Mann schaut suchend unter Sofa in einem Wohnzimmer
Sind Airtags sinnvoll? (Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

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Apple AirTags - alles, was Sie dazu wissen müssen

“Wo habe ich nochmal den Schlüssel hingelegt?” Jeder von uns kennt die Situation. Sie sind in Eile und müssen los. Leider macht Ihnen Ihre Vergesslichkeit einen Strich durch die Rechnung. Wo waren gleich Haustürschlüssel, Portemonnaie und Kopfhörer? Jetzt muss es doch eigentlich schnell gehen, wo haben Sie die Sachen gestern Abend nochmal hingelegt? Nun ja, im Falle der Kopfhörer lassen sich diese inzwischen problemlos orten: AirPods und viele weitere Ohrhörer sind einfach per GPS auffindbar. Ihr Smartphone sowieso. An den Aufbewahrungsort von Gegenständen ohne Elektronik wie GPS und Bluetooth müssen Sie sich hingegen ganz altmodisch erinnern - zumindest bis jetzt. Apples neustes Produkt - die AirTags - soll Ihnen nämlich dabei helfen, auch analoge Dinge trackbar zu machen. Wie die AirTags genau funktionieren und was Sie sonst noch dazu wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

AirTags - wie genau funktionieren die kleinen Helfer?

Zuerst die beiden wichtigsten Fragen: Wie sehen die AirTags eigentlich aus und auf welche Weise werden sie an die entsprechenden Gegenstände angebracht bzw. befestigt? Die erste Frage lässt sich relativ schnell beantworten: Die AirTags sind klein, weiß und rund und bestehen aus Kunststoff sowie rostfreiem Edelstahl. Zudem sind sie staub- und wasserabweisend. Befestigt werden sie z.B. am Schlüsselbund nicht etwa per Magnet oder Klebepad, sondern über einen extra Schlüsselanhänger, der (wie bei Apple typisch) dazugekauft werden muss. Im Portemonnaie lassen sich die kleinen Helfer einfach ins Münz- oder Scheinfach tun. AirTags sind Teil des Find-My-Netzwerks, mit dem Sie auch Ihr Telefon oder Ihre AirPods wiederfinden können. Die App Wo ist? befindet sich vorinstalliert auf Ihrem Gerät und erlaubt es Ihnen Ihre Apple-Geräte zu orten. Ein kleiner Lautsprecher an den AirTags kann per Knopfdruck ein Tonsignal von sich geben und Sie bei der Suche danach unterstützen. Verbinden lassen sich die AirTags einfach per Bluetooth, genau wie Ihre AirPods also. Im Anschluss können Sie jedem AirTag einen eigenen Namen, wie z.B. “Schlüssel” geben.

So lassen sich herrenlose AirTags wieder aufspüren

Wenn Sie iPhone-User sind und ein herrenloses AirTag finden, informiert Sie Ihr Gerät automatisch darüber. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie mindestens über iOS 14.5 verfügen. Sind Sie beispielsweise im Zug und in Ihrer Nähe befindet sich ein AirTag ohne Besitzer, erscheint auf Ihrem Bildschirm die Meldung: “AirTag gefunden, der sich mit Dir bewegt“. Sollten Sie eine entsprechende Meldung angezeigt bekommen, können Sie diese durch ein zweimaliges Tippen pausieren. Am nächsten Tag wird Ihnen die Meldung jedoch erneut angezeigt. Gehört der AirTag jedoch einer Person, die sich in derselben “Family Sharing Group” (AirTags lassen sich einer bestimmten Gruppe zuordnen) wie Sie befindet, können Sie die Meldung auch auf unbestimmte Zeit verschieben. Minuspunkt: Wenn Sie die Meldung gar nicht mehr sehen wollen, können Sie diese auch einfach deaktivieren. Heißt: Wirklich diebstahlsicher sind AirTags damit nicht. Sie dienen eher dem wieder Aufspüren verloren gegangener Gegenstände und weniger der Verfolgung im Falle eines Diebstahls.

