fahrrad blog der wertgarantie

Alles rund ums Rad.
Unser Fahrrad-Blog.

Tubeless-Reifen – wie montieren?

20.03.2019

 

Tubeless-Reifen sind bei Rennrädern und Mountainbikes bereits weit verbreitet. Die Reifen gelten als pannensicher, haben einen geringen Rollwiderstand und lassen sich mit einem geringeren Reifendruck fahren. Auch für andere Fahrradtypen wächst das Angebot für Tubeless-Reifen. Bei der Montage gibt es einige Dinge zu beachten. Wir erklären, wie sich die schlauchlosen Reifen montieren lassen.

 

Passende Felgen für Tubeless-Reifen

Immer mehr Reifenhersteller bieten Tubeless-Reifen mit unterschiedlichen Profilen für verschiedene Fahrradtypen an. Erhältlich sind passende Reifen beispielsweise für Citybikes, E-Bikes oder Trekkingräder. Neben der richtigen Größe und einem geeigneten Profil der Reifen sind für Tubeless-Systeme vor allem passende Felgen wichtig. Weil der Reifendruck direkt auf die Felgenflanken wirkt, müssen diese stabil genug sein. Außerdem müssen die Felgen einen geeigneten Felgenhöcker haben, der die Reifen sicher hält. Geeignete Felgen sind häufig mit dem Hinweis „tubeless ready“ oder „rt“ gekennzeichnet.

 

Tubeless-Reifen richtig montieren – was benötige ich dafür?

Um Tubeless-Reifen montieren zu können, sind neben Reifen und Felgen noch weitere Materialien notwendig:

 

  • Tubeless-Felgenband passend zu Felgenbreite (Produktinformationen beachten)
  • Tubeless-Ventile
  • Dichtmilch
  • Montage-Fluid oder auch etwas Seifenwasser
  • Eventuell Reinigungsmittel oder Fettlöser wie Bremsenreiniger

Für die Montage wird außerdem noch folgendes Werkzeug benötigt:

 

  • Reifenheber
  • Ein spitzer Schraubendreher oder ein anderes Werkzeug um ein Loch zu stechen
  • Eine Standpumpe, eventuell auch ein Kompressor

 

Tubeless-Reifen montieren – Schritt für Schritt

Anders als bei herkömmlichen Reifen haben Tubeless-Reifen keinen Schlauch. Felge und Reifen müssen ein luftdichtes System bilden. Aus diesem Grund müssen in einem ersten Schritt die Felgen abgedichtet werden. Das geht so:

 

  1. Die Felgeninnenseite gründlich mit einem Lappen von Schmutz und möglichen Fettrückständen reinigen. Dazu eignet sich ein Bremsenreiniger sehr gut.
  2. Mit dem Felgenband die Felge von innen abdichten. Dazu wird das Dichtband auf der ganzen Länge mindestens einlagig in das Felgenbett eingelegt. Die Enden sollten mindestens 3-4 Zentimeter überlappen.

 

Anschließend können Ventil und Tubeless-Reifen montiert werden:

 

  1. An der Ventilöffnung in der Felge das Dichtband mit einem spitzen Schraubendreher oder einem anderen geeigneten Werkzeug (idealerweise heiß gemacht, das verringert das Risiko, dass das Felgenband einreißt) durchstechen. Kleiner Tipp: Mit einem erhitzten Werkzeug verringert sich das Risiko, dass das Felgenband einreißt. Dann kann das Ventil von innen eingesetzt werden. Anschließend von außen den Dichtring aufsetzen und die Überwurfkappe aufschrauben. Dabei auf den korrekten Sitz der Dichtung achten.
  2. Den Reifen mit einer Wand in die Felge einsetzen.
  3. Im nächsten Schritt kann die Dichtmilch eingefüllt werden. Dafür die Milch vorher gründlich schütteln und die benötigte Menge in den Reifen gießen. Die genaue Menge hängt vor allem von Art und Größe des Reifens sowie dem Hersteller der Dichtmilch ab. In der Regel sind 60 bis 100 ml notwendig. Hierzu auf jeden Fall die Produktinformationen beachten. HINWEIS: Alternativ kann die Dichtmilch auch später eingefüllt werden (Siehe Schritt 6).
  4. Nun die zweite Reifenwand vom Ventil ausgehend auf die Felge ziehen. Dies geht zum Ende hin deutlich schwerer als bei der ersten Reifenwand. Für das letzte Stück bei Bedarf Reifenheber verwenden. Aber Vorsicht: Genau darauf achten, dass dabei die Dichtlippe des Reifens nicht beschädigt wird.
  5. Die Reifenwülste nun mit Montagefluid oder auch etwas Seifenwasser ringsum benetzen und anschließend den Reifen aufpumpen. Durch den Luftdruck wird der Reifen in Position gedrückt. Das Montagefluid oder die Seifenlösung erleichtert diesen Vorgang. Um den notwendigen Reifendruck schnell genug zu erzeugen, ist eine Standpumpe (z. B. die Topeak Joeblow Booster) oder noch besser ein Kompressor notwendig. Eine Handpumpe ist aus diesem Grund ungeeignet. Sie erzeugt zu langsam den nötigen Druck, um die Reifenwülste von innen gegen die Felgenflanke zu drücken und luftdicht abzuschließen. Ein deutliches Knackgeräusch signalisiert, dass der Reifen am Felgenhöcker eingerastet ist. Abschließend noch einmal den korrekten Sitz des Reifens ringsum kontrollieren.
  6. Wer in Schritt 3 die Dichtmilch noch nicht eingefüllt hat, muss dies jetzt tun. Dazu die Luft noch einmal aus dem Reifen lassen und das Ventil ausschrauben. Durch den Ventilschaft die Dichtmilch einfüllen. Anschließend das Ventil erneut einsetzen und den Reifen wieder aufpumpen.
  7. Den Reifen gründlich drehen und schwenken, damit sich die Dichtmilch gleichmäßig im ganzen Reifen verteilt.

