Mann beobachtet PIN Eingabe am Bankautomaten
Achtung am Geldautomat – So schützen Sie Ihr Geld (Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Ratgeber Notebook & Computer Geldautomat und Sicherheit – So schützen Sie Ihr Geld

Egal wie groß oder klein die Stadt, sogar in abgelegenen Orten: Geldautomaten gibt es (fast) überall. Nicht immer sichtbar, sind sie doch regelmäßig übers Stadtbild verteilt. In großen Metropolen sprichwörtlich an jeder Ecke. Der erste Geldautomat wurde bereits 1939 eingeweiht. In den 70ern ging er massenweise in Produktion, so wie wir ihn heute kennen – mit Bankkarte gegen Bargeld. Das Verfahren ist immer noch ähnlich, obwohl inzwischen auch kontaktlos Geld abgehoben werden kann, mit dem Smartphone zum Beispiel. Geldautomaten gelten in der Regel als sicher. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder (teils erfolgreiche) Versuche, den Kunden am Automaten ihr Geld abzuluchsen. In den Nachrichten wird regelmäßig über Diebstähle berichtet, von Betrugsmethoden erzählt und die teils ausgeklügelte Technik hinter dem Raub gezeigt. Wie real also ist die Gefahr am Automaten? Und wie können Sie sich schützen?

Einmal Geld abheben und Ihr Konto ist leergeräumt

In der Berichterstattung wird regelmäßig über Diebstähle an Geldautomaten berichtet. Oft geschieht dies, ohne dass Sie es bemerken bzw. erst dann, wenn es bereits zu spät ist. So ein Szenario ist natürlich ein Alptraum. Bankautomaten gelten grundsätzlich als äußerst sicher. Trotzdem scheint es Dieben zu gelingen, das System zu überlisten. Wie ist das möglich und was können Sie unternehmen, um auch in Zukunft sicher Geld abzuheben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Sind Geldautomaten sicher?

Die Frage nach der Sicherheit von Bankautomaten lässt sich leicht beantworten: Prinzipiell sind sie sicher. Sie können zum nächsten Automaten gehen und brauchen keine Angst haben, um Ihr Geld gebracht zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie nicht vorsichtig sein sollten. Denn obwohl Bankautomaten grundsätzlich sicher sind, besteht trotzdem eine Restgefahr. So gibt es immer wieder Versuche die Automaten zu überlisten. „Betrüger können einen Geldautomaten auf vielfältige Weise manipulieren, um an das Geld von unvorsichtigen Bankkunden zu kommen.“ warnt die Polizei auf ihrer Website. Insofern gilt es beim Abheben vorsichtig zu sein.

Wie kann man Geldautomaten manipulieren?

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Diebe versuchen an Ihr Geld zu kommen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die beiden bekanntesten Betrugsmaschen vor: Das Skimming sowie das Cash Trapping.

Skimming
Beim Skimming (zu Deutsch: abschöpfen) wird eine Vorrichtung auf den Geldautomaten installiert, die den eigentlichen Automaten imitiert. Kunden sollen so getäuscht werden, indem sie die Vorrichtung für den echten Automaten halten. Durch einführen der Karte liest die Vorrichtung Ihre Daten aus und bekommt Zugriff auf Ihr Konto. Die Imitate sind oftmals so ausgefeilt, dass sie der eigentlichen Benutzeroberfläche der Automaten zum Verwechseln ähnlich sind. Auf diese Weise nutzen Kunden und Kundinnen nichtsahnend den Bankautomaten und füttern dabei die davor geschaltete Vorrichtung mit Daten.

Cash Trapping
Cash Trapping heißt zu Deutsch in etwa Geld fangen bzw. Geld einsperren. Das trifft es ziemlich genau. Bei dieser Methode wird der Geldautomat nämlich so manipuliert, dass Ihr Geld nicht ausgezahlt wird. Durch einen falschen Schacht, der vor dem eigentlichen angebracht wird, bleibt Ihr Bargeld dort sprichwörtlich kleben. Der falsche Ausgabeschacht ist nämlich mit einer speziellen Klebefolie ausgestattet. Im Ergebnis wird Ihnen eine Störungsmeldung angezeigt und der Geldschacht bleibt zu. Nachdem Sie Ihre Karte entnommen und unverrichteter Dinge wieder abgezogen sind, kann der Dieb die falsche Klappe samt Ihres daran festgeklebten Bargelds entnehmen.

Was tun bei Skimming?

