Digitales Schild wehrt Viren ab
Viren Apps – Alles über Schadsoftware auf Ihrem Gerät (Bild: Zinetron - stock.adobe.com)

Ratgeber Apps & Programme Viren Apps – Alles über Schadsoftware auf Ihrem Gerät

Als in den 90er und 2000er Jahren Computer zu Massenware wurden und das Internet Neuland war, wurde ständig über die Gefahr von Viren gesprochen. Jede Website, die besucht wurde, war ein potenzielles Sicherheitsrisiko und persönliche Daten wurden nur selten preisgegeben. Lange ist’s her. Inzwischen existieren viele hervorragende Anti-Virenprogramme und Betriebssysteme haben per Werkseinstellung Virenschutz. Das, sowie der Aufstieg des Smartphones und Social Media Plattformen haben die Situation inzwischen auf den Kopf gestellt. Heute surft jeder mobil, speichert sein gesamtes Leben auf dem Handy und Gedanken um Datenschutz macht sich eigentlich keiner mehr. Apple und Android werden’s schon richten. Aber stimmt das? Können wir sicher sein, dass unsere Smartphones automatisch geschützt sind? Welche Rolle spielen Viren Apps? Ganz schön viele Fragen. Wir geben die wichtigsten Antworten.

Das hat es mit Viren Apps auf sich

Der Begriff Viren Apps kann irreführend sein. Er besitzt nämlich zwei Bedeutungen: Erstens werden damit Applikationen bezeichnet, die bösartige Viren enthalten und damit Ihr Smartphone infizieren. Kurzum: Viren Apps sind Apps, die Viren enthalten. Zweitens wird auch von Viren Apps gesprochen, um Programme zu beschreiben, die gegen Viren vorgehen. Sprich: Anti-Viren Apps (und damit das genaue Gegenteil der ersten Bedeutung).

Beides existiert und spielt eine Rolle, wenn es um Virenschutz auf Ihrem Smartphone geht. Wir verraten, was Sie darüber wissen müssen und was in Bezug auf den Schutz von iOS und Android Geräten wichtig ist. Zudem klären wir Sie auf, was es mit sogenannten Trojanern auf sich hat und wie Sie Ihr Smartphone sicherer machen.

Können Android Trojaner bekommen?

Grundsätzlich ist es möglich, dass Android Phones Trojaner bekommen. Ein Trojaner (Abkürzung für „trojanisches Pferd“) beschreibt ein Programm, das andere Programme (Malware bzw. Schadsoftware) ungefragt auf Ihrem Gerät installiert. Obwohl es für Android Geräte zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen gibt, finden Malware bzw. Trojaner leider immer wieder den Weg auf die Geräte. So erst im Februar diesen Jahres mit der Schadsoftware Vultur geschehen. Seien Sie im Google Play Store also vorsichtig, welche Apps Sie installieren und recherchieren Sie im Zweifelsfall lieber vor dem Download. Ihr Smartphone wird es Ihnen danken.

Hat das Android einen Virenschutz?

Besitzt Ihr Android Telefon einen eingebauten Virenschutz? Ja, das tut es. So lässt Google selbst verlautbaren, dass ein extra Android Virenscanner nicht nötig sei. Der Hintergrund: Mit Google Play Protect existiert bereits ein hauseigener Virenscanner, der die Apps im Google Play Store scannt und dafür sorgt, dass Ihr Smartphone geschützt bleibt. Wenn Ihnen das von Ihrem Laptop bekannt vorkommt, dann liegen Sie ganz richtig. Auch auf Windows Computern gibt es mit dem Windows Defender einen vorinstallierten Virenscanner.

Wie kann ich mein Android sicherer machen?

Malware Warnung kommt auf Laptop auf
Schützen Sie sich vor Malware und installieren Sie eine Antiviren-Software. (Bild: Sitthiphong - stock.adobe.com)

Es gibt viele Wege, um Ihr Android Phone sicherer zu machen. Sorgen Sie z.B. dafür, dass Sie anstelle eines Musters einen PIN oder ein Passwort verwenden. Wenn Sie Apps laden, dann nutzen Sie dafür ausschließlich den offiziellen Google Play Store. Verbinden Sie sich überdies nur mit WLAN Netzwerken, denen Sie vertrauen. Es schadet zudem nicht zu überprüfen (Einstellungen > Anwendungen), welche Apps Zugriff auf Ihr Gerät haben und dies ggf. anzupassen. Führen Sie regelmäßig Backups durch.

Gehen Sie darüber hinaus nicht auf Websites, die Ihnen unsicher erscheinen. Sollten Sie SMS oder Mails mit unbekannten Links erhalten, löschen Sie die Nachrichten umgehend. Gehen Sie nicht ran, wenn Sie eine anonyme Nummer anruft, hierbei kann es sich um Werbeanrufe bzw. Phishing Calls handeln.

