Frau auf E-Scooter fährt an viel befahrender Straße
Potenzial der Mobilitätswende E-Scooter (Bild: Carlo – stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike E-Scooter: Ein Beitrag zur Verkehrswende oder doch Großstadtmüll?

Ein weiterer Schritt hin zur Mobilitätswende. Das war der Gedanke hinter der Zulassung für E-Scooter als Elektro-Kleinstfahrzeuge in Deutschland im Jahr 2019. Genau wie E-Bikes sollten sie zur Entlastung der Innenstädte führen. Und in Kombination mit dem ÖPNV den Autoverkehr in den Städten und Gemeinden reduzieren. Doch seit dem Pariser Urteil zum Verbot der Elektroroller werden auch hier in Deutschland andere Stimmen laut.

Es stellt sich die Frage: Wie nachhaltig sind E-Scooter? Sind Sie tatsächlich ein Beitrag zur Verkehrswende? Oder werden sie eher zur Belastung und zusätzlichem Großstadtmüll? Hier kommen die Antworten.

Inhalt

Ist die E-Scooter Verkehrswende gescheitert?

Seit 2019 gehören E-Scooter in vielen deutschen Großstädten zum Stadtbild. Leider häufig an Orten, an denen wir E-Scootern nicht begegnen möchten. Vielerorts liegen sie auf Fußwegen oder in Gebüschen herum. Oder sie verstopfen Gehwege und Hauseingänge zum allgemeinen Ärgernis. Viele Menschen stehen darum den Elektrokleinstfahrzeugen ambivalent gegenüber.

Zum einen scheinen sie eine gute Alternative für kurze Wege und die Umsetzung der Mikromobilität in der Stadt zu sein. Zum anderen werden sie immer mehr zum Großstadtmüll. Dabei sollten E-Scooter die Verkehrswende in Deutschland weiter vorantreiben. Einige Institutionen – unter anderem das Umweltbundesamt (UBA) – haben ein Statement zu den E-Scootern abgegeben. Das Fazit daraus: E-Scooter könnten ein guter Beitrag zur Verkehrswende sein. Dafür müssten sie allerdings richtig eingesetzt werden.

Umweltbundesamt: Tretroller derzeit kein Umweltgewinn

Neben privaten E-Scootern sind es vor allem die Roller zum Ausleihen, die in den Kommunen und Städten für Ärger sorgen. Der Begriff E-Scooter wird synonym verwendet für Elektro-Stehroller oder Tretroller. Diese sind als Elektrokleinstfahrzeuge seit 2019 auf deutschen Straßen zugelassen. Gibt es Radwege, dürfen sie von den Rollern genutzt werden. Reicht die Radinfrastruktur nicht aus, müssen Tretroller auf die Fahrbahn ausweichen. Außerorts ist auf dem Seitenstreifen zu fahren. Gehwege sind für Elektroscooter tabu.

Nutzer und Nutzerinnen müssen zum Fahren mit dem Scooter 14 Jahre alt sein. Ein Gerät leihen kann nur, wer das 18. Lebensjahr erreicht hat. Bei privaten Rollern benötigen Sie außerdem eine Versicherung und eine Versicherungsplakette.

Werden mit dem E-Scooter Autofahrten oder Motorradtouren ersetzt, gelten sie als umweltfreundliche Verkehrsmittel. Nutzt man elektrische Roller für Wege, die zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden könnten, ist das nicht der Fall. Die E-Scooter Mobilitätswende funktioniert nur, wenn die Roller als Auto-Ersatz auf kurzen Wegen zum Einsatz kommen. Leider zeigen aktuelle Untersuchungen, dass das nicht der Fall ist. E-Scooter werden nur in 5 Prozent der Fahrten als Alternative zum Auto oder einem Fahrdienst eingesetzt.