Mann tippt Bankdaten in Laptop ein
Auch das Beobachten der Aktivitäten auf Ihrem Bankkonto schützt Sie vor Betrügern (Bild: Ngampol - stock.adobe.com)

Sollten Sie feststellen, dass Sie Opfer von Skimming geworden sind, verständigen Sie sofort die Polizei. Auf diese Weise lassen sich mögliche Spuren sichern. Darüber hinaus empfiehlt es sich Ihre Karte sperren zu lassen. Hierfür gibt es einen bundesweiten Sperrnotruf mit der Nummer 116 116. Je eher Sie den Betrug bemerken und die Polizei kontaktieren, desto besser. Überprüfen Sie regelmäßig Kontobewegungen, also Ein- und Ausgang von Ihrem Geld. Idealerweise sollte es natürlich gar nicht erst zu Skimming kommen. Das haben Sie nicht immer in der eigenen Hand. Sie können trotzdem viel tun, um sich im Vorfeld zu schützen. Damit Sie Skimming bestmöglich verhindern, empfehlen sich folgende Hinweise:

  • Gehen Sie vorsichtig mit Ihren Bankdaten um. Das heißt: Sollten Sie den PIN für Ihre Karte notiert haben, dann bewahren Sie diesen nicht zusammen mit der Karte auf. Sorgen Sie dafür, dass sich PIN und Karte immer getrennt voneinander befinden.
  • Wenn Sie zwei oder mehr Bankkarten besitzen, nutzen Sie zum Öffnen der Banktür eine andere Karte als zum Geld abheben. Auch wenn es auf den ersten Blick umständlich erscheinen mag, versuchen Sie zu variieren und verschiedene Karten zu verwenden.
  • Sollten Sie an der Tür Ihrer Bank ein Eingabegerät sehen, das ein Zahlenpad besitzt, geben Sie dort auf keinen Fall Ihre PIN ein, kontaktieren Sie stattdessen sofort das Bank Personal. Zum Türöffnen genügt Ihre Bankkarte, ein PIN ist nicht erforderlich.
  • Achten Sie darauf, dass andere Personen die Eingabe Ihres PINs nicht beobachten können. Es sollte einen Sicherheitsabstand zwischen Ihnen und anderen Personen, z.B. zu den Menschen hinter Ihnen in der Schlange geben.
  • Decken Sie beim Eingeben Ihres PINs das Zahlenpad ab. Verwenden Sie dazu Ihre Hand, Ihr Portemonnaie oder einen anderen Gegenstand. Auf diese Weise verhindern Sie, dass Dritte die Eingabe ausspähen, abfilmen oder abfotografieren können.
  • Stellen Sie fest, dass der Geldautomat ungewöhnlich aussieht, etwa durch angebrachte Leisten, Verblendungen oder weil Teile abstehen oder locker sind, dann nutzen Sie diesen Automaten nicht. Auch bei Kleberesten um den Kartenschlitz herum heißt es: Finger weg!

Wie erkenne ich einen manipulierten Geldautomaten?

Wie Sie einen dubiosen Geldautomaten erkennen bzw. nach welchen Manipulationen Sie suchen müssen, haben wir im vorherigen Abschnitt erklärt. Sollten Sie trotzdem manipuliert worden sein, erkennen Sie dies vor allem an unbekannten Kontobewegungen. Wenn Sie im Online Banking oder auf Ihren Kontoauszügen Geldtransfers feststellen, die Sie nicht getätigt haben, so kann dies ein Anzeichen eines manipulierten Automaten sein. Es empfiehlt sich regelmäßig Ihr Konto im Auge zu haben und zu überprüfen, ob Sie alle Ein- und Ausgänge zuordnen können.

Was tun wenn kein Geld aus dem Bankautomaten kommt?

Sollte kein Geld aus dem Automaten kommen, kann dies an einer Manipulation liegen, an sogenanntem Cash Trapping (mehr dazu im Abschnitt Wie kann man Geldautomaten manipulieren?). Dabei wird Ihr Geld (technisch) ausgezahlt, Sie bekommen es aber nicht zu Gesicht. Haben Sie den Verdacht, Opfer von Cash Trapping geworden zu sein, bewahren Sie Ruhe. In diesem Fall empfiehlt es sich folgende Schritte zu unternehmen:

  1. Bleiben Sie auf jeden Fall beim Automaten stehen. Gehen Sie nicht einfach weg bzw. zu einer anderen Maschine. Seien sie wachsam und lassen Sie sich nicht vom Automaten weglocken von (vermeintlich) hilfsbereiten Fremden. Es könnte sich dabei um Komplizinnen des Betrugs handeln.
  2. Bitten Sie eine andere Person in der Bank um Hilfe, indem diese einen Bankmitarbeiter ruft. Achten Sie darauf, dass das Bankpersonal zu Ihnen kommt und nicht Sie zum Bankpersonal. Sollten Sie draußen stehen, rufen Sie per Smartphone in der Bank an.
  3. Wenn Sie sich am Wochenende bzw. außerhalb der Öffnungszeiten in der Bank befinden, kontaktieren Sie die Polizei. Bleiben Sie auch hier beim Automaten stehen, entfernen Sie sich nicht davon und warten, bis die Polizei eingetroffen ist.