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Fahrradreifen wechseln - wie geht das?

25.02.2019

Ein Fahrradreifen-Wechsel kann mit etwas Übung leicht selbst durchgeführt werden. (Foto: stock.adobe.com)

 

Ist ein Reifen beim Fahrrad abgefahren oder beschädigt, muss der Fahrradreifen gewechselt werden. Das ist wichtig für die eigene Sicherheit und beugt Pannen vor. Wer möchte, kann selber den Fahrradreifen wechseln. Wir erklären, worauf es dabei ankommt und beschreiben Schritt für Schritt, wie der Reifenwechsel funktioniert.

 

Wann muss ich den Fahrradreifen wechseln?

Anders als bei einem Auto gibt es für Fahrräder keine vorgeschriebene Profiltiefe. Mit einer Ausnahme: Bei S-Pedlecs sieht der Gesetzgeber eine Mindest-Profiltiefe von einem Millimeter vor. Für herkömmliche Fahrräder gibt es jedoch keinen Zwang, den Fahrradmantel zu wechseln.

Dennoch ist es auch bei einem Fahrrad in bestimmten Fällen durchaus angebracht, den Fahrradmantel zu wechseln. Radfahrer sollten den Fahrradreifen spätestens wechseln, wenn

 

  • das Profil stark abgefahren ist
  • der Reifen sichtbar spröde und rissig ist

 

Schäden am Fahrradreifen entstehen vor allem dann, wenn der Reifen längere Zeit mit deutlich zu wenig Druck gefahren worden ist. Auch lange Standzeiten können einem Fahrradmantel zu schaffen machen. Im Laufe der Zeit verliert der Fahrradreifen Luft, bis er schließlich im schlimmsten Fall ganz platt ist. Für den Fahrradmantel ist das eine besondere Belastung, da das innenliegende Gewebe geknickt wird.

 

Neben Schäden und Abnutzung können natürlich besondere Fahreigenschaften eines Reifens ein guter Grund sein, Fahrradreifen zu wechseln. Wer zum Beispiel im Winter mit dem Rad fahren möchte, sollte einen Reifen mit einem groben Profil fahren, oder sogar zu Spikereifen greifen.

 

Den passenden Fahrradreifen wählen

Bei der Frage nach einem passenden Ersatzreifen, spielt die Reifengröße eine entscheidende Rolle. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt einen Fahrradreifen in der gleichen Größe, die der alte Reifen hatte. Die exakte Größe ist bei Fahrradreifen auf der Seitenwand angegeben. Dort finden sich Angaben zum Durchmesser, zur Breite und oft auch zur Höhe des Reifens. Mit diesen Informationen ist schnell ein passender Ersatz gefunden.

 

Wer bei der Reifenbreite oder -höhe variieren möchte, sollte sich von einem Fachhändler beraten lassen. Felgenbreite, Abstand der Schutzbleche oder auch die Gabelbreite lassen oft nur einen geringen Spielraum.

 

Fahrradreifenwechsel – den alten Reifen abnehmen

 

Wer einen Fahrradreifen wechseln möchte, kann dies in der Regel selber machen. Es sind keine besonderen Fachkenntnisse dafür notwendig. Die folgenden Schritte erklären das Vorgehen:

 

  1. Beim Wechseln am Hinterrad zunächst die Kette vorne auf das kleinste Kettenblatt schalten und hinten auf das kleinste Ritzel. Das verhilft beim Ausbau zu etwas mehr "Bewegungsfreiheit".

     

    1. Bild: Kette vorne auf das kleinste Kettenblatt schalten. 2. Bild: Die Kette auf das kleinste Ritzel positionieren.

     

  2. Das Rad ausbauen: Sofern keine Schnellspanner vorhanden sind, die Radmuttern rechts und links mit einem passenden Maulschlüssel lösen und die Felgenbremse aushängen. Beim Fahrradreifenwechsel am Hinterrad nun die Schaltung nach hinten ziehen, das Rad herausnehmen und das Ritzel langsam von der Kette lösen.

     

    Am Hinterrad die Schaltung nach hinten ziehen.

     

  3. Als nächstes die Überwurfmutter vom Ventil auf der Innenseite der Felge lösen, dann das Fahrradventil öffnen und die Luft aus dem Reifen lassen, anschließend und je nach Ventiltyp auch das Ventil ausbauen.

     

    1. Bild: Die Überwurfmutter ist auf der Innenseite der Felge. 2. Bild: Überwurfmutter lösen und gut aufbewahren.

     

  4. Den Reifen von beiden Seiten zusammendrücken und so den Mantel von der Felge lösen.

     

    Den Reifen von beiden Seiten zusammendrücken.

     

  5. Nun mit dem flachen Ende eines Reifenhebers zwischen Felge und Reifenrand fahren, den Reifenrand hochhebeln und den Reifenheber an der nächsten Speiche einhaken.

     

    Mit dem flachen Ende eines Reifenhebers zwischen Felge und Reifenrand fahren und den Reifenheber mit dem anderen Ende an der Speiche einhaken.

