Telegram Kritik - welche Schwachstellen gibt es?
Telegram Kritik - welche Schwachstellen gibt es? (Bild: blankstock - stock.adobe.com)

Ratgeber Apps & Programme Telegram Kritik – Diese 5 Schwachstellen gibt es

Telegram hat einen beeindruckenden Weg zurückgelegt. 2013 in Russland als sicherer Gegenentwurf zu WhatsApp entwickelt, konnte der Messenger in nur wenigen Jahren eine beachtliche Followerschaft aufbauen. Zusammen mit Signal und Threema hat sich Telegram langsam, aber stetig zu einer festen Größe auf dem Markt etabliert. Da Telegram als besonders sicher gilt und zudem auch Gruppenchats von mehreren Zehntausend Teilnehmern erlaubt, hat der Dienst über die Jahre leider auch verfassungsrechtlich bedenkliche Gruppen angezogen. Wenn Telegram heute in den Medien erwähnt wird, dann meistens in Zusammenhang mit Querdenkern, Coronaleugnern und Verschwörungstheoretikern. Ein ganz schöner Weg also, den der Messenger zurückgelegt hat. Neben dem Publikum, das sich dort teilweise so tummelt, besteht auch weitere Kritik am Messenger. Welche genau? Wir klären fünf große Schwachstellen von Telegram auf.

Was genau steckt hinter dem Messenger Dienst?

Laut eigenen Angaben versammelt Telegram über 400 Millionen User weltweit. Der Gründer Pavel Durov hat den Dienst von einer Karibikinsel aus entwickelt, nachdem er Russland den Rücken gekehrt hat. Das Hauptquartier stand zunächst in Berlin und ist inzwischen nach Dubai umgezogen. Spätestens seitdem hält sich das Unternehmen bedeckt, was Fragen zu seinem Geschäftsmodell angeht, der Sicherheit seiner User und der Transparenz von Daten. Geschweige denn zu verfassungsfeindlichen Gruppierungen, denen Telegram eine Plattform bietet. Grund genug, um einmal genauer auf die Schwachstellen des Messengers zu schauen – denn Telegram Kritik gibt es reichlich zu äußern.

Telegram Kritik #1: Gruppen & Kanäle sind nicht sicher

Wenn Sie selbst auf Telegram aktiv sind, wissen Sie dies bereits: Der Messenger Dienst erlaubt das Erstellen und Beitreten von Gruppen sowie das Folgen von Kanälen. Anders als bei anderen Messengern gibt es auf Telegram keine bzw. sehr lockere Follower Limits, was Gruppen und Accounts betrifft. So können einer Telegram Gruppe bis zu 200.000 Menschen folgen. Bei Accounts gibt es überdies gar kein Limit. Mit so vielen Usern zusammen könnte man davon ausgehen, dass die Datenschutzbestimmungen (gerade bei Telegram) entsprechend hoch sind. Dem ist jedoch nicht so. Die App ist weder Ende-zu-Ende-verschlüsselt noch sonderlich gut gegen Hacker und Datendiebe gewappnet. Mithilfe sogenannter „Programmierschnittstellen“ lassen sich Konten durchleuchten. Ein geübter Angreifer kann mühelos Nachrichten einsehen und Kontaktlisten aus Accounts und Gruppen auslesen. Insofern besteht Telegram Kritik vor allem in Bezug auf den mangelnden Datenschutz.

Telegram Kritik #2: Keine Auskunft vom Messenger!

Wenn an Telegram Kritik geäußert wird, dann hat dies oft mit der mangelnden Auskunftsbereitschaft zu tun. Presseanfragen und Nachrichten von Medienvertretern bleiben von Telegram in der Regel unbeantwortet. Das heißt: Wann immer es darum geht, Stellung zu beziehen, bleibt Telegram stumm. Das scheint verwunderlich, steht der Messenger Dienst doch öffentlich für Redefreiheit und Demokratie ein. Daher ist es nicht nur für Journalisten problematisch, die Statements einholen wollen. Vor allem widerspricht Telegram damit seinen eigenen Grundsätzen und wird als Anbieter für Kommunikation unseriös. Seit Monaten hagelt es für Telegram Kritik, weil der Messenger Rechten und Verschwörungsideologen eine Plattform bietet. Gerade in diesem Kontext nicht auf Nachfragen von Medienvertretern einzugehen ist fahrlässig und lässt erahnen, dass es das Unternehmen mit der (Daten-)Sicherheit seiner Nutzer nicht so genau nimmt.

