Samsung Galaxy Note 10 liegt neben Bluetooth-Kopfhörern und Stift mit der Rückseite nach oben auf einem Holztisch
Neues Datenleck bedroht Ihre Android Sicherheit (Bild: eremin - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Neues Datenleck bedroht Ihre Android Sicherheit

Alle technischen Errungenschaften kommen mit einem Preis. Egal, um was für ein neues Feature es sich handelt – neben vielen guten, gibt es immer auch negative Folgen für den Endverbraucher. Dies gilt natürlich auch für Smartphones. Neben den zahlreichen Vorteilen, die Ihnen ein Handy beschert, existieren auch Begleiterscheinungen, wie z.B. Smartphone Strahlung, Belastung für Ihre Augen oder Gefahr von Hackerangriffen. Besonders beim Schutz Ihrer Privatsphäre lauern zahlreiche Risiken auf Ihrem Gerät. Eines davon verbirgt sich im Bluetooth Feature. Die unkomplizierte Verwendbarkeit macht es auch für Hacker einfach, die Funktion zu nutzen und so an Ihre privaten Informationen zu gelangen. Eine kürzlich entdeckte Schwachstelle auf Android Phones macht dieses Problem deutlich. Wir verraten Ihnen, wie es aktuell um Ihre Android Sicherheit steht und was Sie tun können, um sie zu verbessern.

Was genau steckt hinter der Sicherheitslücke?

Der nächste Satz klingt wenig beruhigend, aber: Die kürzlich entdeckte Schwachstelle in der Datensicherheit ist kein Einzelfall, sondern hat beinahe schon Tradition. Die Sicherheitslücke bezieht sich auf die Bluetooth Verbindung Ihres Android Geräts. Diese Schnittstelle ist immer wieder Ziel von Hackern und Datendieben und wird seit vielen Jahren ausgenutzt, um an Ihre privaten Informationen zu gelangen bzw. diese unbemerkt abzugreifen. Im Prinzip ist es ganz einfach: Aufgrund einer Lücke im Datenschutz, können sich geübte Datendiebe über Ihre aktive Bluetooth-Verbindung Zugriff zu Ihrem Gerät verschaffen.

Die beruhigende Nachricht ist, dass Datenlücken um Ihre Android Sicherheit, wie die aktuelle, in der Regel schnell erkannt und innerhalb weniger Tage geschlossen werden. Zudem sind Schwachstellen dieser Art grundsätzlich kein Hersteller spezifisches Problem, sondern treten auch genauso auf iOS Geräten auf. Die kürzlich bekannt gewordene Schwachstelle wurde von dem Heidelberger Sicherheits-Unternehmen „ERNW“ öffentlich gemacht. Android bietet glücklicherweise bereits eine Lösung für das Problem an. Was Sie tun müssen, um Ihre Android Sicherheit zu verbessern, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Das können Sie aktuell für Ihre Android Sicherheit tun

Im kürzlich bekannt gewordenen Fall gibt es zwei Dinge, die Sie unternehmen können, um die Bluetooth Sicherheitslücke zu schließen und Ihre Android Sicherheit zu verbessern.

Sicherheitsupdate installieren

Die gute Nachricht gleich vorweg: Es existiert Hilfe – und zwar in Form eines Updates. Wollen Sie die Bluetooth Datenlücke schließen und Ihre Android Sicherheit stärken, müssen Sie nichts weiter tun, als über die neueste Android Version verfügen. Das entsprechende Security-Update ist nämlich in der System Aktualisierung von Android integriert. Solange Ihr Gerät regelmäßig und automatisch geupdatet wird, sind Sie auf der sicheren Seite. Die schlechte Nachricht lautet: Nicht alle Geräte updaten sich von allein und nicht alle Modelle verfügen über die neueste Android Version. Der Grund hierfür liegt zum einen in den individuellen Einstellungen begründet, die Sie auf Ihrem Gerät vornehmen und zum anderen in den Unterschieden zwischen den Modellen bzw. Generationen. Sorgen Sie dafür, dass unter Android 8 (Oreo) und 9 (Pie) der Datumseintrag 2020-02-01 bzw. 2020-02-05 steht und updaten Sie zur Not darauf.