 

Tubeless-Reifen – wie viel bar Luftdruck sind nötig?

Für die Montage des Tubeless-Reifens empfiehlt sich ein Luftdruck von 3 bar. Soll der Reifen später mit weniger Druck gefahren werden, auf jeden Fall prüfen, ob der Reifen für diesen Luftdruck ausgelegt ist. Nachdem der Reifen montiert ist, kann der Luftdruck auf den Wert für diesen Manten passenden Wert gebracht werden.

 

Tubeless-Reifen – wie viel Dichtmilch nachfüllen?

Im Laufe der Zeit kann die Dichtwirkung der Dichtmilch nachlassen, weshalb diese von Zeit zu Zeit nachgefüllt werden muss. Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Üblich ist, dass die Milch alle 2 bis 6 Monate nachgefüllt werden muss. Ein deutliches Zeichen ist, dass der Reifen die Luft nicht mehr gut hält.

 

Wer es nicht soweit kommen lassen möchte, kann sich an folgende Faustregel halten: Einmal im Monat etwa 10 ml Dichtmilch einfüllen.

 

Was tun, wenn das Ventil des Tubeless-Reifens undicht ist?

Ist ein Tubeless-Ventil undicht, kann das verschiedene Ursachen haben:

 

  1. Der Dichtring sitzt nicht korrekt oder ist nicht fest genug verschraubt
  2. Das Ventil ist nicht fest genug im Ventilschaft angezogen

Um den Dichtring zu prüfen, die Überwurfmutter etwas lösen und den korrekten Sitz des Rings kontrollieren. Eventuell den Dichtring austauschen.

 

Bei Tubeless-Ventilen lässt sich das Ventil aus dem Schaft schrauben. Dafür gibt es ein kleines Hilfswerkzeug, mit dem sich das Ventil festdrehen lässt. Es ist in der Regel im Lieferumfang der Ventile enthalten. Ansonsten ist es im Fahrradladen für wenig Geld erhältlich. Mit dem Werkzeug das Ventil noch einmal sorgfältig nachziehen.

 

Tubeless-Reifen undicht – das hilft

Wenn ein Tubeless-Reifen platt ist, kann es dafür mehrere Erklärungen geben:

 

  1. Es ist nicht ausreichend Dichtmilch im Reifen.
  2. Das Ventil ist undicht.
  3. Der Reifen sitzt nicht richtig in der Felge.
  4. Das Felgendichtband sitzt nicht korrekt.

Um die Ursache zu finden, sollten die einzelnen Punkte der Reihe nach kontrolliert werden. Um zu prüfen, ob der Reifen mit Dichtmilch ausreichend abgedichtet ist, kann er mit Seifenwasser bepinselt werden. Bildet sich Schaum, ist der Reifen an der Stelle nicht richtig abgedichtet. Gerade bei neuen Reifen reicht es oft schon, den Reifen noch einmal so zu schwenken, dass sich die Dichtmilch gezielt an diese Stelle verteilt.

 

Um den richtigen Sitz des Reifens in der Felge zu prüfen, den Tubeless-Reifen lösen und noch einmal erneut aufpumpen. Dabei auf das Einrastgeräusch achten.

 

Tubeless-Reifen geplatzt – und nun?

Wie jeder Reifen kann auch ein Tubeless-Reifen platzen. Ursache dafür ist in der Regel ein zu hoher Reifendruck. Beim Aufpumpen des Tubeless-Reifens daher immer auf den korrekten Luftdruck achten. Der ist wie bei allen Reifen auf der Reifenwand angegeben.

 

Ist der Reifen geplatzt, hilft es nur noch, den Tubeless-Reifen zu wechseln.

 

Tubeless-Reifen flicken

Im Gegensatz zu herkömmlichen Reifen besteht kein Risiko, einen Tubeless-Reifen flicken zu müssen. Die schlauchlosen Reifen sind pannensicher. Dafür sorgt die Dichtmilch im Reifeninnern. Sie verschließt innerhalb von Sekundenbruchteilen die Einstichstelle im Reifen. Lediglich größere Schäden am Reifen wie Risse oder längere Schnitte lassen sich so nicht schließen. In diesem Fall muss meist ein neuer Reifen her. Für eine provisorische Reparatur unterwegs gibt es zwei Möglichkeiten: Den Schaden entweder mit Hilfe eines Reparatur-Kits für Tubeless-Reifen reparieren oder einen herkömmlichen Schlauch einsetzen. So lässt sich der Weg bis zur nächsten Reparaturmöglichkeit zurücklegen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Fahrradreifen-Größe brauche ich?

Das Fahrrad selbst reparieren - nützliche Tipps

Frühlings-Check für das Fahrrad