Telegram Kritik #3: Kein Filter für rechte Hetze

Es wurde schon angesprochen. Die wahrscheinlich größte Telegram Kritik, zumindest in den vergangenen Monaten, bezieht sich darauf, dass es Verfassungsfeinden aller Art eine Plattform gibt. Egal ob Verschwörungstheoretiker, Nazis, Freibürger oder andere Demokratiefeinde – mit Telegram scheinen sie die ideale App gefunden zu haben. Der Vorteil: Es gibt so gut wie keine Kontrolle seitens Telegram und man kann praktisch alles sagen, schreiben, posten und verbreiten, was man will. Das heißt nicht, dass es auf Facebook, Instagram & Co. keine Rechten gibt. Im Gegensatz zu Telegram wird hier aber strenger gegen sie vorgegangen. Nicht jedoch auf Telegram. Wenn Sie versuchen Inhalte zu melden, geschieht in der Regel nichts. Telegram erlaubt so ziemlich alles. Rechtlich beruft sich die App darauf, dass sie ein Messenger ist. Diese sind, anders als klassische soziale Netzwerke, weniger bis gar keinen Regularien unterzogen, was verbreitete Inhalte angeht. Ob die geäußerte Telegram Kritik auf Dauer beiseite geschoben werden kann, ist unwahrscheinlich. Bei bis zu 200.000 Mitgliedern in einer Gruppe und unbegrenzten Followerzahlen für einzelne Accounts stellt sich die Frage, ob Telegram in Teilen nicht doch wie ein soziales Netzwerk funktioniert.

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Telegram Kritik #4: Kontakte & Metadaten werden ausgelesen

Telegram Kritik - das sollten Sie wissen
Telegram Kritik - das sollten Sie wissen (Bild: Antonioguillem - stock.adobe.com)

Wenn Telegram für eines steht, dann ist es Datenschutz – so könnte man meinen. Tatsächlich ist die App aber gar nicht so sicher wie behauptet – bereits in der Vergangenheit hat dafür Telegram Kritik geerntet. Unter anderem wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können Ihre Kontakte und Metadaten nämlich ausgelesen werden. Was heißt das konkret? Eigentlich ist es ganz einfach: Telegram kann ohne Probleme auf Ihr Telefonbuch zugreifen, inkl. der von Ihnen gewählten Namen. Signal zum Beispiel macht das anders und verschlüsselt Ihre Kontakte zu Zeichenwerten. Darüber hinaus erfasst der Messenger Ihre IP-Adresse. Damit lässt sich ohne Weiteres feststellen, wo Sie sich gerade aufhalten. Mit diesen Informationen lassen sich theoretisch Bewegungsprofile erstellen. WhatsApp macht das übrigens genauso. Zudem behält sich der Messenger vor, weitere Daten bis zu einem Jahr zu speichern – welche genau, verrät Telegram aber nicht.

Telegram Kritik #5: Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Wir haben es schon erwähnt: Telegram besitzt keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Hierzu musste sich Telegram Kritik gefallen lassen, vor allem von Datenschützern. Schließlich wirbt die App mit größtmöglicher Sicherheit von Nutzerinformationen. Weshalb dabei noch nicht einmal die Basics abgedeckt werden, sprich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ist nicht ganz klar. Durch diese Kryptisierung wird verhindert, dass Dritte Einblick in Ihre Chats haben. Nur Sender und Empfänger dürfen mitlesen. Was Signal hingegen ermöglicht, ist die Verschlüsselung für jeden Chat einzeln zu aktivieren. Das muss jedoch händisch eingestellt werden, denn in den Standardeinstellungen ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht vorgesehen.