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DVB-T

DVB-T
(Bild: evbrbe - stock.adobe.com)

DVB-T steht für die englische Bezeichnung „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“. Damit gemeint ist die Übertragung digitaler Signale für Hörfunk und Fernsehen auf erdgebundenem Weg (terrestrisch). Dabei handelt es sich um die Weiterentwicklung des analogen Antennenfernsehens und wird daher auch als digitales Antennenfernsehen bezeichnet. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist DVB-T effektiver in Bezug auf die Übertragung der Signale und kann die vorhandenen DVB-T Frequenzen besser ausnutzen. Der Standard sorgt daher dafür, dass die Anzahl der Sender, die jeder zu Hause empfängt, zunehmen konnte. Mit der gleichen Bandbreite, die analoge TV-Kanäle für ein Programm benötigten, überträgt DVB-T ganze sechs Sender in Standard-Qualität oder zwei Sender mit hochwertigem Bild in HD-Qualität.

Wie funktioniert DVB-T?

Zum Empfang von Hörfunk- und Fernsehsendungen über DVB-T benötigen Haushalte eine entsprechende Antenne im Wohnzimmer oder auf dem Dach. Außerdem muss ein DVB-T-Receiver die zum Funksignal codierten Daten wieder zurück in Bild und Ton wandeln. Oft ist ein solcher Tuner bereits im Fernseher eingebaut. Bei sehr alten Geräten ist das aber nicht der Fall. Mit dem passenden Zubehör in Form von DVB-T-USB-Sticks oder DVB-T-Karten können auch Computer und Laptops digitales Antennenfernsehen empfangen. Neben den Kosten für die passende Hardware ist der Empfang selbst kostenlos, da sich die Sender entweder über den Rundfunkbeitrag oder Werbeeinnahmen finanzieren. Üblicherweise empfangen Geräte über DVB-T die Programme der Landesrundfunkanstalten sowie öffentlich-rechtliche Sender wie ARD, ZDF oder ARTE. Auch die großen Privatsender Pro7, Sat1 und RTL senden ihr Programm über DVB-T-Funkmasten. Je nach Standort liegt der Empfang bei acht bis 30 TV-Sendern. Da über Kabel oder Satellit weitaus mehr unterschiedliche Programme aus aller Welt empfangen werden können, liegt der Anteil an Haushalten, die DVB-T nutzen, nur noch bei etwa 10 %.

Die Vor- und Nachteile von DVB-T

Neben der geringen Anzahl an Sendern sorgt bei DVB-T auch häufiger die Empfangsqualität für Probleme. Bei bestimmten Wetterlagen, die in Europa vor allem zwischen September und November auftauchen, kommt es zu schwankender Bildqualität, teilweise auch zu Bild- und Tonaussetzern. Die Digitalisierung, Codierung und Decodierung des TV-Signals führen außerdem zu kleinen Verzögerungen bei der Ausstrahlung. Bei der gleichzeitigen Ausstrahlung über unterschiedliche Übertragungswege ist diese Verzögerung von zwei bis acht Sekunden durchaus sichtbar. Zu den Vorteilen von DVB-T zählt vor allem seine einfache und leichte Verfügbarkeit. In Ballungsräumen mit gutem Sendesignal reicht in der Regel eine Zimmerantenne für einen guten Empfang. Diese kann von Mietern bequem selbst installiert werden.