Fahrradspiegel ist am Lenkrad des Fahrrads befestigt
Fahrradspiegel ist am Lenkrad des Fahrrads befestigt (Bild: Sergey - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Warum Ihnen ein Fahrradspiegel mehr Sicherheit bringt

Vorne spielt die Musik! Das mag auch beim Radfahren zutreffen. Doch wenn ein schnell von hinten herannahende Fahrzeug übersehen wird, kann dies zu brenzligen Situationen führen. Erfahren Sie, wann ein Fahrradspiegel Sinn macht und warum dieses nicht sehr teure Sicherheitsutensil eigentlich an jedem Lenker gut aufgehoben wäre. Wir nennen Ihnen die Vorzüge von Fahrradspiegeln, geben Kauftipps und haben drei Empfehlungen von Fahrradspiegeln der Marken Zefal, Busch & Müller sowie ergotec parat. Außerdem informieren wir Sie über alternative Systeme, die vieles für sich haben.

Der Fahrradspiegel – ein Nischenprodukt?

„Einen Fahrradspiegel? So etwas brauche ich doch nicht!“ Solche Aussagen kennen Sie vielleicht aus Ihrem Bekanntenkreis oder denken selbst so. Klar, an einem schnittigen Rennrad wäre ein Fahrradspiegel verlorene Liebesmüh, zumal es um jedes eingesparte Gramm geht. Wer wiederum auf dem Mountainbike durchs Gebirge kreuzt, wird sich wenig mit dem beschäftigen, was hinter dem Rad passiert. Wenn Sie im Stadtverkehr unterwegs sind, genügt in den meisten Fällen ein geübter Schulterblick, um nicht unverhofft unter die Räder zu kommen. Und doch gibt es eine Reihe gute Gründe, zumindest an manchen Rädern einen Fahrradspiegel nachzurüsten.

Für wen sich ein Fahrradspiegel lohnt

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, sein Rad mit einem Fahrradspiegel auszustatten. Die Ausnahme: versicherungspflichtige E-Bikes – also S-Pedelecs mit über 25 km/h Geschwindigkeit, die als Kleinkrafträder gewertet werden. Doch auch wenn Sie ein normales E-Bike fahren, sind Sie mit einem Fahrradspiegel gut beraten. Denn mit zunehmender Größe und steigendem Gewicht kann ein Fahrrad beim Umdrehen des Oberkörpers gefährlich aus der Balance geraten. E-Bikes sind mit Spiegel also sicherer im Verkehr unterwegs. Das gilt aber auch für Lastenfahrräder und Räder, die für die Urlaubsfahrt üppig mit Reisetaschen bestückt sind. Auch sie könnten ins Schlingern und Schwanken kommen, wenn Sie in bestimmten Momenten mit Körpereinsatz einen Blick nach hinten werfen.

Ein Fahrradspiegel macht fast immer Sinn

Im Seniorenalter ist man möglicherweise nicht mehr so flexibel für wiederholte Schulterblicke. Auch hier bewähren sich Fahrradspiegel für die komfortable Rundumsicht. Kinder hingegen sind oft im Fahrradanhänger dabei. Da ist es doch gut, Sie möglichst ständig im Spiegelblick zu haben. Fahren Ihre Kinder bereits selbstständig Rad, verfügen sie mit einem Fahrradspiegel über mehr Kontrollmöglichkeiten, wenn sie im Straßenverkehr agieren müssen. Der Spiegel ist in jedem Fall ein Zugewinn an Fahrsicherheit, weil Sie mit seiner Hilfe den toten Winkel und den Bereich hinter Ihnen kontrollieren können, ohne Ihre Hauptaufmerksamkeit vom Geschehen vor Ihnen abwenden zu müssen.

Welche Fahrradspiegel-Typen gib es?

Fahrradspiegel
Diese Fahrradspiegel gibt es - Einschraubspiegel (Bild: TITUSGRAPHY.EU - stock.adobe.com)

Einschraubspiegel. Der Name verrät es: Diese Fahrradspiegel werden mit einer Schraube am Ende des Lenkers befestigt. Auf welcher Seite, das entscheiden Sie. Natürlich lassen sich auch zwei Fahrradspiegel im Links-rechts-Doppel nachrüsten.

Aufsteckspiegel. Dieser Spiegeltyp lässt sich genauso leicht auf den Lenker aufstecken wie wieder abnehmen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Sie nur für gelegentliche Fahrten einen Fahrradspiegel benötigen.

Schwanenhalsspiegel. Mit ihrem flexiblen Arm können Sie Schwanenhalsspiegel so hinbiegen, wie es Ihnen am besten passt. Sie werden ebenfalls ganz einfach aufgesteckt, mit einem Schraubendreher oder ganz ohne Werkzeug montiert.

Was beim Fahrradspiegel-Kauf wichtig ist

Die meisten Fahrradspiegel kosten zwischen rund 10 bis 50 Euro. Beim Kauf sollten Sie auf eine stabile Konstruktion achten. Auch bei Fahrten über holprigen Untergrund darf sich der Spiegel nicht lockern oder gar abbrechen. Wenn Sie einen Einschraubspiegel bevorzugen, muss er mit der Lenkerkrümmung kompatibel sein. Während sich Schwanenhalsspiegel während der Fahrt durch Biegen leicht nachjustieren lassen, sollten andere Spiegeltypen zu diesem Zweck über entsprechende Gelenke verfügen. Glasspiegel sind bei einem Sturz oft kaum zu retten – Spiegelflächen aus Kunststoff halten mehr aus. Konvexe Spiegel erfassen mehr von Ihrem Umfeld, haben aber den Nachteil, dass Entfernungen zu anderen Fahrzeugen nicht immer korrekt erkannt werden.

Kauftipp: 3 beliebte Fahrradspiegel

Fahrradspiegel Zefal Cyclop 3576002Bruchsicher. Lässt sich unter den Lenker einklappen. Für beide Lenkerenden geeignet. Mit Dreifach-Orientierung, ab 11,90 Euro.

Fahrradspiegel Busch & Müller 2321026902 – Universelle Passform, Auch für Lenker mit kleinem Durchmesser. Mit Gelenk für Abklappmechanismus, ab 26,50 Euro.

Fahrradspiegel ergotec Unisex M77 Lv Extrem verstellbar. Rastet beim Ausklappen automatisch wieder in die frühere Position ein. Lässt sich nach innen wegklappen, ab 44,71 Euro.

Ganz schön tricky: Alternative Fahrradspiegel

Statt des klassischen Fahrradspiegels, der am Lenker aufragt, können Sie auch andere optische Hilfsmittel einsetzen. So gibt es Handgelenksbänder, auf denen Sie wie bei einem Marschkompass einen kleinen Spiegel hochklappen können. Wenn Sie Kleidung mit dicken Ärmeln oder Handschuhe tragen, bietet sich eher eine Sonnenbrille mit integriertem Spiegel an. Besonders Sportler mögen dieses unauffällige Accessoire. Es gibt aber auch Fahrradspiegel, die sich am Helm befestigen lassen. Sie sind preisgünstig, können aber auch schon mal aus Versehen abbrechen. Deutlich mehr kosten digitale Rückspiegel. Hier filmt eine Kamera das rückwärtige Umfeld und überträgt die Bilder auf das am Lenker befestigte Smartphone.