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Smartcard

Smartkart auf weißem Grund, vor Receiver
(Bild: al62 - stock.adobe.com)

Die Smartcard wird nicht selten auch als Chipkarte bezeichnet und erfüllt in Unternehmen beispielsweise die Funktion als Sicherheitsausweis. Erfunden wurde sie bereits im Jahr 1969 vom Deutschen Jürgen Dethloff. Die Basis der Karten besteht dabei immer aus Kunststoff, dessen Größe normiert ist. Die ISO-Norm 7816 schreibt drei verschiedene Größen vor, wobei das Format 85,60 x 53,98 mm vorherrschend ist. Als weiterer Bestandteil kommt das außen sichtbare Modul dazu. Seine alleinige Aufgabe besteht darin, einen Kontakt vom Chip zum Lesegerät herzustellen. Damit soll vermieden werden, dass der tatsächliche Chip einen Schaden erleidet. Dieser Speicherchip oder Mikroprozessor führt wiederum ein eigenes kleines Betriebssystem aus, das den Betrieb einer Smartcard gewährleistet. Das Aussehen erinnert somit an eine EC-Karte. Auf dem Chip lassen sich zum Beispiel personenspezifische Informationen wie Alter, Name oder Zugangsbefugnisse abspeichern. Betriebe verwalten somit Ihre Zugänge zu einzelnen Bereichen.

Smartcard zur Freischaltung von HD-Fernsehen

Daneben nutzen viele Anbieter im Fernsehbereich die Funktionsweise der Karten. Wer beispielsweise HD-Fernsehen empfangen möchte, muss zunächst einmal die entsprechenden Sender freischalten. Anbieter wie Kabel Deutschland bieten die erhöhten Empfangsqualitäten einzelner Programme gegen eine gewisse monatliche Gebühr an. Nachdem sich der Kunde für das HD-Paket angemeldet hat, wird ihm eine Smartcard zugesendet. Diese Karte setzt er dann in das sogenannte CI+ Modul ein. Es handelt sich hierbei um einen Adapter für die Smartcard. Neuere Fernsehgeräte verfügen bereits über einen passenden CI+ Steckplatz. Ansonsten besteht die Möglichkeit einer Verbindung der Smartcard mit einem kompatiblen Receiver.

Chipkarte als digitaler Schlüssel für das Pay-TV

Nicht nur die HD-Sender, auch Pay-TV-Anbieter wie Sky nutzen seit vielen Jahren das System der Smartcards. Durch die allgemeine Verschlüsselung verhindern sie den Zugriff auf Ihre Inhalte ohne vorherige Bezahlung. Die Karte erlaubt dabei eine exakte Anpassung der Entschlüsselung an das gebuchte Abonnement. Auf diese Weise ist es möglich, dass Interessenten eines bestimmten Sportpakets problemlos günstigere, bedarfsgerechte Angebote erhalten können. Je nach Abonnement schicken die Unternehmen dem Käufer nach dessen Abo-Abschluss die entsprechend konfigurierte Smartcard zu. Die Karte enthält dann die exakte Entschlüsselung für die bezahlten Sender, mit dessen Hilfe eine Freischaltung erfolgen kann. Je nach gewähltem Pay-TV-Paket bleiben einige Sender unter Umständen weiterhin gesperrt.