Warum gibt es bei Apple keine Viren?

Wenn über Viren und Smartphones gesprochen wird, dann wird schnell das iPhone als Musterbeispiel für Datenschutz herangezogen. Warum ist das so? Theoretisch lassen sich natürlich alle Smartphones hacken bzw. manipulieren. Tatsächlich stimmt es jedoch, dass iPhones besonders gut gegen Viren geschützt sind. Das liegt daran, dass sowohl die Soft- als auch die Hardware von iOS Geräten aus einem Haus stammen. Dieses versteckte Dateisystem macht es Hackern und Datendieben so gut wie unmöglich, Viren zu platzieren.

Des Weiteren lassen sich Applikationen fürs iPhone ausschließlich im hauseigenen App Store downloaden. Apple achtet äußerst genau darauf, welche Apps dort angeboten werden. Anders sieht es bei Googles Betriebssystemen Windows und Android aus. Diese sind im Schnitt anfälliger für Viren.

Was kann ich tun um mein Handy zu schützen?

Neben Sicherheitsmaßnahmen, wie ein sicheres Passwort, regelmäßiger Backups und der Verwendung ausschließlich bekannter WLAN Netzwerke, gibt es auch Apps, die gegen Viren schützen. Welche existieren und nützen sie wirklich etwas? Insbesondere für Android gibt es eine ganze Reihe an Anti Viren Apps, wie z.B. V3 Mobile Security, Avira Antivirus Security, Avast Mobile Security, AVG AntiVirus oder AVL. Wenn es um die Sicherheit auf Ihrem Android Gerät geht, dann können Sie jedoch prinzipiell von Anti Viren Apps absehen. Nutzen Sie ausschließlich den Google Play Store. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. iPhones benötigen ebenfalls keine Anti Viren Apps. iOS Geräte sind nämlich noch besser gegen Hacker geschützt als Android Smartphones.

Welche Apps enthalten Viren?

In der Vergangenheit sind gleich mehrere Apps durch die Medien kursiert, die Viren enthalten haben. Das gilt sowohl für Applikationen für Android Geräte als auch für iOS Apps. Erst kürzlich hat eine Firma für Cybersicherheit eine Malware Kampagne aufgedeckt. Diese Kampagne adressiert sowohl Apps für iOS als auch für Android. Was fuhr die Kampagne im Schilde? Sie erlaubt es bösartigen Akteuren, User mit Werbeanzeigen zu überhäufen. Im Folgenden listen wir einige der befallenen Apps auf.

Android

Zu den Android Anwendungen, die von der Malware Kampagne befallen sind, zählen (u.a.):

  • Super Hero-Save the world!
  • Spot 10 Differences
  • Find 5 Differences - New
  • Dinosaur Legend
  • One Line Drawing
  • Shoot Master
  • Talent Trap - NEW
  • Arrow Coins
  • Parking Master

iOS

Zwar mit weitaus weniger Fällen betroffen, gibt es jedoch auch auf iPhones infizierte Applikationen, die wenn vorhanden, Sie sofort löschen sollten. Diese sind:

  • Loot the Castle
  • Run Bridge
  • Shinning Gun
  • Racing Legend 3D
  • Rope Runner
  • Wood Sculptor
  • Fire-Wall
  • Ninja Critical Hit

Sollten Sie diese Apps auf Ihrem Gerät haben, löschen Sie sie umgehend, bevor sie Schaden darauf anrichten. Die Apps sind glücklicherweise nicht mehr im App bzw. Google Play Store erhältlich. Schauen Sie deshalb umso gründlicher auf Ihrem Smartphone nach.

Die Forscher von Human konnten Dutzende Apps im App und Googles Play Store identifizieren, die mit sogenannter Adware verseucht sind. Böse Kampagnen also, die es mit einer Welle aus Werbung auf die Sicherheitsarchitektur Ihres Smartphones abgesehen haben. In regelmäßigen Abständen schleusen Hacker und Datendiebe ihre bösartigen Applikationen an den Sicherheitsvorkehrungen der App Stores vorbei. Das Ergebnis: Viren behaftete Apps werden meist erst gefunden, wenn sie bereits auf vielen Smartphones installiert sind.

Human hat bei ihrer Untersuchung insgesamt neun iOS Apps und 75 Android Anwendungen mit der bösartigen Adware gefunden. Insgesamt wurden die Apps mehr als 13 Millionen Mal installiert. Übrigens: Bei der aktuellen Kampagne handelt es sich um ein bekanntes Problem: Laut dem Sicherheitsreport ist es der inzwischen dritte Anlauf, nach ganz ähnlichen Kampagnen in den Jahren 2019 und 2020.