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Das neue Gesetz für Elektromüll – Was ändert sich für Verbraucher?

17.08.2018

Neues Gesetz zu Elektromüll
Es gibt ein neues Gesetz bezüglich Elektroschrott.

 

Elektromüll ist wertvoller als gedacht, landet aber häufig im Keller oder im falschen Abfall. Von den laut Verbraucherschutz fast 2 Milliarden Tonnen Elektroschrott werden nur circa 42 Prozent richtig entsorgt. Diese Zahlen will die Bundesregierung nun deutlich verringern. Am 15.08.2018 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Entsorgung von Elektroschrott besser regeln soll. Jetzt stellt sich für den Verbraucher die Frage, was sich ändert und worauf geachtet werden muss. Die wichtigsten Fakten und Hilfestellungen sind hier im Überblick dargestellt.

 

Wer muss alles Elektroschrott annehmen?

Dass Elektroschrott gesondert entsorgt werden soll, ist vielen bekannt. Die klassischen Anlaufstellen sind Händler mit einer Verkaufsfläche elektronischer Geräte von über 400 m², manche kleinere Händler bieten auch freiwillige Rücknahmen. Sogar Online-Händler mit einer Lagerfläche über 400 m² sind in der Pflicht. Allerdings können sie zum Beispiel statt kostenlosem Versand nur eine teils weit entfernte Sammelstelle anbieten, so dass man diese Option einfach nicht nutzt. Eine andere, sehr bekannte Rücknahmemöglichkeit sind die Sammelstellen von Kommunen. Wer nicht in der Lage ist, den Schrott selber zu transportieren, kann, häufig gegen Gebühr, den Elektroschrott von der jeweiligen Sammelstelle abholen lassen.

 

Welche Geräte zählen seit dem 15.08.2018 zum Elektroschrott?

Der Name erklärt es eigentlich von selbst – so gut wie alle elektrisch betriebenen Geräte, die entsorgt werden, galten bisher als Elektroschrott. Unsere Welt hat sich aber weiterentwickelt. Es sind nicht mehr nur ausgediente Fernseher, Computer, Kühlschränke und Co., sondern auch Gegenstände, in die Elektronik fest integriert ist. Was eher so klingt, als würde es uns quasi nicht betreffen, hat am Ende doch relativ große Auswirkungen. Der Sessel mit elektronisch verstellbarer Lehne, die Schuhe mit blinkender Sohle, die Möbelstücke mit Beleuchtung oder der Safe, der sich elektronisch sichern lässt. Sie alle haben gemein, dass sie nun unter das neue Gesetz fallen und auch hier auf die Entsorgung besonders geachtet werden soll. Der Haushalt ist in den letzten Jahren rasant elektronischer geworden. Alles, was elektronisch eventuell einen Vorteil bringen könnte, bekommt ein Upgrade. Ab jetzt sind fast alle diese elektronischen Geräte unter dem neuen Elektroschrott-Gesetz gesondert zu entsorgen. Im Gesetz stehen nur wenige, ausgeschriebene Ausnahmen wie ortsfeste, industrielle Großwerkzeuge.

 

Wie wird unterschieden bei integrierter Elektrizität?

Ein Gegenstand mit eingebauter elektronischer Komponente muss aber nicht gleich als Ganzes entsorgt werden, wenn die Elektro-Teile ohne Beschädigungen am Objekt ausgebaut werden können. Das liegt daran, dass manchmal die elektronischen Komponenten einfach ausgetauscht werden können, wenn sie defekt sind. Diese sind sehr viel umweltfreundlicher, da nicht alles weggeworfen werden muss. Viele Artikel haben allerdings fest verbaute Elektronik. Wenn sie nur sehr schwer oder durch Beschädigungen abgenommen werden kann, ist der gesamte Gegenstand Elektroschrott, egal, ob er nach dem Defekt des elektronischen Geräts noch weiter genutzt wird oder nicht.

 

Weshalb ist die korrekte Müllentsorgung von Elektroschrott so wichtig?

In Elektronik sind unter anderem immer knapper werdende Metalle verbaut. In Deutschland werden tatsächlich weniger als 50 Prozent des Elektroschrotts recycelt, wodurch eine große Menge wichtiger Rohstoffe verloren geht. Diesen schlechten Zahlen möchte die Bundesregierung mit dem neuen Gesetz zu Elektroschrott entgegenwirken. Doch es geht nicht nur um die wertvollen Metalle wie Gold und Kupfer, sondern auch um ernsthaft gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe. Wird die Umwelt immer weiter verschmutzt, gefährdet dies auch die Gesundheit, denn genau solche Elektroschrott-Elemente kommen beispielsweise in das Grundwasser. Schwermetalle, FCKW und Flammschutzmittel sind besonders belastend.

 

Elektronik wird häufig viel früher weggeschmissen als nötig. Bei richtiger Pflege oder einer Reparatur im Ernstfall können Geräte viel länger genutzt werden. Wenn es doch ein neues Objekt sein soll, nehmen Sozialkaufhäuser und andere Einrichtungen sehr gerne ältere Elektronik und geben sie weiter. Das neue Elektromüll-Gesetz zielt also in Richtung Umweltschutz und Ressourcenschonung.