Im Gegensatz dazu werden mehr als die Hälfte der E-Scooter Fahrten aus anderen Gründen unternommen. Meistens, weil die Personen nicht laufen, nicht das Rad und auch nicht den ÖPNV nutzen möchten. Auch die durchschnittliche Länge der E-Scooter Strecken unterstreicht diesen Umstand. Die meisten E-Scooter Fahrten finden auf Strecken statt, für die ansonsten Fahrrad oder ÖPNV infrage kommen.

Damit scheint der Einfluss von E-Scooter auf die Verkehrswende eher gering zu sein. Geplant war das im Grunde anders. Die E-Scooter sollten die Mobilitätswende unterstützen und den Menschen den Umstieg auf den ÖPNV erleichtern. Die Idee war, durch den Personennahverkehr in Kombination mit E-Scootern in den Städten den Autoverkehr zu reduzieren. Mithilfe der Tretroller kann die Nutzung von Bus und Bahn einfacher werden.

Sie dienen praktisch dafür, die letzten Meter zwischen Haltestelle und Büro oder Zuhause zu überbrücken. Untersuchungen zeigen, dass dieser Gedanke derzeit nur bei einem Viertel der zurückgelegten Fahrten umgesetzt wird.

Potenzial der Mobilitätswende E-Scooter

Rege genutzt werden E-Scooter zumindest in den Großstädten. Hier gibt es mittlerweile bis zu zehn verschiedene E-Scooter-Sharing-Anbieter. Gemeinsam haben diese Unternehmen seit 2019 etwa 240.000 Scooter in Städte und Kommunen gebracht. Das Potenzial für die Mobilitätswende durch E-Scooter ist in Deutschland definitiv vorhanden. Insgesamt 30 Millionen Autofahrten werden derzeit noch für eine Strecke von unter 2 Kilometern genutzt. Das wäre genau die Distanz, die mit dem Scooter alternativ gefahren werden kann.

Das sieht auch Laura Gebhardt vom Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt so. In einem Interview mit dem SWR sagt sie:

„Wenn ich mir jetzt anschaue, welche dieser Wege kann ich rein theoretisch mit einem E-Scooter zurücklegen – sprich, da sind Wege ausgeschlossen mit dem Transport von Gütern, von mehreren Personen usw. – dann bleiben trotzdem rund zehn bis 15 Prozent dieser Wege übrig, die rein theoretisch mit einem E-Scooter zurückgelegt werden könnten.“

Das ist auch die Argumentation der Befürworter der Scooter. Sie sehen die Roller als Ersatz für das Auto auf derartig kurzen Strecken. Auch das UBA schätzt das Potenzial der E-Scooter Mobilität bei richtiger Verwendung als sehr hoch ein. Nach Auswertung entsprechender Zahlen ergibt sich folgendes Bild:

  • Bereits nach 150 bis 300 Kilometern könnten die CO2 Emissionen der Batterieherstellung ausgeglichen werden.
  • Allerdings nur, wenn die Scooter alternativ zum Autos genutzt werden.

Wichtig wäre nach Ansicht von Laura Gebhardt, dass E-Scooter an der richtigen Stelle zum Einsatz kommen. Und zwar dort, wo der Personennahverkehr noch nicht gut ausgebaut wurde. Damit ließen sich durch E-Scooter die Verkehrswende vorantreiben und vermehrt Autofahrten ersetzen. Der Umstieg vom Auto auf den Tretroller könnte vor allem in den Außenbezirken von Städten die Verkehrswende unterstützen.

Auch der Ausbau der Radinfrastruktur betrifft die E-Scooter. Immer noch sind Radwege zu eng und unsicher. Ihre Qualität lässt in weiten Teilen zu wünschen übrig und ist an vielen Stellen für den Radverkehr kaum geeignet. Hier liegt einiges an Potenzial, mit dem sich schädliche Emissionen einsparen und verringern lassen.

