Mann riecht an Wäsche, die aus Maschine kommt
Ist Weichspüler umweltschädlich? (Bild: Robert Kneschke - stock.adobe.com)

Nachhaltigkeit Weichspüler: Wie umweltschädlich sind sie wirklich?

Für viele gehört Weichspüler zum Waschen dazu. Er sorgt für einen angenehmen Duft und macht Wäsche kuschelig weich. Zusätzlich dazu glättet er die Fasern von Textilien und verhindert das statische Aufladen von Kleidungsstücken. Doch die Verwendung von Weichspüler hat nicht nur Vorteile. Immer öfter hört man, dass Weichspüler umweltschädlich sein soll – und nicht nur das: Weichspüler wird sogar als maschinenschädlich bezeichnet und gilt als gesundheitsgefährdend. Doch was ist dran an den Gerüchten? Schadet Weichspüler tatsächlich Ihrer Waschmaschine und wenn ja, welche Weichspüler-Alternativen gibt es? Wir verraten Ihnen, wie umwelt- und maschinenschädlich Weichspüler ist und was Sie sonst noch über die Verwendung von Weichspüler wissen sollten.

Wie wirkt Weichspüler?

Weichspüler stehen für Frische und Geschmeidigkeit. Wenn man der Werbung glaubt, sind sie bei jedem Waschgang unverzichtbar und sorgen für saubere, weiche Wäsche mit frischem Duft. Die Realität sieht anders aus: Denn wirklich sauberer wird die Wäsche mit Weichspüler nicht. Er enthält lediglich Tenside, die sich um die Fasern Ihrer Kleidung legen und diese damit weicher machen. Somit fühlt sich mit Weichspüler gewaschene Wäsche deutlich geschmeidiger an und lässt sich leichter bügeln. Zusätzlich dazu kann Weichspüler dafür sorgen, dass die Farbe Ihrer Wäsche weniger verblasst.

Ist Weichspüler umweltschädlich?

Weichspüler enthalten eine Vielzahl an Chemikalien, die bei jeder Wäsche ins Abwasser gelangen und somit die Umwelt belasten können. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Weichspüler grundsätzlich umweltschädlich ist. Denn seit dem Jahr 2006 gibt es eine EU-Verordnung, die vorschreibt, dass in Weichspülern nur noch Tenside verwendet werden dürfen, die vollständig biologisch abbaubar sind. Fakt ist aber auch, dass es keine gesetzlichen Regelungen für die Verwendung von Duft- und Farbstoffen gibt. Somit kann jeder Hersteller zu einem Inhaltsstoff seiner Wahl greifen. Viel Einsicht hat man da als Verbraucher kaum. Laut Codecheck gelten Moschusverbindungen als besonders fragliche Duftstoffe, die toxisch wirken können und denen eine krebserregende Wirkung nachgesagt wird. Deshalb sollten Sie immer darauf achten, dass Sie zu einem Weichspüler greifen, der keine Moschusverbindungen enthält. Darüber hinaus können bestimmte Duftstoffe Allergien auslösen. Ein weitere Hinweis dafür, dass Weichspüler umweltschädlich ist, ist die Tatsache, dass sich Duft- und Farbstoffe so gut wie gar nicht aus dem Abwasser filtern lassen.

Ist Weichspüler maschinenschädlich?

Doch Weichspüler ist nicht nur umweltschädlich, er gilt auch als maschinenschädlich. Denn die enthaltenen tierischen Fette setzen sich bei regelmäßiger Verwendung auf Dauer in Ihrer Waschmaschine ab. Damit kreieren Sie einen perfekten Nährboden für Pilze und Bakterien. Da die feuchte Schicht aus Weichspüler Resten nicht einfach trocknet, hilft hier auch nicht das offen Stehenlassen der Waschmaschinentüre. Somit ist Weichspüler tatsächlich maschinenschädlich. Darüber hinaus sind die verklebten Fasern Ihrer Kleidung eine ebenso perfekte Brutstätte für Bakterien. Denn durch den Schutzfilm auf Ihrer Kleidung kann Wasser schlechter eindringen und das erschwert die Reinigung Ihrer Textilien. Um dem entgegenzuwirken, müssen Sie deutlich mehr Waschmittel für Ihre Wäsche verwenden und das wiederum führt zu einem höheren Waschmittelverbrauch, der sich negativ in Ihrer Ökobilanz niederschlagen kann. Apropos tierische Tenside: Wenn Sie nicht wollen, dass sich tierische Schlachtabfallprodukte um Ihre Wäsche legen, sollten Sie unbedingt zu pflanzlichen Tensiden greifen.

Schadet Weichspüler der Haut?

Weichspüler wird mit Portionierer in Waschmaschinenfach gegeben
Ist Weichspüler alternativlos? (Bild: Carmen Steiner - stock.adobe.com)

Meistens kann man davon ausgehen, dass das, was für Tiere und Natur nicht gut ist, auch für Menschen nicht geeignet sein kann. Das ist bei Weichspüler nicht anders. Denn gerade die enthaltenen Farb- und Duftstoffe können über Ihre Haut und Ihre Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen. Dort können sie Hautrötungen, Juckreiz und Allergien auslösen. Das Gefährliche daran: Durch Weichspüler ausgelöste Erkrankungen der Atemwege sowie allergische Reaktionen treten oftmals zeitverzögert auf und werden deshalb meist anderen Ursachen zugeschrieben. Demzufolge sollten Sie langfristig besser auf Weichspüler verzichten. Gerade für Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem, kann Weichspüler besonders gefährlich sein. Experten verweisen darauf, dass viele Inhaltsstoffe sogar im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt, möglichst komplett ohne Weichspüler auszukommen oder diesen besonders sparsam zu dosieren. Damit sorgen Sie für dauerhaft mehr Nachhaltigkeit im Haushalt.

Diese Weichspüler-Alternativen haben Sie

Wer gute Weichspüler-Alternativen sucht, kann zu bewährten Hausmitteln greifen. Denn Hausmittel sind nicht nur nachhaltiger, sie sind auch deutlich preiswerter. Sie können durch den Verzicht auf Weichspüler also Ihre Gesundheit, Ihre Waschmaschine, Natur und Tier sowie Ihren Geldbeutel schonen. Folgende Substanzen eignen sich besonders gut:

Wasch-Soda und Natron: Wasch-Soda macht Ihre Wäsche nicht nur weich und geschmeidig, es hat auch eine reinigende Wirkung in Verbindung mit Waschmittel. Das Beste daran: Natron und Wasch-Soda sind enorm günstig und in fast jedem Supermarkt verfügbar. Die Substanzen haben keinerlei negative Auswirkung auf die Umwelt und sind komplett ungiftig und sicher. Dazu genügen bereits zwei Teelöffel Soda oder Natron, die in 100 Milliliter Wasser aufgelöst werden müssen. Anschließend können Sie die Lösung in das Weichspüler Fach Ihrer Waschmaschine geben.

Essig: Essig und Essigessenz sorgt dafür, dass Ihre Wäsche außergewöhnlich weich wird. Zusätzlich dazu schützt Essig Ihre Maschine vor Kalkablagerungen. Dabei genügt schon eine kleine Menge von 20 Millilitern pro Waschgang. Geben Sie den Essig einfach wie gewohnt in das Maschinenfach, in das sonst der Weichspüler kommt. Wer sich Sorgen um den Geruch von Essig macht, kann beruhigt werden: Der Geruch überträgt sich nicht auf die Wäsche, sondern verfliegt beim Waschen.