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TV

Video-on-Demand

Fernseher vor roter Wand
(Bild: georgejmclittle - stock.adobe.com)

Mit Video-on-Demand sind Nutzer nicht mehr auf materielle Datenträger wie VHS-Kassette, DVD oder Blu-ray angewiesen, um Videoinhalte zu sehen. Diese werden vielmehr von der Plattform eines Online-Video-Dienstes in digitaler Form abgerufen. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein einer Internetverbindung und eines internetkompatiblen Geräts wie Smart TV, Smartphone oder Computer. Die Inhalte können entweder heruntergeladen oder gestreamt werden. Erstere Methode zeichnet sich dadurch aus, dass die Rezeption erst nach dem Download-Vorgang beginnen kann. Es sei denn, es handelt sich um den sogenannten progressiven Download, bei dem mit dem Streamen nach einem bestimmten Download-Puffer begonnen werden kann. Beim Streaming laufen Download und Wiedergabe des Videoinhalts parallel, wobei die Daten auf dem Arbeitsspeicher zwischengelagert werden. Diese Variante hat sich bei Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime Video etabliert, deren Angebot die Kunden entweder über ein Abo-Modell oder gegen Entrichtung einer Leih- und Kaufgebühr pro Inhalt streamen können.

So wirkt sich VoD auf das Zuschauerverhalten aus

Video-on-Demand hat das Zuschauerverhalten von Grund auf verändert. Das dauerhafte Angebot der Inhalte auf den Plattformen der Video-on-Demand- und Streaming-Dienste bietet dem Nutzer viele Freiheiten. Anders als beim sogenannten linearen Fernsehen kann er selbst entscheiden, welche Sendungen er wann, wie lange und wie oft konsumiert. Gegenüber dem Kino haben Video-on-Demand- und Streaming-Lösungen den Vorteil, dass der Zuschauer nicht mehr auf einen Kinobesuch angewiesen ist, sondern Filme jederzeit und vergleichsweise kostengünstiger zu Hause sehen kann.

Folgen für die Fernseh- und Kinolandschaft

Sowohl Fernsehanstalten als auch Kinobetreiber müssen daher auf das Phänomen Video-on-Demand reagieren. Um dem zunehmenden Abwandern ihrer Kunden zu den Video-on-Demand- und Streaming-Dienst-Anbietern entgegenzuwirken, bieten TV-Sender und Kinos ihre Inhalte zusätzlich als On-Demand-Lösung an. TV-Sender setzen auf Mediatheken, wo sie ihre Inhalte meist nach der Fernsehauswertung zum jederzeitigen Abruf zur Verfügung stellen. In der Branche der Kinobetreiber entstehen Verwertungsalternativen wie Kino-on-Demand. Bei dieser Lösung können die Kinos ihre Filme entweder auf ihrer Webseite zur Verfügung stellen oder sie organisieren sich über eine externe K-o-D-Plattform. Programmtechnisch setzen die Betreiber dabei vor allem auf das Prinzip Mehrangebot. Digital angeboten werden gerne Filme, die im Kino nicht mehr verwertet werden. Zudem hat sich das thematisch orientierte Programm etabliert, bei dem im Internet etwa ein älteres Werk eines Filmemachers angeboten wird, dessen aktuelle Arbeit gerade in den Kinos gezeigt wird. Auf diese Weise können sowohl die Kinos als auch die Rechteinhaber der jeweiligen Inhalte zusätzliche Einnahmen generieren.