Frau hält Smartphone in der Hand und schaut auf das Display
Push-Werbung auf dem iPhone? (Bild: uflypro - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Gibt es bald Werbung per Push Nachrichten aufs iPhone?

Wer kennt das nicht: Sie schlagen eine Tageszeitung auf und sofort fällt ein Stapel mit Einlegern, bestehend aus Werbeprospekten und Reklame, heraus. Auf Websites und in sozialen Medien geschieht dasselbe. Neben den eigentlichen Inhalten, die Sie sich ansehen wollen, bekommen Sie eine Fülle unterschiedlicher (oftmals sogar zielgerichteter) Werbung präsentiert. Werbetreibende suchen nach immer neuen Wegen, Sie mit lukrativen Angeboten zu locken. Kürzlich ist ein weiterer Weg hinzugekommen. Ab sofort hat es Apple nämlich erlaubt, Ihnen Anzeigen per Push Nachrichten aufs iPhone zu schicken. Ähnlich wie bei einem Text von WhatsApp oder einer SMS werden Sie am oberen Bildschirmrand informiert, wenn ein neues Angebot zu einem bestimmten Produkt existiert. Was hat es damit auf sich? Wie funktionieren diese Push Nachrichten und wie können Sie sich davor schützen? Wir verraten es Ihnen.

Das steckt hinter den neuen Regeln für Push Nachrichten

Push Nachrichten mit Werbeanzeigen sind ab sofort auf dem iPhone erlaubt. Was bedeutet das genau? Einfach ausgedrückt, ist es Unternehmen in Zukunft gestattet, Sie über neue Angebote – via Push Nachrichten - zu informieren. Bei den Firmen handelt es sich nicht um irgendwelche Unternehmen, sondern um Anbieter aus dem App Store. Bislang war es den Entwicklern von Applikationen untersagt, Werbeanzeigen und Marketing-Maßnahmen in Form von Push Nachrichten aufs iPhone zu schicken. Diese Regel wurde vor kurzem jedoch durch Apple revidiert. Von nun an dürfen Ihnen App-Programmierer Push Nachrichten direkt auf Ihr iOS Gerät senden, insofern Sie die App installiert haben.

Lassen sich die Push Nachrichten auch verhindern?

Die gute Nachricht lautet: Sie sind in Zukunft nicht gezwungen, Push Nachrichten von Apps zu erhalten. Wenn Sie dies nicht möchten, können Sie dies in den Einstellungen der jeweiligen Apps vornehmen. Die neue Regelung ist somit nicht verpflichtend für alle iPhone User – Sie sind der Bestimmung also nicht hilflos ausgeliefert. Stattdessen können Sie selbst bestimmen, ob Sie über neue Angebote via Push Nachrichten informiert werden möchten oder nicht. Wollen Sie Push Nachrichten in Zukunft vermeiden bzw. diese zulassen, öffnen Sie die jeweilige App auf Ihrem iPhone, gehen in die Einstellungen der Applikation und passen diese entsprechend an.

Apple selbst hat vorher bereits Push Nachrichten versandt

Bis vor wenigen Wochen war es App-Entwicklern verboten, Push Nachrichten an Sie zu verschicken – Apple selbst hat sich von dieser Regel jedoch ab und zu ausgenommen. Das kalifornische Software-Unternehmen achtet eigentlich darauf, Ihnen möglichst wenige Werbeanzeigen einzublenden. Wenn es um Eigenwerbung geht, macht Apple jedoch unter Umständen eine Ausnahme. So hat das Unternehmen neue Sendungen des Filmstreaming-Dienstes Apple TV+ oder spezielle Aktionen des Musikstreaming Dienstes Apple Music per Push Nachrichten beworben. Diese Ausnahmen in den bislang strengen Regelungen rund um die Push Nachrichten hat Apple nun auch für andere Apps gelockert.

