Fahrradabstellplatz
Fahrradpackstation (Bild: www.CreativeNature.nl)

Tipps und Tricks

Fahrradstationen

Wer mit dem Fahrrad zum Bahnhof pendelt, um dann von dort weiterzufahren, wünscht sich eine sichere Abstellmöglichkeit für das eigene Zweirad. Neben den sehr verbreiteten Abstellanlagen mit Befestigungsmöglichkeiten und den schon etwas selteneren Fahrradgaragen, bilden Fahrradstationen eine interessante Ergänzung.

Groß, serviceorientiert und bewacht

Im Gegensatz zu den im Fachhandel erhältlichen Fahrradboxen oder Fahrradgaragen wie dem Hamburger Fahrradhäuschen -, sind Fahrradstationen sehr große Einrichtungen mit Abstellplätzen für oft mehr als 1.000 Fahrräder.

Die Stationen sind in den meisten Fällen bewacht und das anwesende Personal führt auch Servicearbeiten durch. Sowohl der Abstellplatz als auch der Service sind dabei kostenpflichtig.

Die Idee, die Fahrradstationen bei Bahnhöfen zu etablieren, ist eine Fortführung des Bike and Ride (B+R) Gedankens. Radfahrende erhalten am Bahnhof nicht nur einen Abstellplatz, sondern auch Ansprechpersonen, die sich um das Fahrrad kümmern. Notwendige Reparaturen am Rad können durchgeführt werden, während die Besitzer mit der Bahn unterwegs sind.

Eine Vorstellung von den Preisen in solchen Fahrradstationen kann man sich anhand der Preistabelle der Station am Hauptbahnhof von Münster machen, die angesichts ihrer Größe und ihres Angebots ein besonders gelungenes Beispiel für eine Fahrradstation darstellt.

Hier kostet das Abstellen des Rades pro Tag 70 Cent. Eine Jahreskarte ist um die 70 Euro erhältlich, das Mieten eines persönlichen Stellplatzes kostet 90 Euro im Jahr (Stand August 2017).

Serviceleistungen in Fahrradstationen

Fahrradstation.
Fahrradstation (Bild: WERTGARANTIE / ndu)

Die nachfolgende Liste gibt eine Übersicht über die Bandbreite der von Fahrradstationen angebotenen bzw. denkbaren Dienstleistungen. Das tatsächliche Angebot ist dann von Station zu Station verschieden. Bei der Beschreibung der Dienstleistungen wird davon ausgegangen, dass sich die Station direkt neben einer Haltestelle des ÖPNV befindet.

Fahrradabstellplatz

Die Fahrräder werden entweder vom Personal übernommen und abgestellt oder man stellt sein Fahrrad selber ab. In manchen Radstationen lässt sich ein persönlicher Stellplatz mieten. Ergänzend werden Aufbewahrungsmöglichkeiten für Helm und fahrradtypische Bekleidung angeboten, die man nur während der Fahrt benötigt.

Fahrradservice

Die Fahrräder können entweder selbst oder vom Personal gewartet und repariert werden. Die Abholzeiten werden dazu mit den Reisezeiten der Radfahrer abgestimmt. Am Morgen wird das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit abgegeben, am Abend kann damit schon wieder nach Hause gefahren werden.

Radverleih

Touristen können sich nach Ankunft am Bahnhof ein Rad leihen und damit die Stadt erkunden. Am Abend geben sie das Rad wieder zurück.

Fahrradhandel

In einem Teil der Fahrradstation werden Fahrräder und vor allem Fahrradzubehör zum Kauf angeboten. Die hohe Frequenz an interessierter Kundschaft ist in Kombination mit den anderen Dienstleistungen quasi garantiert.

Tourismusinformation und Routenplanung

Bis zu einem gewissen Grad kann eine Fahrradstation auch Informationen über lokale Sehenswürdigkeiten, Gastronomiebetriebe, Unterhaltungsmöglichkeiten und die besten Fahrradwege dorthin bereitstellen. Diese Informationen können in Form von Kartenmaterial oder Routenplänen für digitale Geräte angeboten werden.

Entwicklung der Fahrradstationen in der Schweiz und Österreich

In der Schweiz unterstützt das Forum Velostationen seit 1996 als Kompetenzzentrum den Aufbau von Fahrradstationen. Zurzeit gibt es in der Schweiz etwas mehr als 50 Fahrradstationen, die in der Schweiz Velostationen genannt werden.

In Österreich gibt es Fahrradstationen am neuen Wiener Hauptbahnhof, am Bahnhof in Baden bei Wien und am Grazer Hauptbahnhof.

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