Mittlerweile gibt es entsprechende Handlungsempfehlungen. Mit ihnen soll das Konzept der E-Scooter Verkehrswende im öffentlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden. Der Deutsche Städtetag (DST) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) haben diese erarbeitet. Auch die Agora Verkehrswende, eine Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation war beteiligt. So erhalten Kommunen beispielsweise eine Anleitung, um entsprechende Vereinbarungen mit den Verleihfirmen zu treffen. Das könnte der E-Scooter Verkehrswende einen neuen Schub verleihen.

Wie nachhaltig sind E-Scooter?

Das Problem mit den E-Scootern liegt außer in den Fahrten noch woanders. Das Abstellen – auch als "Free Floating"-Modell bezeichnet – sorgt für Ärgernis. Es bietet Nutzenden einiges an Flexibilität. Können sie doch den E-Tretroller einfach dort abstellen, wo ihre Fahrt endet. Das sorgt jedoch dafür, dass die Leihfahrzeuge mittlerweile überall herumstehen oder liegen. Sei es auf Gehwegen, vor Hauseingängen oder auf den Grünflächen der Parkanlagen.

Dabei werden die Roller nicht immer ordentlich abgestellt. Häufig liegen sie in Fußgängerzonen oder werden achtlos in Hecken und Büsche geworfen. Dadurch behindern die Leih-Scooter den Rad- und Fußverkehr. Das schadet außerdem der Umwelt und gefährdet sehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer- bzw. -fahrerinnen. Das größte Ärgernis für Passanten ist derzeit der E-Tretroller. Das bestätigt eine Umfrage des ADAC.

Laut dieser sind nicht mehr Autofahrer und -fahrerinnen der größte Feind von Fußgängern, sondern die Elektroroller. So war die E-Scooter Verkehrswende nicht gedacht. Auch wenn einige Städte mit dem sogenannten "Zoning" ein ordentliches Abstellen von Scootern erreichen wollen. Die Realität sieht anders aus.

Besonders an Wochenenden sieht man die Roller in der Innenstadt überall herumliegen. Dabei wird das Abstellen der Leihgeräte in der Nähe von Gewässern zu einem immer größer werdenden Problem. Weil diese vermehrt in Flüssen und Seen landen, schlagen Umweltschützende Alarm. Auch wenn die Scooter wasserdicht sind, können nach einiger Zeit Schwermetalle und Chemikalien in die Gewässer geraten.

Hier sind die Verleih-Firmen der E-Roller gefragt. Mit genauen Vereinbarungen müssen sie dafür sorgen, dass E-Scooter nur an vorgeschriebenen Plätzen abgestellt werden. Solange das nicht geschieht, werden E-Scooter anstatt zum Booster der Verkehrswende eher zum Umweltproblem. Die Städte müssten ebenfalls anordnen, dass E-Scooter nur noch in designierten Parkbereichen abzustellen sind. Damit würde das Zustellen von Fuß- und Radwegen ausbleiben und die Barrierefreiheit wiederhergestellt.

E-Scooter Kennzeichen – das ist zu beachten

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Wie umweltfreundlich sind Herstellung, Ladeprozess und Betrieb von E-Scootern?

Mann im Anzug fährt auf einem E-Scooter
Potenzial der Mobilitätswende E-Scooter (Bild: opolja – stock.adobe.com)

Bezogen auf das Fahren sind Scooter emissionsfrei und umweltfreundlich. So gesehen stellt die E-Scooter Verkehrswende mehr Chance als Ärgernis dar. Allerdings sind die bei der Materialgewinnung und Herstellung der Roller entstehenden Emissionen sehr hoch. Laut einer Studie der University of North Carolina betragen diese 88–126 Gramm CO2 pro Person pro Kilometer. Das ist mehr als ein vollbesetzter Dieselbus verursacht und bedeutet eine schlechte Umweltverträglichkeit.

