Luftreiniger steht im Schlafzimmer
Luftreiniger im Test: Die neuen Aerosol-Sauger für zu Hause (Bild: 220 Selfmade Studio - stock.adobe.com)

Ratgeber Haushalt & Garten Luftreiniger im Test: Die neuen Aerosol-Sauger für Zuhause

Früher fristeten die unscheinbaren Filtergeräte eher ein Nischendasein. Vor allem sensible Menschen, Allergiker und Patienten nutzten in ihrem Arbeitsumfeld, zu Hause oder im Therapiezentrum Luftreiniger. Doch seit Corona ist diese Technologie in die Mitte des öffentlichen Interesses gerückt. Was bringen Luftreiniger im Test wirklich für unsere Gesundheit? Wie funktionieren Sie? Welche Modelle sind die besten und worauf muss man beim Kauf achtgeben? Unser Ratgeberbeitrag wird Sie mit dem Thema Luftreiniger und ihrem Nutzen bekanntmachen.

Moderne Luftreiniger mit vielfältigem Nutzen

Ein Luftreiniger filtert aus der Umgebungsluft Pollen, Feinstaub und andere Partikel. Er kann ebenso den Schimmelbefall reduzieren wie Zigarettenrauch aus der Luft saugen sowie Küchendünste und andere Gerüche neutralisieren. Für Allergiker kann sich eine Anschaffung als Wohltat erweisen, fischt der Luftreiniger doch viele Allergene aus der Raumatmosphäre. Milben, Pilzsporen, Haarpartikel und Chemikalien schweben dann nicht mehr vor der Nase – was für Ihre Gesundheit ein wortwörtliches Aufatmen bedeuten kann. Typische Allergiesymptome wie gerötete Augen oder Niesen verschwinden beim Einsatz eines Luftreinigers oder weichen zumindest einer spürbaren Erleichterung. Letztlich ergibt ein Luftreiniger-Test in Ihrem unmittelbaren Wohnumfeld, welche positiven Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden konkret möglich sind.

Luftreiniger-Tests: Wirksamkeit gegen Viren

Völligen Schutz vor Coronaviren können auch Luftreiniger nicht bieten. Gemeinsam mit regelmäßigem Lüften senken sie aber immerhin das Übertragungsrisiko. Die besseren Geräte sind in der Lage, feste oder flüssige Aerosolpartikel aus der Luft zu filtern – und damit den Hauptübertragungsweg zumindest prozentual und zeitweise einzuschränken. Während große Aerosole als Träger von Viren recht schnell zu Boden sinken, schweben kleinere Partikel der Atemluft mitunter über Stunden im Raum. Auch die besten Luftreiniger werden diesen Raum wohl nicht hundertprozentig sichern können – wohl aber senken sie die Virenkonzentration auf ein Niveau, das Übertragungen sehr erschwert. Das haben Luftreiniger-Tests der Stiftung Warentest bestätigt.

Stiftung Warentest: Luftreiniger-Nutzen überzeugend

Die Tester erzeugten in ihren Versuchen Aerosole aus Paraffintröpfchen mit Durchmessern von 0,12 bis 1 Millionstel Meter. Das entspricht der Größe von Aerosolen, die auch Sars-CoV-2 Viren transportieren können. Luftreiniger im Test kämmten mit frischen Filtern einen Raum von 16 m2 durch und schluckten innerhalb von 20 Minuten bis zu 96 Prozent der Paraffin-Aerosole. Die getesteten Geräte schafften es, den Prüfraum viermal in der Stunde komplett zu reinigen. Bei Blütenpollen fielen die Ergebnisse sogar noch besser aus: ein Rückgang von Pollenpartikeln um 95 Prozent nach nur zehn Minuten Luftreinigung.

Luftreiniger-Test: So gründlich wird ausgesiebt

Frau hält Filter eines Luftreinigers in der Hand
Achten Sie auf das Wechseln des Filters bei Ihrem Luftreiniger. (Bild: Travelarium - stock.adobe.com)

Luftreiniger funktionieren wie Staubsauger – nur dass sie nicht den Zimmerboden, sondern das gesamt Raumvolumen nach feinsten Partikelchen abgrasen. In ihrem Gehäuse ist ein Filtersystem installiert, in dem die von einem Ventilator eingesaugte Luft mehrstufig ausgesiebt wird. Große Ventilatoren ermöglichen langsame Drehzahlen und damit einen niedrigen Geräuschpegel. Ein Vorfilter nimmt grobe Partikel wie Fusseln auf. Feiner Partikel bis hin zu Bakterien und Qualm zieht ein nachgelagerter HEPA-Mikropartikelfilter aus dem Verkehr. Gerüche und Gase bindet schließlich ein Aktivkohlefilter. Es gibt auch Geräte mit photokatalytischen Filtern, deren Beschichtung aus Titanoxid in Kombination mit UV-Licht Bakterien endgültig den Garaus macht und giftige Gase eliminiert.