Push Nachrichten mit Werbung bei Android und iOS

Zwischen den Anhängern der Betriebssysteme Android und iOS gibt es traditionell wenig Fluktuation. Soll heißen: Wer einmal ein iPhone bzw. ein Smartphone mit Googles Betriebssystem verwendet, der bleibt in der Regel auch dabei. Beide Systeme bieten hinsichtlich der Nutzung zahlreiche Vor-, aber auch einige Nachteile. Zu den Vorteilen von iOS hat bislang unter anderem gezählt, dass es seine User vor lästigen Push Nachrichten bewahrt hat. Android User sind hingegen das Empfangen der oft als nervig empfundenen Werbe-Benachrichtigungen gewohnt. Dieser Umstand ändert sich in Zukunft, denn Apple erlaubt von nun an das Einblenden von Push Nachrichten mit Werbebotschaften.

Diese App Store-Regeln wurden außerdem geändert

Person mit Bankkarte in der Hand tippt auf Smartphone
Werbung per Push-Nachricht (Bild: naka - stock.adobe.com)

Die Lockerungen hinsichtlich der Push Nachrichten dürften auf den ersten Blick nicht jedem iPhone User gefallen. Es gibt jedoch eine Reihe weiterer Änderungen im App Store, die durchaus zu begrüßen sind. Einige beziehen sich auf Ihre Datensicherheit, andere konzentrieren sich auf technische Überarbeitungen, die sich aus den fortlaufenden Systemaktualisierungen ergeben. Damit Sie einen Überblick über alle Änderungen haben, die sich aktuell in Apples App Store vollziehen, geben wir Ihnen im Folgenden eine Übersicht. Auf diese Weise wissen Sie Bescheid, was sich zurzeit im App Store tut und warum.

Mehr Apps nutzen den Dark Mode

Seit iOS 13 hat Apple einen Dark Mode in sein Betriebssystem integriert. Dieser erlaubt es Ihnen, alle Bildschirminhalte, die zuvor weiß bzw. in hellen Farben dargestellt wurden, in schwarzen Farbtönen anzuzeigen. Nicht jede App besitzt einen eigenen Dark Mode und ist auf den Dunkelmodus von iOS angewiesen. Damit sich Apps nach dem iOS Dark Mode richten können und sich mitfärben, sobald dieser aktiviert ist, bedarf es des Software-Entwicklungskits (SDK) für iOS 13. Nur wenn App-Entwickler dieses Kit installieren, dürfen sie auch in Zukunft Anwendungen im App Store anbieten. Das heißt für Sie: Die Zahl der Apps mit Dark Mode wird weiter zunehmen.

Dating Apps werden strenger kontrolliert

Von nun an werden Applikationen wie Dating-Apps in eine besondere Kategorie eingeordnet, die strengeren Auflagen unterliegt als andere Apps. Auch Anwendungen, die Ihnen angeblich die Zukunft voraussagen, zählen künftig in die Kategorie und werden demzufolge strenger kontrolliert. Nach den strikteren Auflagen dürfen Applikationen dieser Kategorie nur im App Store veröffentlicht werden, wenn sie qualitativ hochwertige und einzigartige Erlebnisse liefern. Unterm Strich will Apple dafür sorgen, dass das Angebot im App Store seriös bleibt und sich keine Anwendungen breitmachen, die mangelhafte Qualität besitzen bzw. nicht vertrauenswürdig sind.

Die Funktion „Mit Apple anmelden“ kommt

Das gängige Verfahren, um sich in Apps aus dem App Store anzumelden ist die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. Mit dieser Methode müssen Sie sich quasi doppelt anmelden, z.B. einmal per Laptop und einmal per Smartphone. Auf diese Weise soll Datendiebstahl zuvorgekommen werden. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch viele Hacker, die sich Zutritt zu fremden Accounts verschaffen. Zudem nutzen nicht alle User die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Apple bietet hierfür in Zukunft das Feature „Mit Apple anmelden“ an. Mit dieser Funktion können sich Apple Nutzer in Zukunft sicher, zuverlässig und unkompliziert anmelden – und sogar bezahlen.