Kind sitzt fröhlich vor Laptop
Google Family Link – So werden Kinder (sicher) digital (Bild: Ulza - stock.adobe.com)

Ratgeber Apps & Programme Google Family Link – So werden Kinder (sicher) digital

Wenn Sie sich an Ihre Kindheit zurückerinnern, dann dürften Smartphones dabei keine bzw. keine allzu große Rolle gespielt haben. Eltern stehen mit ihren Kindern vor den immer gleichen Herausforderungen, klar. Die Welt entwickelt sich aber weiter und der technische Fortschritt ebenfalls. Neue Technik schafft auch neue Probleme. Smartphones gehören heute zum Alltag und sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Das ist Fakt. Was bedeutet das aber in Bezug auf Ihren Nachwuchs? Das Gute an Smartphones, nämlich zu jederzeit überall auf Informationen zugreifen zu können, kann bei kleinen Kindern eher schlecht sein. Wann sollten Sie Ihrem Kind ein Smartphone geben und wie halten es fern von nicht jugendfreien Inhalten? Wie machen Sie Ihre Kleinen fit für die digitale Welt und schützen es gleichzeitig vor großem (erwachsenen) Content? Genau darauf will Google Family Link eine Antwort geben.

Eine App solls richten: Google Family Link

Die neue App von Google namens Google Family Link wurde entwickelt, um Kinder ans Smartphone und die digitale Welt heranzuführen. Und Google will dabei sicherstellen, dass die Kinder dabei keine Dinge zu sehen bekommen, die nichts für sie sind. Kann das gelingen, und falls ja, wie? Auf der Website von Family Link heißt es dazu:

„Familienregeln für den Umgang mit digitalen Medien. Ob Ihre Kinder schon Teenager oder noch jünger sind – die Family Link App unterstützt Sie dabei, Regeln für den Umgang Ihrer Kinder mit digitalen Medien festzulegen.“

Die App solls also richten und mit mithilfe von bestimmten Regeln, das Smartphone sicher für Kinder und Jugendliche machen. Das Klingt erstmal gut. Wie aber genau funktioniert Google Family Link? Wie richten Sie die App ein? Kostet der Dienst etwas und lassen sich mit Google Family Link auch Personen abhören? Ganz schön viele Fragen. Wir geben Ihnen die wichtigsten Antworten.

Wie funktioniert der Google Family Link?

Im Prinzip funktioniert Google Family Link relativ einfach. Sie laden die App zweimal, einmal auf Ihrem Smartphone und einmal auf dem Ihres Kindes herunter. Im Anschluss verbinden Sie beide über die Gründung einer Familiengruppe in Ihrem Google Account. Ist das geschafft, haben Sie Einblick und Kontrolle darüber, was Ihr Kind auf dem Smartphone macht und wie lange. Die App dient jedoch nicht der Überwachung. Ziel ist, dass Sie Ihrem Kind einen sicheren Rahmen geben, in dem es sich auf dem Smartphone bewegen kann. Heißt: Kontrolle: ja, Überwachung: nein. Die App ist als gemeinsames Tool für Sie und Ihr Kind gedacht, sodass es einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Smartphone erlernt und in geschütztem Rahmen.

Wie Google Family Link einrichten?

Familie sitzt lächelnd vor Tablet
Es empfiehlt sich, mit Kindern über den Umgang mit dem Internet zu sprechen. (Bild: Drubig photo - stock.adobe.com)

Für die Installation von Google Family Link sollten Sie in etwa 15 Minuten einplanen.

  1. Der erste Schritt geht über das eigene Google Konto der Eltern. Möchten Sie Google Family Link für Ihr Kind einrichten, gehen Sie also zunächst in Ihr Google Konto und erstellen Sie eine Familiengruppe. Haben Sie dies getan, sind Sie automatisch der Administrator und können weitere Familienmitglieder hinzufügen (das wird gleich wichtig).
  2. Laden Sie als nächstes Google Family Link aus dem App bzw. Google Play Store auf Ihr Gerät (also das, der Eltern) herunter. Bei der Einrichtung der App werden die Eltern nach dem Google Konto Ihres Kindes gefragt. Sollte Ihr Kind bereits über einen eigenen Account verfügen, dann geben Sie diesen dort an. Falls nicht, ist das nicht weiter tragisch. Sie können direkt in der App ein neues Google Konto für Ihr Kind einrichten. Falls Sie sich fragen: Muss das ein? Ja, das muss sein. Ihr Kind benötigt einen eigenen Google Account, sodass Sie diesen zur zuvor erstellten Familiengruppe hinzufügen können.
  3. Laden Sie nun die Google Family Link App auf dem Gerät Ihren Kindes herunter. Verbinden Sie anschließend das Google Konto Ihres Kindes der Familiengruppe. Damit dies gelingt, erscheint zunächst ein Code mit neun Stellen auf dem Gerät der Eltern. Geben Sie diesen Code auf dem Smartphone Ihres Kindes ein und bestätigen Sie via Passwort. In der Folge erscheint ein Anmelde Button, klicken Sie drauf und Ihr Kind ist zur Familiengruppe hinzugefügt. Folgen Sie den Anweisungen und bestätigen Sie zum Schluss mit Zulassen. Damit ist die Elternaufsicht aktiviert.
  4. Die App fragt auf dem Smartphone Ihres Kindes nach einem Gerätenamen, wählen Sie einen aus. In der Folge wird Ihnen eine Liste mit Apps angezeigt, die nach Altersfreigabe sortiert sind. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Liste durch und entscheiden zusammen, welche Apps sich für Ihr Kind eignen und welche weniger. Im Anschluss können Sie die notwendigen Jugendschutzeinstellungen vornehmen. Haben Sie das gemacht, ist die Einrichtung abgeschlossen und Ihr Kind kann (sicher) loslegen.

Was kostet Family Link?

Google Family Link ist kostenlos. Das heißt: Sie müssen nichts ausgeben, um den Dienst zu nutzen. Auf diese Weise können Sie ihn auch nur für kurze Zeit testen, um zu schauen, ob Google Family Link etwas für Sie und Ihr Kind ist und es fallen keinerlei Mehrkosten an. Alles was Sie dabei tun müssen, um die Applikation zu nutzen, ist in den Google Play bzw. App Store zu gehen (Google Family Link gibt es für beide Betriebssysteme) und sich die Anwendung herunterzuladen.

Können meine Eltern auf Family Link sehen was ich google?

Mit Google Family Link können Eltern nicht feststellen, was ihr Kind googelt. Was die App jedoch kann, ist zu verhindern, dass bestimmte Inhalte zugänglich werden. Das heißt: Es lässt sich zwar nicht sehen was gegoogelt wird, aber verhindern was gesucht wird. Stehen gewisse Begriffe auf der schwarzen Liste, kann danach nicht mehr gegoogelt werden. Zum verminderten Zugriff auf bestimmte Inhalte zählt auch das Herunterladen einzelner Anwendungen. Heißt: Eltern können festlegen, welche Apps tabu sind. Das Gleiche gilt für sogenannte In-App-Käufe.