Brauchen Sie ein iPhone, um AirTags nutzen zu können?

Hand hebt Schlüsselbund vom Boden auf
Airtags richtig einsetzen (Bild: 1STunningART - stock.adobe.com)

Um die Antwort nach der Frage der Notwendigkeit eines iPhones gleich vorwegzunehmen: Jein. Zum einen benötigen Sie tatsächlich ein iPhone bzw. ein iOS-Gerät, um AirTags verwenden zu können. Bekanntlich gehört es zu Apples Unternehmensphilosophie, dass seine Produkte möglichst im eigenen Ökosystem bleiben. Soll heißen: Apple-Produkte sind nur mit Apple-Produkten kompatibel. Das trifft auch im Falle der AirTags zu. Um diese nutzen zu können, benötigen Sie ein iPhone sowie die bestimmte Tracking-Software Wo ist?. Zum anderen lassen sich AirTags jedoch auch von Nicht-iOS-Geräten auslesen. Android-User können ebenfalls auf Informationen zugreifen, die auf den AirTags hinterlegt sind. Welche das sind (also wieviel Android-User davon lesen können) hängt davon ab, was die Besitzer der kleinen Helfer zuvor eingestellt haben. Unterm Strich sind AirTags aber nicht für Android-User konzipiert. Das Auslesen der hinterlegten Informationen dient vor allem dazu, sie im Falle des Verlorengehens dem Eigentümer zurückgeben zu können.

Verlorengegangene AirTags mit Android wiederfinden

Es klingt ironisch, aber auch AirTags haben ein eigenes Feature, für den Fall, dass sie verloren gehen. Ironisch deswegen, weil die AirTags schließlich genau für den Zweck konzipiert sind, um nicht auffindbare Gegenstände wiederfinden zu können. Aber, wie das nun mal so ist, können selbstverständlich auch AirTags verloren gehen, z.B. dadurch, dass Sie sich vom Portemonnaie oder dem Schlüssel lösen. Für diesen Fall hat Apple den sogenannten Lost-Modus eingebaut. Wie dieser funktioniert, lässt sich in einigen wenigen Worten erklären: Der Mode richtet sich an die Personen, die ein herrenloses AirTag finden. Der glückliche Finder braucht nur das verloren gegangene AirTag an sein Smartphone zu halten. Nach erfolgreichem Verbinden des AirTags mit dem Telefon des Finders, erscheint ein Link auf dem Bildschirm - ähnlich wie beim Verwenden eines QR-Codes. Voraussetzung hierfür ist, dass das Gerät mit NFC (Near Field Communication) ausgestattet ist. Diese Technologie erlaubt das kabellose Übertragen von Daten, ähnlich Bluetooth.

Beim Klicken auf den Link werden dem Finder des kleinen Trackers Informationen zum Besitzer des AirTags angezeigt. Wie viele bzw. welche Informationen das sind, hängt (wie oben beschrieben) davon ab, was der iPhone-Besitzer dort hineingeschrieben hat. iPhone-Besitzer können frei bestimmen, was sie für Angaben hinterlegen möchten. Ein Freitextfeld erlaubt so ziemlich alles reinzuschreiben, was zum Auffinden des AirTags dienlich ist. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um eine kurze persönliche Nachricht mit zusätzlichen Kontaktinformationen, wie Telefonnummer, E-Mail oder Adresse. Bedingung dafür, dass der Finder die Nachricht bzw. die Informationen angezeigt bekommt ist, dass der Eigentümer sein verloren gegangenes AirTag zuvor als solches gekennzeichnet, sprich in den Lost-Modus gewechselt hat. Wie oben erwähnt, können die AirTags per Knopfdruck in der Wo ist? App ein Tonsignal von sich geben. Auf diese Weise lassen sich AirTag-Besitzer in den eigenen vier Wänden schnell wiederfinden.