Handy mit Chrome auf dem Display in einer Hosentasche
Werbeblocker für Chrome App – mehr Datenschutz? (Bild: dzianominator - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Werbeblocker für Chrome App – mehr Datenschutz?

Mit der Werbung im Internet ist es so eine Sache. Auf der einen Seite kann sie durchaus nützlich sein. Denn die Anzeigen heutzutage sind in der Regel benutzerorientiert. Das heißt: Je nachdem für welche Websites Sie sich persönlich interessieren, bieten Ihnen Internetbrowser wie Chrome die passende Werbung dazu. Auf der anderen Seite geschieht dies auf Kosten Ihrer Privatsphäre. Denn personalisierte Werbung wird durch das Auslesen Ihrer Nutzerdaten ermöglicht. Somit wissen Internetbrowser wie Google immer ganz genau, auf welchen Seiten Sie sich rumtreiben und nutzen dies für ihre Werbeanzeigen aus. Damit diese Werbeanzeigen nicht Überhand nehmen und Sie sich anschließend einen Adblocker herunterladen, besitzt die Chrome App ab sofort einen eigenen Werbeblocker. Doch wie verhält es sich dabei mit Ihren Nutzerdaten? Werden diese unter dem neuen Werbelocker auch weiterhin ausgelesen?

Das Geschäft mit der Privatsphäre

Dass Ihre Nutzerdaten beim Surfen auf dem Smartphone ausgelesen werden, ist nichts Neues. Dieses Verfahren wird bereits seit etlichen Jahren angewandt. Auf vielen Websites werden Sie zudem durch den Hinweis „Wir verwenden Cookies“ auf das Datensammeln aufmerksam gemacht. Vor allem bei kostenlosen Programmen wie dem Chrome-Browser gehört das Speichern von Nutzerdaten zum Alltagsgeschäft. Und das aus gutem Grund. Durch das Auslesen Ihres Userverhaltens können Unternehmen wie Google eine ganze Reihe an Informationen darüber sammeln, was Ihnen im Internet gefällt und was nicht. Diese Informationen werden entweder ausgewertet oder weiterverkauft. Am Ende steht immer der Erkenntnisgewinn, welche Seiten und Produkte Sie beim Surfen bevorzugen. Dementsprechend wird Ihnen personalisierte Werbung angezeigt. Dadurch, dass Ihre Nutzerdaten auch weiterverkauft werden, kann Ihnen Werbung auch an ganz anderer Stelle angezeigt werden. Soll heißen: Ein bestimmter Artikel, den Sie sich auf Amazon angeschaut haben, kann Ihnen wenig später bei Facebook zum Kauf angeboten werden. Auch in der Google Chrome App werden Ihnen, je nach besuchter Website, unterschiedlichste Werbeanzeigen präsentiert viele davon personalisiert.

Das Problem mit den Werbeblockern

Seit einiger Zeit hat Chrome nun sowohl für die Desktop- als auch für die Smartphone-Version einen Werbeblocker vorinstalliert. Dieser Werbeblocker, „Chrome Filter“ genannt, soll dafür sorgen, dass Ihnen beim Surfen insgesamt weniger Werbung angezeigt wird. Schließlich beschwert sich eine ganze Reihe an Smartphone-Usern über die Werbe-Fülle, mit der sie konfrontiert werden. Und dieser Unmut ist nicht ganz unbegründet. Denn egal ob personalisiert oder nicht, heutzutage ist es unmöglich, im Internet zu surfen, ohne sich dabei mit einem Haufen unterschiedlicher Werbung auseinandersetzen zu müssen. Aus diesem Grund greifen viele Handybesitzer zu Apps wie „Adblock Plus“ oder „Adblock Green“. Mit Werbeblocker Apps wie diesen können Sie in der Regel so ziemlich jede Art von unerwünschter Werbung vermeiden. Entweder indem diese Apps die Werbeanzeigen in Ihren Browsern verbieten oder indem diese Apps selbst als werbefreie Browser verwendet werden. Diese Werbeblocker werden von Unternehmen wie Google wiederum nur ungern gesehen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Sie sind geschäftsschädigend. Denn die Anzeigen, die Sie mit einem Werbeblocker ausschalten, bilden eine wichtige Einnahmequelle von Google. Keine Werbung bedeutet für Google also kein Geld.

Googles eigener Werbeblocker „Chrome Filter“

Schattenhand hält Schloss vor Chrome Browsersymbol
(Bild: ink drop - stock.adobe.com)

Um dem Problem um die Werbeblocker Herr zu werden, hat Google mit dem „Chrome Filter“ nun einen eigenen Werbeblocker entwickelt. Dieser unterbindet zwar genau wie die Werbeblocker der Konkurrenz Werbeanzeigen, jedoch nicht grundsätzlich. Der in der Chrome-App eingebaute „Chrome Filter“ konzentriert sich vor allem auf die Anzeigen, die vom Handyuser als besonders störend empfunden werden. Dazu zählen für Smartphones zum Beispiel Pop-Up Fenster, von selbst laufende Videos mit Ton oder Anzeigen, die erst nach einem Countdown geschlossen werden können. Insgesamt handelt es sich um zwölf unterschiedliche Werbe-Typen (für PC und Handy), die durch den „Chrome Filter“ in Zukunft vermieden werden sollen. Und tatsächlich, durch Googles Werbeblocker werden viele als besonders penetrant empfundene Anzeigen zukünftig gesperrt. Der Werbeblocker von Google hält also was er verspricht und reduziert zumindest die Anzahl an Werbeanzeigen. Somit lässt sich „Chrome Filter“ als ein weicher Werbeblocker beschreiben, im Gegensatz zum harten Werbeblocker wie „Adblock Plus“.

„Chrome Filter“ = mehr Datenschutz?

Die Funktion des Chrome Filters klingt zunächst ganz gut. Doch inwieweit wirkt sich Googles hauseigener Werbeblocker auch auf die Sammlung Ihrer Nutzerdaten aus? Werden durch Chrome Filter in Zukunft also weniger Cookies von Ihnen gesammelt, wenn Sie die Chrome App verwenden? Die Antwort lautet leider: Nein. Denn obwohl Ihnen durch den Chrome Filter weniger beziehungsweise weniger aufdringliche Werbung angezeigt wird, sammelt Google weiterhin Ihre Nutzerdaten. Denn der Chrome Filter (genau wie alle anderen Werbeblocker) soll zwar den Komfort beim Surfen erhöhen, jedoch nicht Ihren Datenschutz. Wenn Sie also in Zukunft unerkannt mit dem Smartphone surfen wollen, dann empfiehlt es sich stattdessen in den Inkognito-Modus der Chrome App oder in den eines anderen Browsers zu wechseln. In diesem werden Ihre Nutzerdaten nicht gespeichert. Eine andere Möglichkeit sind Inkognito-Apps. Hierbei handelt es sich um spezielle Anwendungen, mit denen Sie sicher und anonym auf Ihrem Smartphone surfen, ohne dass dabei Cookies von Ihnen gesammelt werden. Je nachdem ob Sie ein Android oder iPhone besitzen, stehen Ihnen eine Vielzahl an unterschiedlichen Inkognito-Apps wie beispielsweise „Hotspot Shield“, „SurfEasy“ oder „GetCocoon“ zur Verfügung. Die meisten davon sind kostenlos.