Eine Frau probiert Fahrradhelme an
Fahrradhelm-Test für Ihren Schutz (Bild: industrieblick - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Obendrauf gut geschützt: Was der Fahrradhelm-Test verrät

Man kann sie stylish finden, gewöhnungsbedürftig oder einfach nur nervig: Fahrradhelme werden ganz unterschiedlich akzeptiert. Worin es aber einen festen Konsens gibt: Sie leisten erwiesenermaßen einen wertvollen Schutz. Erfahren Sie, welche Helmmodelle es gibt, welche Sicherheit sie bieten sollten, was bei einem Fahrradhelm-Test wichtig ist und welche Fahrradhelm-Testsieger die Stiftung Warentest beim Thema Fahrradhelm ermittelt hat.

Fahrradhelm-Test: Besser mit!

Eine Helmpflicht beim Fahrradfahren gibt es in Deutschland nicht. Bei dem hohen Verkehrsaufkommen ist man jedoch gut beraten, seinen Kopf zu schützen, wenn man in den Sattel steigt. Denn eines ist sicher: Bei einem Zusammenprall mit einem Auto oder anderen Motorfahrzeugen tragen Radfahrer immer das größere Risiko. Und wer mit dem Rennrad unterwegs ist oder auf dem Mountainbike in die Berge aufbricht, wird erst recht für seine körperliche Unversehrtheit im Fall eines Sturzes sorgen müssen. Entsprechend der Nutzungsbedürfnisse kommen beim individuellen Fahrradhelm-Test verschiedene Helmmodelle infrage. Sie werden wahlweise nach ihrem Material oder der Verwendung unterschieden.

Fahrradhelm-Test: Softshell-Helme

Wie der Name schon sagt, bestehen diese Fahrradhelme aus einem verhältnismäßig weichen Material. Nämlich dem Hartschaumstoff. Das macht sie sehr preisgünstig und auch leicht. Bei einem harten Aufprall vermag eine solche Schaumstoffkonstruktion der Wucht allerdings recht wenig entgegenzusetzen. Unser kritisches Urteil beim Fahrradhelm-Test: Wenn Sie wirklich auf Nummer sicher gehen wollen, stecken Sie Ihren Kopf besser nicht in einen Weichschalenhelm.

Fahrradhelm-Test: Mikroshell-Helme

Mikroschalenhelme sind die häufigsten auf dem Markt. Sie verfügen ebenfalls über einen Schaumstoffkern, der aber härter ist als beim Weichschalenhelm und zusätzlich einen Kunststoffpanzer hat. Diese Helme sind glatt, was bei mechanischer Einwirkung Kraft-ableitend wirkt. Ihre markanten Löcher sorgen dafür, dass Sie nicht übermäßig schwitzen, weil der Fahrtwind angenehm an die Kopfhaut geleitet wird. Beim Fahrradhelm-Test zeigt sich, dass Mikroshell-Helme etwas schwerer als Weichschalenmodelle sind, dafür aber deutlich mehr Schutz bieten.

Fahrradhelm-Test: Hardshell-Helme

Dieser Helmtyp ist besonders im Radsport verbreitet. Durch seine massivere Kunststoffschale ist die Schutzwirkung im Vergleich zum Mikroschalenhelm noch einmal verbessert. Das höhere Sicherheitsgefühl ist allerdings mit einem ebenfalls höheren Gewicht verbunden, was ihre Einsatzmöglichkeiten begrenzt. Das Fazit im Fahrradhelm-Test: Für Downhill-Spezialisten und Rennradler ist dieser Helmtyp genau richtig.

Fahrradhelm-Test: Andere Bezeichnungen

Eine Frau fährt mit ihrem Helm Fahrrad
Fahrradhelm im Test - besser mit als ohne (Bild: Marco Wydmuch - stock.adobe.com)

Gelegentlich werden Fahrradhelme von den Anbietern in City/Trekking-, Mountainbike- oder Rennradhelme unterteilt. Die Werbung legt dann besonderes Gewicht auf die Helmform, Designmerkmale und bestimmte Elemente wie Kinnbügel. Grundsätzlich sollten Sie bei Ihrem persönlichen Fahrradhelm-Test zuerst auf das Material achten, dann auf perfekte Passform und spezielle Features. Beliebt sind beispielsweise Nusschalen-Fahrradhelme. Die Nutcase-Modelle kommen vor allem bei jungen Radlern gut an. Reflektoren in den verschiedensten Varianten erhöhen die Sicherheit – ein Bewertungskriterium, das beispielsweise der ADAC bei seinem Fahrradhelme-Test für Fahrten im Dunkeln als sehr wichtig erachtete.