Nutzen Sie Android 10, besitzen Sie bereits das entsprechende Sicherheits-Update, da es bereits Teil der aktuellen Android Software-Version ist. Um sicherzugehen, dass Sie jetzt und auch in Zukunft den bestmöglichen Datenschutz bzw. Android Sicherheit haben, sollten Sie sicherheitshalber Ihre Software-Aktualisierung auf „automatisch“ stellen. Denn: Für Android Phones gibt es keine separaten Sicherheits-Updates. Aktualisierungen dieser Art sind immer im „allgemeinen“ Software-Update integriert.

Bluetooth ausschalten

Person tippt auf ausgeschaltetes Smasung Galaxy
(Bild: NikoEndres - stock.adobe.com)

Ungeachtet des Software-Updates, das Sie sich in jedem Fall besorgen sollten, gibt es noch einen weiteren Ratschlag, der sich zu befolgen lohnt: Obwohl es auf den ersten Blick banal klingen mag, lautet ein Weg für mehr Android Sicherheit vorsichtig mit Bluetooth umzugehen. Heißt: Verwenden Sie es nur dann, wenn Sie es auch benötigen. Viele Smartphone User, egal ob mit einem Android oder iOS Gerät, haben die Bluetooth Funktion permanent aktiviert. Einerseits lässt sich das Feature auf diese Weise schnell und einfach verwenden. Andererseits öffnen Sie damit Hackern und Datendieben die Tür. Es empfiehlt sich daher, Ihr Bluetooth nur dann zu benutzen bzw. zu aktivieren, wenn Sie Daten von einem zum anderen Gerät übertragen möchten.

Wollen Sie Bluetooth Kopfhörer verwenden, können Sie dafür natürlich auch die Funktion nutzen. Sobald Sie jedoch mit dem Senden von Fotos oder Videos bzw. mit dem Hören von Musik fertig sind, sollten Sie das Feature wieder deaktivieren. Damit erhöhen Sie nicht nur Ihre Datensicherheit – Sie sparen auch noch Akku. Schließlich stellen alle aktivierten Netzwerkdienste wie Bluetooth, WLAN oder mobile Daten eine Belastung für Ihre Smartphone Batterie dar. Nochmal: Im aktuellen Fall sind Sie zwar durch das Sicherheitsupdate geschützt. Um Ihre Android Sicherheit generell zu stärken, sollten Sie Bluetooth jedoch nur dann nutzen, wenn Sie es auch brauchen.

Das müssen Sie außerdem beachten, wenn Sie Bluetooth nutzen

Wenn Sie Ihr Bluetooth nur von Zeit zu Zeit verwenden, sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite, was Ihre Android Sicherheit betrifft. Sie können aber noch mehr tun, um Ihren Datenschutz zu stärken: Meiden Sie es nach Möglichkeit, Bluetooth an öffentlichen Plätzen wie Cafés oder im Stadtzentrum zu verwenden. Je mehr Menschen um Sie versammelt sind, desto höher ist die Gefahr, dass sich darunter ein Hacker befindet, der sich unerkannt Zugriff auf Ihr Telefon verschaffen kann. Zwar gibt es für Bluetooth keine Hotspots wie es bei WLAN der Fall ist - dies würde noch eine weitaus größere Gefahr für Ihre Daten bedeuten. Dennoch können Hacker auch ohne ein öffentliches Netzwerk über ein aktiviertes Bluetooth Netz auf Ihre persönlichen Informationen zugreifen.

Auf Bluetooth komplett zu verzichten, ist natürlich nur schwer möglich. Zumal sind viele Kopfhörer inzwischen kabellos und funktionieren ausschließlich über Bluetooth, so z.B. die AirPods Pro oder AirPods 2 von Apple. Andere Bluetooth Kopfhörer können Sie wiederum auch per Kabel verwenden. Einfach ausgedrückt: Für mehr Android Sicherheit brauchen Sie sich nicht übermäßig einschränken. Es empfiehlt sich jedoch sparsam mit der Bluetooth Nutzung umzugehen. Je seltener Sie es nutzen, desto besser sind Sie gegen Hacker gewappnet.