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Simulcast

Person tippt auf Broadcast-Logo
(Bild: Stuart Miles - stock.adobe.com)

Im Normalfall wurden Radio- oder Fernsehprogramme früher lediglich über einen Rundfunkweg verbreitet. Hierbei kam es zu keinerlei Verzögerung und logischerweise auch keinen zeitlichen Unterschieden bei der Übertragung der Programme auf dem Fernsehgerät. Unter dem Begriff Simulcast verstehen Experten in der modernen Zeit eine Simultanübertragung einer Sendung oder eines Programmes über mehrere Verbreitungs- beziehungsweise Rundfunk-Wege. Das Wort selbst setzt sich aus den Begriffen „simultaneous“ (gleichzeitig) und „Broadcast“ (Übertragung) zusammen. Ein Beispiel ist der Jugendsender egoFM, dessen Inhalte über UKW, DAB+, Satellit, Kabelnetz und DVBT empfangbar sind. Bei den Webradio-Angeboten beträgt die Simulcast-Quote derzeit zirka 20 %. Abzugrenzen ist das Verfahren von Sendern mit Web-Only-Übertragung. Hier können Interessenten ausschließlich über das Internet auf die Programme zugreifen. Darüber hinaus lässt sich das Programm aber auch über das Internet abrufen. Beim Fernsehen kann der Empfang der ARD via Digital-, Antennen- oder Satellitenübertragung darunter verstanden werden. Zusätzlich setzen auch die öffentlich-rechtlichen Sender vermehrt auf die Übertragung Ihrer Inhalte via Stream.

Simulcast – leichte Verzögerungen möglich

Grundsätzlich bestehen zwischen den einzelnen Übertragungswegen keine Unterschiede. Grundvoraussetzung für die Bezeichnung als Simulcast bleibt also, dass ein und dasselbe Programm für alle Verbreitungskanäle gesendet wird. Hierin liegt eine entscheidende Abgrenzung zu ergänzenden Channels von Sendern, die fälschlicherweise ebenfalls unter den Simulcast-Begriff gefasst werden. Erweiterungen durch Video-Pakete via App oder Internetauftritte einzelner Sender zählen als separate Angebote, sofern sie nicht das aktuelle Programm wiedergeben.

Zuweilen kommt es bei Simulcast zwischen einzelnen Empfangsmethoden zu Verzögerungen. So muss zum Beispiel das Signal via Satellit einen deutlich längeren Weg zurücklegen. Dies resultiert im Endeffekt in einer durchschnittlichen Verzögerung von 250 ms. Im Zuge der Digitalisierung änderten sich auch die Wege der Übertragung erheblich. Anders als früher greifen die Sender nicht mehr auf terrestrische Ausstrahlungen über analoge Wege zurück, die 2012 vollkommen eingestellt wurden. Früher besaßen zudem Videorekorder zuweilen eine Simulcast-Funktion. Sie zeichneten bei Aktivierung das zu diesen Zeiten bessere Tonsignal über Rundfunk auf den HiFi-Tonspuren auf. Als neuer Begriff tauchte unlängst zudem HD-Simulcast auf. Bei dieser Variante besteht bei der parallelen Ausstrahlung von Fernsehprogrammen eine Abstufung nach den Qualitätsstufen HDTV und SDTV. Nutzer ohne kompatible Receiver und/oder Abonnement zur Berechtigung der hochauflösenden Variante können die Sender dann über den älteren Standard weiter empfangen.