Fahrradhelm-Test: Was der Helm können sollte

Die Stiftung Warentest hat beim Fahrradhelm-Thema eine klare Meinung: Schon ein Aufprall mit vergleichsweise geringen 10 km/h kann zu schweren Hirnschäden führen, 16 km/h werden vom Kopf selten ohne Verletzungen überstanden. Ein Zitat aus dem einschlägigen Test-Bericht: „Helmverweigerer erleiden neunmal häufiger schwere Kopfverletzungen als Helmträger.“ Damit ist auch die Grundaufgabe eines Fahrradhelms klar: vor Kopfverletzungen zu schützen. Aber nicht nur Schürf- und Platzwunden oder Schädelbrüche gilt es zu verhindern, auch Gehirnerschütterungen und einschlägige Traumata. Jeder Helm, so die Warentester, ist besser als keiner! Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, muss der Helm möglichst passgenau sitzen. Die Passform kann letztlich entscheidend sein, ob im schlimmsten Fall ein Schädelbruch verhindert wird.

Fahrradhelm-Test: Mips auf dem Kopf?

Es gibt verschiedene technologische Innovationen, die die Einwirkung gefährlicher Rotationskräfte auf das Gehirn verringern können. Die bekannteste nennt sich „Multi Directional Impact Protection System“, kurz Mips genannt. Wie verheerend diese Kräfte sein können, zeigen Untersuchungen aus dem American Football. Dies hat dazu geführt, dass Hersteller von Fahrradhelmen immer mehr der Sicherheit den Vorrang vor Leichtigkeit oder einem besonders aerodynamischen Design geben. Bei MIPS und vergleichbaren Technologien hat der Helm eine Art Schutzhaut im Inneren, die abrupte Drehbewegungen des Kopfes bei einem Sturz unmöglich macht. Denn genau dieser Ruck kann Gehirnerschütterungen bewirken. Unser Tipp beim Fahrradhelme-Test: Dieses Plus an Schutz kostet etwas mehr, ist aber eine sinnvolle Investition.

Fahrradhelm-Test: Der Hövding-Airbag

Und dann gibt s noch ein ungewöhnliches System, das eigentlich kein lupenreiner Fahrradhelm ist, aber gern in diesem Zusammenhang genannt wird: der Airbag Helm von Hövding. Wer sich seine Frisur nicht ruinieren möchte oder Helme einfach nicht mag, kann sich den Hövding wie einen Schutzring um den Hals legen. Bei einem Sturz bläst er sich wie der Airbag im Auto auf und schützt den Kopf. Der Hersteller bewirbt das System mit dem Slogan: „Der sicherste Fahrradhelm der Welt ist kein Helm“. Die Stiftung Warentest hat diese Fahrradhelm-Alternative für stolze 350 Euro mit einem Stuntman getestet. Das Urteil: Der Hövding bietet tatsächlich besseren Schutz als konventionelle Fahrradhelme, öffnet sich jedoch nicht in allen Situationen zur richtigen Zeit.

Stiftung Warentest: 14 Fahrradhelme getestet

Beim großen Helm-Check der Stiftung Warentest standen 14 Fahrradhelme aller Kategorien auf dem Prüfstand. Sie wurden harten Labortests unterzogen und nach allen Regeln der Kunst Härtefällen ausgesetzt. Die Tester stellten dabei fest: Licht am Helm bringt mehr Sicherheit und es geht auch ohne Mips, ja, einige Mips-Helme seien sogar schlechter als solche ohne. Immerhin 8 der getesteten Helme bekamen die Note „Gut“. Die meisten lagen preislich im Bereich zwischen 60 und 160 Euro. Der Fahrradhelm-Testsieger kostete hingegen nur 45 Euro und war das günstigste Modell. Dabei handelt es sich um den Fischer Urban Plus. Bei ihm komme es aber darauf an, dass der Kopf exakt in den Helm passt, da sich dieser schlecht justieren lässt. Etwas komfortabler, dafür hochpreisiger, sind der Uvex City i-vo Mips (120 Euro) und der Alpina Haga LED (160 Euro). Der Design-Star war ein Nutcase Vio Mips LED für 160 Euro.