Das sollten Sie vor dem Kauf eines Luftreinigers beachten

Wenn Sie sich einen Luftreiniger für Ihr Zuhause anschaffen möchten, sollten Sie beim Kauf auf mehrere Parameter achten: Jedes Gerät ist auf ein bestimmtes Raumvolumen ausgelegt, das dem Wohnraum entsprechen sollte, den Sie reinigen lassen möchten. Ein durchschnittlicher Luftreiniger sollte die Luft eines Raumes zweimal pro Stunde durchfiltern können. Machen Sie am besten gleich im Geschäft einen Luftreiniger-Test hinsichtlich der Geräuschentwicklung. Möchten Sie das Gerät im Schlafzimmer laufen lassen, benötigen Sie ein sehr leises Modell. Natürlich ist auch der Stromverbrauch ein wichtiges Kaufkriterium. Hier sind die Geräteleistung und Ihre Nutzungsgewohnheiten entscheidend. Dauerbetrieb auf höchster Stufe kostet mehr als ein gelegentlicher Einsatz vor dem Schlafengehen. Die Stiftung Warentest hat beim Luftreiniger-Test Betriebskosten von 58 bis 220 Euro im Jahr errechnet. Darin enthalten sind auch die nötigen Filterwechsel. Hier gibt es herstellertypische Besonderheiten: Einige Geräte benötigen vierteljährlich neue Filter, andere erst nach drei Jahren. Austauschfilter kosten zwischen ca. 40 und 150 Euro.

Luftreiniger: Nutzen im Privathaushalt angekommen

Ihren Luftreiniger platzieren Sie möglichst in der Mitte des Raumes. Vermeiden Sie Eckpositionen. Das würde die Effektivität schmälern. Zu Wänden und Möbeln sollte ein Mindestabstand von gut und gerne 40 Zentimetern eingehalten werden. Wie lange das Gerät laufen soll, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Im Einpersonenhaushalt werden Sie Ihre Ansprüche an die Luftqualität anders umsetzen als eine Großfamilie mit Haustieren, Rauchern und regelmäßigen Partys im Haus. Der Umfang der privaten Nutzung von Luftreinigern reicht noch nicht an die Verbreitung in Hotels, Verhandlungsräumen oder Großraumbüros heran. Seit der Corona-Pandemie ändert sich das. Wie die Gesellschaft gfu Consumer Home Electric mitteilt, ging bereits 2020 der Absatz dieser Geräte „durch die Decke“. Rund eine Million Luftreiniger wurden in Deutschland verkauft, was einem Plus von 154 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 2021 gaben deutsche Verbraucher im Schnitt 264 Euro für ein Gerät aus. Die Preisspanne reicht dabei von rund 50 bis 1.000 Euro. Für den Privatgebrauch sind Modelle ab 400 Euro nur zu empfehlen, wenn Personen im Haushalt an gravierenden Beschwerden leiden.

Luftreiniger: Die Testsieger auf einen Blick

Im Dezember 2021 ermittelte die Stiftung Warentest folgende Spitzenmodelle bei einem Luftreiniger-Test auf Herz und Nieren:

1. Xiaomi Mi Air Purifier Pro (Testsieger, gut)

Gutes Preis-Leistungsverhältnis, stabile Leistung, unter anderem gut gegen Aerosole.

Mittlerer Onlinepreis: 208 Euro

2. Medion MD 10378 (Preisempfehlung, befriedigend)

Ein guter Aerosol- und Pollenschlucker, sehr stromsparend.

Mittlerer Onlinepreis: 181 Euro

3. Ideal AP30 Pro (Spezialist, befriedigend)

Mit fünf Geschwindigkeiten, wirtschaftlich, besonders für Formaldehyd.

Mittlerer Onlinepreis: 460 Euro

Luftreiniger vs. Luftwäscher

Ihr Name impliziert, dass auch Luftwäscher die Raumluft sauber halten. Sie verfügen über eine angefeuchtete Scheibenwalze, an der die angesaugte Luft vorbeigleitet und von diversen Schwebeteilchen gereinigt wird. Das hat durchaus einen spürbaren Effekt – die intensive Filterwirkung eines Luftreinigers können die filterlosen Luftwäscher jedoch nicht erzielen. Dafür sorgen sie für Luftfeuchtigkeit und damit gerade in der Heizperiode für ein besseres Raumklima.