Insbesondere die Produktion von Aluminiumrahmen und Akku benötigt eine Menge Energie. Leider ist es so, dass die Scooter vermehrt in China hergestellt werden. China verwendet zur Energiegewinnung immer noch hauptsächlich Kohle. Das sorgt für einen hohen CO₂-Ausstoß. Mit Klimaschutz hat das wenig zu tun. Der Betrieb der elektrischen Tretroller sorgt für noch mehr Emissionen. Denn sie müssen von Transportern zum Laden eingesammelt und nach dem Aufladen wieder ausgeliefert werden.

Dadurch entstehen etwa 43 Prozent der umweltschädlichen Emissionen. Im Grunde können E-Scooter aus diesen Gründen nicht als umweltfreundlich bezeichnet werden. Erst wenn für ihren Betrieb keine Benzin- und Dieselfahrzeuge mehr zum Einsatz kommen, sind sie eine wahre Chance für eine klimafreundliche Mikromobilität.

Untersuchungen zeigen, dass es keine große Rolle spielt, mit welchem Strom die Tretroller geladen werden. Auch wenn hierfür grüner Strom verwendet wird, ändert das nicht sehr viel ihrer derzeit miesen Klimabilanz. Das klingt nicht nach einer umweltfreundlichen E-Scooter-Verkehrswende.

Akku Herstellung und Klimaschutz

Genau wie bei E-Autos oder einem E-Bike werden die E-Tretroller mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben. So ein Akku enthält neben Lithium wichtige Rohstoffe wie Aluminium, Nickel, Kobalt und Kupfer. Der Abbau dieser Rohstoffe erfolgt vermehrt nicht umweltgerecht. Ein Problem ist beispielsweise der hohe Wasserverbrauch bei der Lithium-Gewinnung. Und auch die Auswirkungen des Kobalt-Abbaus auf Mensch und Umwelt sind katastrophal. Dazu zählen die Kontamination von Grundwasser mit Chemikalien und der schädliche Staub in der Luft.

Häufig führte das in der Vergangenheit zu schweren gesundheitlichen Schäden der im Bergbau Beschäftigten. Und auch lokale Städte und Gemeinden leiden darunter. Es kommt beispielsweise zum Fischsterben und damit zum Verlust von Einkommensmöglichkeiten durch die Fischerei. Von Klimaschutz kann hier keine Rede sein. Daraus ergibt sich eine entscheidende Relevanz des E-Scooter-Akkus und dessen Lebensdauer für die Nachhaltigkeitsbewertung.

Wie hoch ist die Lebensdauer von E-Scootern?

Was hat die Frage nach der Lebensdauer der E-Scooter mit der Verkehrswende und dem Klimaschutz zu tun? Das ist ganz einfach. Die Lebensdauer der E-Scooter ist ein weiterer Knackpunkt bei der Frage nach der Nachhaltigkeit. Je eher die Roller verschrottet werden, desto schlechter ist ihre CO₂-Bilanz. Anfangs wurde angenommen, dass so ein Leih-Scooter zwei Jahre überleben würde. Jetzt zeigen die Zahlen eines Leihanbieters aus den USA, dass die Geräte nur einen Monat durchhalten. Ursache dafür sind nicht die Scooter, sondern Vandalismus und ein sehr schlechter Umgang mit ihnen.

Eine Untersuchung des Unternehmens legt offen, dass die Scooter knapp 29 Tage funktionieren. Danach sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Anhand dieser Fakten erscheinen die Umweltverträglichkeit der Leih-Roller und ihr Beitrag zur Verkehrswende mehr als fraglich.

Wie entsorgt man einen E-Scooter umweltverträglich?

Wenn Sie privat einen E-Scooter als Fortbewegungsmittel nutzen, entsorgen Sie diesen wie jedes große Elektrogerät. Scooter fallen in folgenden Anwendungsbereich: „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“. (ElektroG)

Damit sind Hersteller der E-Scooter dazu verpflichtet, diese vor dem Inverkehrbringen zu registrieren. Dies geschieht bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register = Stiftung EAR. Ähnlich wie es beispielsweise bei Waschmaschinen oder Elektroherden der Fall ist. Mithilfe dieses Prinzips soll die Finanzierung der umweltgerechten Entsorgung von Elektrogeräten sichergestellt werden. Das Wegwerfen über den Hausmüll ist verboten. Für das Entsorgen des Scooters müssen Sie im Vorfeld den Akku entfernen. Vorausgesetzt, dies ist einfach möglich.

