsatzzwecken genügen. Idealerweise verwenden Sie einen Sattel, der zu Ihrem Fahrradtyp passt und sich ergonomisch anpasst. Auch längere Nutzung kann dazu führen, dass Ihr Sattel in Mitleidenschaft gezogen wird und ausgewechselt werden muss. Nicht zuletzt tut die Witterung ihr Übriges. Sollte Ihr Bike über einen längeren Zeitraum draußen stehen (lieber nicht machen), nimmt er unweigerlich Schaden und bekommt Risse und das Material wird brüchig. In all diesen Fällen empfiehlt sich ein neuer Sattel. Wenn Sie sich unsicher sind, wie genau Sie Ihren Sattel wechseln müssen und was es hierbei zu beachten gilt – hier sind ein paar Tipps.

Wie stelle ich den Fahrradsattel richtig ein?

Sie können Ihren Sattel entweder im Fahrradgeschäft montieren lassen oder es selbst tun. Letzteres ist schnell gemacht. Zum Montieren Ihres Sattels benötigen Sie lediglich ein paar Werkzeuge:

  • Innensechskantschlüssel 4, 5 oder 6
  • 2x Gabelschlüssel 13 oder 14
  • Wasserwaage
  • Fett bzw. Carbonmontagepaste

Sorgen Sie zunächst dafür, dass Ihr Sattel richtig ausgerichtet ist. Heißt: Ihr Sattel sollte parallel zur Stange verlaufen. Dies erreichen Sie, indem Sie den Sattel um die eigene Achse drehen, bis er (sprichwörtlich) auf Linie mit der Stange ist. Stellen Sie als nächstes die Höhe ein. Im Prinzip ist das Justieren der richtigen Höhe relativ einfach. Ganz nach Trail and Error Methode tasten Sie sich langsam an die korrekte Sattelhöhe heran. So wird es gemacht:

1. Setzen Sie sich zunächst auf Ihr Fahrrad.

2. Bringen Sie ein Pedal auf den untersten Punkt und stellen den Fuß darauf.

3. Strecken Sie nun Ihr Bein (fast) durch.

4. Wenn Sie dabei feststellen, dass Sie einen Abstand zwischen Sattel und Gesäß haben, stellen Sie den Sattel höher. Sollten Sie mit Ihrer Ferse die Pedale nicht erreichen können, stellen den Sattel niedriger ein.

5. Sie haben die perfekte Sattelhöhe eingestellt, wenn Ihr Bein fast durchgestreckt ist, Sie die Pedale erreichen und dabei auf dem Sattel sitzen.

Justieren Sie nun die Neigung des Sattels - wie sehr er also nach vorne bzw. hinten kippt. Dies können Sie durch die Schrauben an der Klemmung zwischen Sattelstreben (parallele Metallstangen unterm Sattel) und Sattelstütze (Stange, auf der der Sattel sitzt) vornehmen. Stellen Sie als Letztes den Versatz des Sattels ein. Damit justieren Sie, wie weit nach vorne oder hinten der Sattel rutscht. Auf diese Weise wird der Abstand zwischen Fahrerin und Lenker bestimmt. Stellen Sie die Pedale in eine waagerechte Position und setzen ein Bein auf eine Pedale ab. Wenn Ihr Unterschenkel senkrecht nach unten verläuft, ist der Sattel korrekt eingestellt. Falls nicht, justieren Sie nach.

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Was sollte ich vor dem Fahrradsattel wechseln beachten?

Nahaufnahme eines Fahrradsattels
Damit beim Fahrradsattel wechseln alles richtig läuft (Bild: VTT Studio - stock.adobe.com)

Die wichtigste Frage, die Sie vor dem Wechseln des Sattels beantworten müssen, lautet: Welcher Sattel ist der richtige für Sie? Zunächst lässt sich sagen, dass der Fahrradtyp den Sattel bestimmt. Heißt: Nicht jeder Fahrradsattel passt auch auf jedes Bike - auch wenn es theoretisch passt, ist es trotzdem nicht automatisch eine gute Idee. Einen Rennradsattel auf ein Alltagsrad zu montieren macht z.B. nur bedingt Sinn. Auch wenn viele von Ihnen sicherlich erst einmal den Sattel kaufen und sich dann ans Einstellen der Sattelhöhe, Neigung etc. machen, empfiehlt es sich dies andersherum zu tun. Das bedeutet: Ermitteln Sie als erstes (idealerweise im Geschäft) Ihre Sitzhöhe. Anhand dieser sowie an der Höhe des Lenkers ergibt sich eine bestimmte Sitzposition. Diese lässt wiederum gewisse Satteltypen zu (und andere nicht).

Beispiel: Besitzen Sie ein Rennrad und fahren überwiegend in vorgebeugter Position, so empfiehlt sich ein schmaler Sattel. Haben Sie hingegen eine entspannte und aufrechte Sitzposition, wie auf einem Mountainbike, dann passt in diesem Fall eher ein mittelbreiter Sattel. Citybikes erfordern wiederum eine möglichst aufrechte Sitzposition und daher einen vergleichsweise breiten Sattel. Obwohl oft angenommen, spielt der Härtegrad des Sattels eine weniger wichtige Rolle als die Breite des Sattels. Härte bzw. Weiche haben viel mit persönlichem Empfinden zu tun. Sie spielen natürlich auch eine Rolle, aber eine weniger wichtige als die Breite. Zusammengefasst: Die Art Ihres Bikes bzw. der Fahrradtyp und Ihre Sitzposition bestimmen maßgeblich, was für ein Sattel für Sie infrage kommt.

Wann Fahrradsattel wechseln?

Wie bereits beschrieben, gibt es keinen festen Zeitpunkt, wann das Wechseln des Sattels angebracht ist – zumindest keinen einheitlichen. Ein Faktor, der sich auf die Beschaffenheit des Sattels auswirkt, ist Ihr Körper. Im Laufe der Zeit verändert sich Ihr Körper, z.B. durch Gewichtszu- oder abnahme, durch Muskelauf- oder abbau. Diese Veränderungen an Ihrem Körper wirken sich im Laufe der Zeit natürlich auch auf Ihren Fahrradsattel aus. Bleiben Sie also wachsam und überprüfen Sie Ihren Sattel von Zeit zu Zeit. Sollten Sie bemerken, dass der Sattel an Qualität einbüßt, ist es Zeit ihn zu wechseln.

Wie lange hält ein Fahrradsattel?

Eine generelle Aussage, wie lange ein Fahrradsattel hält, lässt sich schwer treffen. Was sich jedoch, festhalten lässt ist, dass die Lebensdauer von Satteln grundsätzlich gestiegen ist. Die Performance hat sich in den vergangenen Jahren glücklicherweise verbessert. Bedeutet: Sie haben länger etwas von Ihrem Sattel. Grund dafür ist, dass die Teile in den letzten Jahren viele technische Entwicklungen durchlaufen haben, die dazu geführt haben, dass Sattel heutzutage nicht nur leichter sind und ein besseres Design besitzen. Auch die Qualität der Materialien hat sich merklich verbessert. Das führt natürlich zu einer längeren Haltbarkeit.

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