Facebook Messenger App und Instagram App im Ausschnitt auf iOS Smartphone-Bildschirm
Facebook Messenger in Instagram (Bild: Aleksei - stock.adobe.com)

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Der Facebook Messenger gehört bald zu Instagram

Es scheint das unweigerliche Schicksal von Startups zu sein, dass sie von großen Konzernen geschluckt werden, sobald sie erfolgreich werden. Bekannte Beispiele dafür sind WhatsApp und Instagram. Zunächst als eigenständige Gründungen an den Start gegangen, wurden beide Startups nach ein paar Jahren von Facebook aufgekauft. Solch ein Vorgang hat immer Vor- und Nacheile. Wenn große Tech-Konzerne eine wachsende Zahl an Nutzern gewinnen, kommt einerseits die Frage nach der Macht solcher Unternehmen wie Facebook auf und inwieweit so viel Einfluss, inkl. des Besitzes von Millionen bzw. Milliarden User-Daten, erlaubt sein darf. Andererseits birgt so eine Fusion auch Vorteile – vor allen für den Nutzer. Auf diese Weise werden die Grenzen zwischen den einzelnen Apps nämlich durchlässiger. Dies zeigt sich aktuell an Facebooks neustem Vorhaben, seinen Messenger in die Instagram App zu integrieren.

Das steckt hinter der Fusion vom Facebook Messenger und Instagram

Wenn über die Integration vom Facebook Messenger in die Instagram App gesprochen wird bzw. über einen Zusammenschluss beider Apps – was genau ist damit dann gemeint? Im Prinzip ist das Vorhaben ganz einfach erklärt und weitaus unspektakulärer als auf den ersten Blick vermutet. Anstatt eines vollständigen Zusammenlegens beider Anwendungen, kooperieren beide Apps in Zukunft auf Messenger Ebene miteinander – zumindest in eine Richtung. Künftig wird es nämlich möglich sein, aus der Instagram App heraus Nachrichten bzw. Direct Messages (kurz: „DMs“) an Facebook Kontakte zu schreiben. Andersherum, also Nachrichten aus dem Facebook Messenger an Instagram Kontakte zu verschicken, wird dies (zumindest anfangs) nicht möglich sein. Das aktuelle Symbol, um Direct Messages auf Instagram zu verfassen, der kleine Papierflieger, wird durch die Sprechblase vom Facebook Messenger ersetzt.

Diese spannenden Neuerungen hält Instagram außerdem für Sie bereit

Neben der Integration der Nachrichten Funktion, können Sie sich auf zusätzliche Änderungen in der Instagram App einstellen. Zum einen bekommt Ihr Chat mehr Farben als bisher. Auf diese Weise können Sie Ihre Nachrichtenverläufe individuell gestalten. Zum anderen stehen Ihnen mehr Emoji-Symbole zur Auswahl. Künftig haben Sie also noch mehr Optionen an der Hand, um auf Nachrichten visuell zu reagieren bzw. Ihren Texten mehr Ausdruck zu verleihen. Darüber hinaus können Sie durch eine Wischgeste direkt auf einzelne Nachrichten, ähnlich wie bei WhatsApp, antworten. Auf diese Weise gibt es bei längeren und lebhaften Dialogen keine Verwirrung mehr, wer auf was geantwortet hat. Wenn Sie mehr über die Instagram App erfahren möchten und welche Tipps Ihnen beim erstmaligen Verwenden der Applikation helfen, dann klicken Sie hier.

Das altbekannte Problem mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Smartphone an Schreibtisch in zwei Händen gehalten mit geöffneter Messenger App
Instagram mit Facebook Messenger (Bild: Denys Prykhodov - stock.adobe.com)

WhatsApp hat sie erst vor ein paar Jahren dazubekommen, andere Messenger wie Telegram oder Signal waren schon viel früher dabei: Die Rede ist von der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Mit dieser sind Chats vor dem Auslesen Dritter, vor allem durch die Anwendungen selbst, geschützt. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt dafür, dass Unterhaltungen ausschließlich von den Gesprächsteilnehmern gelesen werden können, die an den Chats beteiligt sind. Heute gilt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard bei Chat Apps. Umso interessanter wird es bei der geplanten Fusion vom Facebook Messenger und Instagram. Beide Apps verfügen bislang nicht über einen sicheren Kommunikationsweg. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung findet sich aktuell nur bei WhatsApp. Alle drei Apps gehören bekanntlich zu Facebook. Es sei daher geplant, den Facebook Messenger und Instagram diesbezüglich nachzurüsten, sodass die Kommunikation in beiden Apps ebenfalls gesichert verläuft.

Ob dies bald umgesetzt ist, steht zurzeit jedoch nicht fest. Das heißt: Es kann gut sein, dass Textnachrichten, die Sie via Instagram an Kontakte aus dem Facebook Messenger versenden, zunächst ungesichert bleiben. Bereits mit den Spekulationen um einen geplanten Zusammenschluss von Facebook, Instagram und WhatsApp Anfang letzten Jahres wurden erste Sicherheitsbedenken laut. Sollten in Zukunft alle drei Dienste miteinander kommunizieren können, wäre ein mögliches Ungleichgewicht beim Schutz der Chats höchst brisant. Schließlich sind WhatsApp Unterhaltungen Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die von Facebook und Instagram hingegen nicht. Sollte dieser Umstand bei einer Fusion bestehen bleiben, stellt sich die Frage, ob Konversationen gesichert ablaufen können oder ob etwa nur ein Teil der Nachrichtenverläufe geschützt ist und andere ausgelesen werden können. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Herausforderung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Falle der Integration des Facebook Messengers in die Instagram App meistern lässt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass verfasste Texte zunächst weiter unverschlüsselt bleiben.

Die Fusion vom Facebook Messenger und Instagram ist lange geplant

Die Meldung, dass der Facebook Messenger und Instagram zusammengelegt werden sollen, ist nicht neu. Bereits im Januar 2019 wurden erste Berichte, damals durch die New York Times, laut, dass der Mutterkonzern Facebook eine Fusion plant. Demnach sollte nicht nur der Facebook Messenger Teil von Instagram, sondern die drei Apps Facebook, Instagram und WhatsApp zusammengelegt werden. Die Fusion der drei Applikationen war jedoch nicht in Form einer einzigen Super-App geplant. Stattdessen sollten die Anwendungen auf Messenger Ebene miteinander kommunizieren. So sollte es möglich sein, dass User einer App Nachrichten an Nutzer einer anderen App schreiben können, ohne die Applikation wechseln zu müssen. Damals hat sich Facebook nicht zu den Gerüchten geäußert.

Das hat die Vermutung befeuert, dass ein Zusammenschluss der drei Programme bevorsteht. Später hat Facebook den Verdacht dann bestätigt und gesagt, dass es tatsächlich daran arbeite, die Kommunikation zwischen den Anwendungen zu erleichtern. Inzwischen ist klar, dass sich die Fusion in einem etwas kleineren Ausmaß vollziehen wird als zunächst angenommen: Nicht Facebook, Instagram und WhatsApp werden zusammengelegt, sondern der Facebook Messenger und Instagram. Nichtsdestotrotz dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch WhatsApp Teil dieses Zusammenschlusses wird und die Kommunikation zwischen allen drei Apps Realität wird. Für eine einfachere Kommunikation zwischen den einzelnen Diensten wäre dies sicherlich wünschenswert. Wenn Sie mehr über eine mögliche Fusion aller drei Anwendungen erfahren möchten und welche Auswirkungen dies auf Ihre Datensicherheit haben könnte, dann können Sie hier einen ausführlichen Artikel dazu nachlesen.

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