Person macht sich eine Gemüsepfanne
Der Küchen-Check: Welcher Kochfeld-Typ sind Sie? (Bild: EdNurg - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Der Küchen-Check: Welcher Kochfeld-Typ sind Sie?

Pechschwarz, leicht erhöht und rußig riechend: Gusskochplatten aus schon fast vergessenen Zeiten. Allzu oft findet man diese Kochfeld-Veteranen in deutschen Küchen nicht mehr. Und auch bei Küchenherstellern und Profi-Köchen hat sich das Massekochfeld in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die jungen Wilden heißen jetzt „Induktion“ und „Ceran“ sind den „alten“ Metallkochplatten in Sachen Praktikabilität und Technologie weit voraus. Doch welches Kochfeld bietet die besten Möglichkeiten im Alltag? Ein Vergleich.

Kochen macht Spaß. Über 55 Millionen Personen in Deutschland stehen regelmäßig oder zumindest gelegentlich am Herd. Mehr als 70 Prozent tun das sogar gerne. Für den perfekten Brutzel-Spaß muss also auch ein passender Herd her. Die Preise der unterschiedlichen Typen liegen zwischen 229 und 3.800 Euro – sagen allerdings wenig über die Qualität eines Herdes aus. Laut Stiftung Warentest lässt sich mit Induktionsherden langfristig am effektivsten kochen.

Der Induktionsherd: Tief im Inneren auch nur aus Kupfer

Öffnet man einen Induktionsherd, wird eine große Kupferspule sichtbar, die ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt. Das magnetische Wechselfeld verursacht im Topfboden eine elektrische Spannung und diese wiederum einen Induktionsstrom (Wirbelstrom). Die dabei entstehende Energie wirkt dann direkt auf den Boden und die Seitenwände des Kochgefäßes ein – die Aufwärmphase startet und die Wärmeregulierung kann zügig und präzise erfolgen. Befindet sich kein Topf auf dem angeschalteten Kochfeld, strahlt dieses keine Wärme mehr ab. Genial, oder? Ein klares Alleinstellungsmerkmal unter den Kochfeldern, wenn es darum geht große und kleine Köche vor Kochunfällen zu schützen.

Sparen mit Ceran: Nur auf den ersten Blick!

Wie auch der Induktionsherd gehören Cerankochfelder zu den Varianten mit einer Glaskeramikoberfläche. Diese ist im Alltag pflegeleicht und widerstandsfähig. Mit einem Wisch und etwas Spülmittel sind Lebensmittelreste nach dem Kochen schnell beseitigt. Das elektronische Cerankochfeld ist auf den ersten Blick in der Anschaffung (ab 200 Euro) zudem deutlich günstiger als ein Induktionsherd (ab 600 Euro). Doch aufgepasst: Wer viel kocht verbraucht mit einem Ceranfeld mehr Strom!

Stiftung Warentest hat hierfür Wasser mit den unterschiedlichen Herd-Typen zum Kochen gebracht. Das Ergebnis: Der Induktionsherd verbrauchte rund ein Fünftel weniger Strom als ein Cerankochfeld. Pro Kochgang muss so, je nach Modell, mit einem Mehrverbrauch von ca. drei bis sechs Cent bei Ceranherden gerechnet werden.

Herd-Typ Pro Contra
Induktion
  • Schnelle und sichere Aufheitzphase
  • Präzise Wärmeregulation
  • Geringer Stromverbrauch
  • Pflegeleicht
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Induktionsgerechte Töpfe & Pfannen notwendig
Ceran
  • Pflegeleicht
  • Einfache Bedienung
  • Niedriger Anschaffungspreis
  • Höherer Energieverbrauch
  • Verbrennungsgefahr durch heiße Kochzone
Gas
  • Schnelles Aufheitzen
  • Präzise Temperaturregulation
  • Niedriger Preis
  • Sicherheitsrisiko durch offene Flamme
  • Aufwendige Reinigung

Kochen mit Gas: Standard in der Profiküche und eine gute Zwischenlösung

Kochtopf auf offener Gasherdflamme
(Bild: studio v-zwoelf - stock.adobe.com)

In der Profiküche fast immer Standard, vereint der Gasherd ähnliche Attribute wie der Induktionsherd und überzeugt mit genauer Hitzeregulierung, schneller Aufwärmphase und einem niedrigen Preis (ab 200 Euro). Des Weiteren ist das Kochen mit Gas deutlich günstiger als mit Strom. Einzig das Sicherheitsrisiko der offenen Flamme und die aufwendige Reinigung der einzelnen Komponenten sind zu beanstanden.

Fazit: Vorlieben und Bedürfnisse walten lassen

Der Hobbykoch sollte sich genau überlegen, ob teure Modelle sich langfristigen lohnen und dann je nach individuellem Wohlfühlfaktor beim Kochen entscheiden. Wer etwas Strom sparen will und wenig Aufwand bei der Reinigung für notwendig erachtet, macht mit einem Induktionsherd keine Fehler. Für emotionale Vielkocher bleibt in der Regel nur die Auswahl zwischen Induktions- und Gasherd. Und wer überhaupt nicht mit modernen Kochfeldern zurechtkommt, der kann natürlich auch weiterhin auf Omas Gussplatten kochen – solange es sie noch gibt.