Frau reibt sich Augen vor Laptop
Wie Sie am Bildschirm die Augen schonen (Bild: Prostock-Studio - stock.adobe.com)

Ratgeber Notebook & Computer Wie Sie am Bildschirm die Augen schonen

Draußen ist es schon dunkel. Sie sitzen immer noch vorm Bildschirm, schauen angestrengt auf eine Excel-Tabelle und wissen: Die Nacht ist noch lang, weil morgen eine wichtige Präsentation ansteht. Wie soll man unter diesen Umständen am Bildschirm die Augen schonen? Doch das geht. Damit Sie Ihre Augen nicht über Gebühr mit unangenehmen Auswirkungen strapazieren, gibt es leicht auszuführende Augenübungen während der Arbeit. Zudem können Sie Ihren Bildschirm augenschonend einstellen. Wie verraten Ihnen, wie das geht.

Warum wir am Bildschirm die Augen schonen sollten

Das lange Bildschirmarbeit die Augen belastet, muss uns nicht erst ein Arzt oder Optiker sagen. Wir merken es unweigerlich: Die Konzentration lässt nach. Müdigkeit macht sich breit. Buchstaben verschwimmen. Die Augen sind trocken, brennen und fühlen sich wie geschwollen an. Kopfschmerzen können die Folge sein, Schlafstörungen – und auf lange Sicht sind Aufrauungen der Hornhaut und eine Verschlechterung der Sehleistung möglich. Meist kommen die Beschwerden schleichend. Wenn sie einmal da sind, bleiben sie hartnäckig und führen zu Frustration. Denn zu vielen Arbeitsplätzen gehört nun mal ein Bildschirm wie der Bürostuhl zum Schreibtisch. Doch schon mit überschaubarem Aufwand können Sie Ihre Arbeit am Bildschirm augenschonend gestalten – und sich selbst einen großen Gefallen tun, der Ihnen mit Gesundheit und Lebensqualität gedankt wird.

Die Ursachen für Augenprobleme am Bildschirm

Normalerweise sind unsere Augen immer in Bewegung. Sie huschen von einem Punkt zum nächsten, wechseln die Distanz und stellen immer wieder neu scharf. Dabei zwinkern und befeuchten wir sie. Das Licht variiert ebenso wie die Objekte, auf die wir unsere Blicke richten. Wenn wir dagegen lange auf PC-Bildschirme und Handydisplays starren, fokussieren wir unsere Augen unnatürlich auf nur einen begrenzten Punkt. Das bewirkt eine Überanstrengung. Die Augen trocknen durch den verminderten Lidschlag aus und kommen durch die eindimensionale Blickebene aus der Übung, was die Anpassung an Entfernungen und Lichtverhältnisse betrifft. Mit der Zeit ermüden sie. Während wir sonst rund 20 Mal pro Minute blinzeln, versiegt der wichtige Tränenfilm beim ständigen Schauen auf dem Bildschirm mit meist nur noch fünf Blinzlern in der Minute. Möchten Sie in Ihrer Zeit am Bildschirm die Augen schonen, schieben Sie am besten ein regelmäßiges Augentraining ein.

Am Bildschirm die Augen schonen: Trainieren Sie!