     

  6. Das Rad etwa um ein Achtel weiterdrehen und einen zweiten Reifenheber ansetzen und den Reifen hochhebeln. Anschließend mit dem zweiten Heber auf der Felge entlanggleiten, bis die Seitenwand des Reifens vollständig von der Felge springt. Hierbei dringend darauf achten, dass der Schlauch nicht zwischen Reifenheber und Mantel eingeklemmt und beschädigt wird.

     

    Mit einem zweiten Reifenheber ansetzten und den Reifen hochheben.

     

  7. Den Schlauch vorsichtig aus dem Mantel lösen und den Ventilschaft durch die Felge schieben.

     

    Den Schlauch vorsichtig mit der Hand aus dem Mantel lösen.

     

  8. Die zweite Reifenwand von der Felge heben. Das geht in der Regel mit den bloßen Händen.

     

    1. Bild: Die zweite Reifenwand von der Felge heben. 2. Bild: Nun ist der Reifen von der Felge getrennt.

     

Fahrradreifenwechsel – einen neuen Reifen aufziehen

Nachdem der alte Reifen von der Felge genommen ist, kann der neue Mantel aufgezogen werden. Je nach ALter des Schlauchs kann es sinnvoll sein, diesen gleich mit zu tauschen, zwingend erforderlich ist das aber nicht. Der neue Fahrradmantel wird in folgenden Schritten aufgezogen:

 

  1. Die Laufrichtung beim Fahrradreifen prüfen. Dazu ist bei den meisten Reifen ein Pfeilsymbol auf die Seitenwand gedruckt oder geprägt. ACHTUNG! Bei manchen Fahrradreifen gibt es unterschiedliche Laufrichtungen, je nachdem ob man den Mantel am Vorder- oder Hinterrad verbaut.

     

    Die Laufrichtitung ist meist auf dem Reifen angegeben.

     

  2. Die erste Reifenwand über die Felge heben. Wie beim Ausbauen geht das in der Regel recht einfach.

     

    Erste Reifenwand über die Felge heben.

     

  3. Den Ventilschaft des Schlauchs durch die Bohrung in der Felge schieben. Gegebenenfalls mit der Überwurfmutter locker sichern und das Ventil wieder einschrauben.

     

    1. Bild: Den Ventilschaft durch das Loch in der Felge schieben. 2. Bild: Das Ventil locker mit r Überwurfmutter sichern.

     

  4. Den Schlauch leicht aufpumpen, so dass er die Form hält und anschließend in den Reifenmantel schieben.

     

    Den leicht aufgepumpten Schlauch in den Reifenmantel schieben.

     

  5. Die zweite Reifenwand über den Felgenrand heben. Dazu mit zwei Händen vom Ventil aus gegenläufig um das Rad herumarbeiten. Aufpassen, dass der Schlauch dabei nicht zwischen Reifen und Felge eingeklemmt wird. Zum Ende hin geht es deutlich schwerer.

     

    1. Bild: Die zweite Reifenwand über den Felgenrand heben. 2. Bild: Gegenläufig mit zwei Händen um das Rad herumarbeiten.

     

  6. Den Reifen vollständig aufpumpen. Kontrollieren Sie, ob der Mantel überall korrekt in der Felge sitzt, sonst droht ein unrunder Lauf.

     

    Kontrollieren Sie, ob der Mantel überall korrekt in der Felge sitzt.

     

  7. Das Rad einbauen. Beim Hinterrad das kleinste, äußerste Ritzel wieder mit der Kette zusammenbringen.

     

    Fügen Sie beim Hinterrad Ihres Fahrrads das kleinste, äußerste Ritzel wieder mit der Kette zusammen.

     

 

Wie teuer ist ein Reifenwechsel?

Wie teuer ein Reifenwechsel ist, hängt vor allem davon ab, wer den Wechsel vornimmt. Die Materialkosten belaufen sich für einen Markenreifen etwa auf 30 Euro. Hochwertige pannensichere Mäntel mit Kevlareinlage sind oft teurer. Günstige Mäntel sind schon für etwa 15 Euro zu haben. Ein Markenschlauch ist für ca. 7 Euro zu bekommen. Sinnvoll sind außerdem Reifenheber. Diese kosten nur wenige Euro. Wer den Fahrradreifen in einer Werkstatt wechseln lässt, muss noch mit Kosten für den Arbeitsaufwand rechnen. Die fallen von Werkstatt zu Werkstadt unterschiedlich aus.

 

Resümee

Fahrradreifen nutzen sich im Laufe der Zeit ab. Ist das Profil stark abgefahren oder der Reifen spröde und rissig, sollte der Fahrradmantel gewechselt werden. Bei der Wahl des Reifens sollten Radfahrer auf die richtige Reifengröße achten. Wer möchte, kann den Fahrradreifen selber wechseln. Bei einem Wechsel in der Fahrradwerkstatt fallen neben den Materialkosten noch Kosten für den Arbeitsaufwand an.

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