Der Akku gehört dann in die Altbatterie-Sammlung. Im Handel werden die Akkus in Geschäften, die Industriebatterien im Sortiment haben, zurückgenommen. Das UBA warnt davor, einen defekten oder ausgedienten Tretroller an gewerbliche Sammelnde (Schrotthandel) abzugeben. Diese Firmen sind nicht berechtigt, Elektrogeräte zur Entsorgung anzunehmen. Der richtige Ort für einen ausgedienten Tretroller sind die kostenlosen kommunalen Sammelstellen. Dazu gehören unter anderem die Wertstoffhöfe.

Für die Verleihfirmen sind dagegen die Hersteller der Roller zuständig. Diese sind verpflichtet, dem Leih-Unternehmen die Rückgabe der Roller zu ermöglichen. Sie sind außerdem angehalten, die Geräte im Anschluss umweltgerecht zu entsorgen.

E-Scooter Verkehrswende: Chance statt Ärgernis

Dass E-Scooter tatsächlich das Potenzial haben, die Verkehrswende zu unterstützen, zeigt ein Pilotprojekt aus Hamburg. Hier wurde in den Stadtteilen Langenhorn und Lokstedt der "Hamburg-Takt" etabliert. Dieser besteht aus Leih-E-Scootern in Kombination mit Bus und Bahn. Der Verkehrsbetrieb Hochbahn versprach:

Damit erreichen bis 2030 die Menschen in Hamburg innerhalb von fünf Minuten ein Angebot des ÖPNV.

Damit das funktioniert, wurden an Haltestellen Parkflächen für die Leihroller eingerichtet. Jetzt müssen die Menschen nur noch verstehen, zu welchen Fahrten E-Scooter wirklich eingesetzt werden sollten.

Das Projekt wurde als Erfolg verbucht. So äußerte sich beispielsweise der Regionalmanager Norddeutschland bei TIER Mobility:

„Nach dem Erfolg des Pilotprojektes freuen wir uns sehr, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Hamburger Hochbahn AG auch in Zukunft fortsetzen können. Unsere E-Scooter leisten damit auch weiterhin einen Beitrag zur Verkehrswende in Hamburg und ergänzen den öffentlichen Nahverkehr auf der ersten und letzten Meile.“

München versucht ebenfalls, das Problem mit den Rollern in den Griff zu kriegen. Dafür wurde den Rollern ein generelles Parkverbot (außer an vorgeschriebenen Plätzen) in der Altstadt ausgesprochen. Zum Ausgleich errichtete die Stadt 43 Parkzonen für die Leihroller. Die Leihfirmen sind dafür verantwortlich, das Parkverbot per Geofencing durchzusetzen. Laut Verkehrsexperten könnte mit ähnlichen Regeln in anderen Städten die Mikromobilität gezielt verbessert werden.

Fazit:

Damit die E-Scooter Verkehrswende mehr zur Chance als zum Ärgernis wird, muss sich umfassend etwas ändern. Derzeit sorgen Vandalismus, das Free-Floating-Prinzip und die kurze Lebensdauer der Leih-Scooter für mehr Großstadtmüll. Eine nachhaltige Mobilitätswende durch E-Scooter ist nicht erkennbar. Hier sind sowohl Verwaltungen von Städten und Gemeinden als auch die Verleih-Firmen gefragt. Und letztendlich müssen die Fahrer und Fahrerinnen der Roller ihr Verhalten ändern. Nur so kann verhindert werden, dass E-Scooter mehr Schaden als Nutzen anrichten.