Mit einfachen Augenübungen können Sie der Überlastung gegensteuern. Für das tägliche Trainingsprogramm genügen über den Tag verteilt wenige Minuten. Wichtig ist, dass Sie immer wieder kurze Pausen machen, die Augen vom PC lösen und fit halten – eine willkommene Abwechslung, um am Bildschirm die Augen zu schonen. Beim Palmieren reiben Sie die Handflächen und bedecken mit ihnen die geschlossenen Augen. Das können Sie nach Gefühl bis zu einer Minute oder zwei ausdehnen. Die Wärme und Dunkelheit werden Ihnen wohltun! Anschließend üben sie den Wechsel zwischen dem Zusammenkneifen und weit Aufreißen der Augen – 6 bis 10 Wiederholungen genügen. Rollen Sie die Augäpfel dann in beide Richtungen oder machen Sie mit den Blicken Achten in den Raum – wieder 6 bis 10 mal. Nun verdecken Sie abwechselnd ein Auge und richten das andere auf eine Fingerspitze oder einen Kugelschreiber in ihrer Hand, die sie vom Gesicht bis zur ausgestreckten Armlänge mehrmals langsam vor und zurück führen – immer auf diesen Punkt fokussiert. Dieses Akkommodieren der Augenlinse trainiert ihre Flexibilität und entspannt das Auge. Zum Abschluss gähnen Sie herzhaft. Dabei lockern sich die Muskelgruppen um die Augen und es wird Tränenflüssigkeit gebildet.

Auch das schont die Augen beim Bildschirm

Blaulichtfilter-Brille liegt auf Laptop
Eine Brille mit Blaulichtfilter kann Abhilfe schaffen und Ihre Augen schonen. (Bild: Марина Демешко - stock.adobe.com)

Hier ein weiterer Trick: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, etwa alle 20 Minuten die Augen vom Monitor abzuwenden und den Blick für 20 Sekunden auf einen Gegenstand in rund sieben Meter Entfernung zu richten – das sind etwa 20 amerikanische Fuß. Und so können Sie sich diese Übung merken: 20 – 20 – 20. Mit dieser Zahlenfolge ist sie bekanntgeworden. Zwar gibt es noch keinen wissenschaftlichen Nachweis über ihre Wirksamkeit, aber Sie werden den positiven Effekt auch ohne umfassende Studie spüren. Schauen Sie einfach nur von Zeit zu Zeit für wenige Sekunden in die hinteren Winkel des Büros oder aus dem Fenster. Sie werden staunen, wie Sie neben der Arbeit am Bildschirm die Augen schonen.

Augenschonender Bildschirm: 4K wäre nicht schlecht

Von den Augen zum Bildschirm. Um augenschonend zu sein, sollte Ihr Monitor eine möglichst hohe Auflösung haben. Empfohlen werden 4K-Monitore mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Diese Qualität macht aber nur bei größeren Bildschirmen wirklich Sinn. Wer viel mit Grafiken und Designs arbeitet, wird sich über einen Zugewinn von 75 Prozent an Arbeitsfläche gegenüber einer 1080P-Auflösung freuen. Ein größeres Bild mit mehr Arbeitsfläche beansprucht Ihre Augen weniger. Sie werden den Unterschied sofort merken, wenn Sie längere Zeit mit dem Smartphone arbeiten und dann wieder auf den PC blicken, was sich wie eine Wohltat anfühlen wird.

Warmes Licht kommt den Augen vor dem Bildschirm zugute

Schwarz-Weiß-Bildschirme mit gut eingestellten Kontrasten sind für die Augen die bessere Wahl als Farbbildschirme. Graustufen sind für unsere Sehorgane über einen langen Arbeitstag besser zu verarbeiten als flirrende Farben. Da an modernen Farbmonitoren kaum ein Weg vorbei führt, können Sie zumindest die Farbtemperatur auf augenfreundliche 5.000 K regulieren. Die warmen Farben sind besser bekömmlich als kaltes blaues Licht. Abends und über die Wintermonate können Sie die Helligkeit des Monitors etwas dimmen, sodass kein Bruch zwischen grellem PC-Bild und der weniger hellen Umgebung auftritt. Windows bietet mit dem Nachtmodus (beim Mac „Night Shift“) die Möglichkeit an, den Monitor ein weniger anstrengendes Licht ausstrahlen zu lassen. Wenn Sie am Bildschirm Ihre Augen schonen möchten, achten Sie außerdem beim Monitorkauf darauf, dass Sie bei Ihrem Gerät einen Blaufilter einschalten können.