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Die Elemente eines Fahrradrahmens

30.08.2018

Ein Fahrradrahmen ist nicht gleich ein Fahrradrahmen. Er besteht aus verschiedenen Teilen, die einen wichtigen Beitrag zur Funktionalität des Fahrrads leisten. In vielen Situationen ist es darum wichtig, die gängigsten Bauteile und ihre Funktionen zu kennen. Anhand dieses Artikels ist es danach definitiv leichter, Fachbegriffe aus Magazinen und Werbeprospekten besser einzuordnen.

 

Über den Rahmen

Für einen Fahrradrahmen kommen verschiedene Materialien infrage. Das kann zum Beispiel ein Bambusrahmen (Link noch nicht veröffentlicht) sein, ein sehr besonderes und natürliches Material, das, richtig präsentiert, definitiv Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ist man auf Fahrradsuche, können einen auch verschiedene Typen von Fahrradrahmen überraschen, jeder mit einem anderen Schwerpunkt. Hier werden die einzelnen Elemente des Fahrradrahmens näher beleuchtet.

 

Bei der Beschreibung konzentrieren wir uns auf die klassische Grundform eines Fahrrades: Also eine einzelne Person, die auf einem Zweirad fährt. Andere Formen wie zum Beispiel Tandems, Liegeräder oder Dreiräder sind demnach nicht Gegenstand dieses Artikels.

 

Fahrradrahmen
 

 

Die Aufgaben des Fahrradrahmens

Vereinfacht gesagt ist der Rahmen das Tragwerk sowie der Dreh- und Angelpunkt des Fahrrades. Das Gewicht der Fahrer wird dabei auf Vorderrad und Hinterrad verteilt. Die Laufräder werden durch den Fahrradrahmen in dem gewünschten Abstand gehalten. Die während der Fahrt auftretenden Lenk-, Antriebs- und Bremskräfte werden vom Rahmen verarbeitet und abgefedert.

 

Auswahlkriterium Rahmengröße

Beim Kauf eines neuen Fahrrades spielt die Größe des Fahrers eine wichtige Rolle. Zu ihr passend wird die Rahmengröße beziehungsweise Rahmenhöhe ausgewählt. Je nach Land wird diese unterschiedlich ermittelt und in den Maßeinheiten cm oder zoll angeführt.

Ein Grundsatz ist aber in allen Ländern gleich: Für ein ergonomisches Fahren muss der Abstand zwischen Tretkurbel und Satteloberkante zur Größe der fahrenden Person passen. Dadurch wird ihr der runde Tritt ermöglicht.

 

Die optimale Rahmengröße für die individuelle Person ist aber bei serienmäßig hergestellten Fahrrädern nicht immer erhältlich. Im Wachstum befindliche Jugendliche besitzen nur für einen kurzen Zeitraum ein Fahrrad mit der optimalen Rahmenhöhe. In beiden Fällen helfen aber bestimmte Elemente am Rahmen mit, die fehlenden Zentimeter zu korrigieren. Mehr dazu lässt sich hier nachlesen.

 

Überblick über die Elemente des Fahrradrahmens

Die wichtigsten Teile sind:

  • Sitz- oder Sattelrohr
  • Steuerrohr
  • Oberrohr
  • Unterrohr
  • Hinterbau
  • Tretlagergehäuse

 

Sitz- oder Sattelrohr

Das Sitzrohr nimmt die Sattelstütze auf und trägt damit den Fahrradsattel. Es wird deshalb auch Sattelrohr genannt. Durch das Tragen des Körpergewichts der Biker bestimmt die Lage dieses Rohrs den Schwerpunkt des Fahrrades. Die ausfahrbare Sattelstütze hilft mit, eventuelle Mängel bei der Rahmengröße zu korrigieren.

 

Steuerrohr

Mit Hilfe des Steuersatzes nimmt das Steuerrohr die Fahrradgabel auf. Diese führt das Vorderrad entsprechend der Lenkbewegungen. Im Steuerrohr findet zusätzlich der Fahrradlenker Halt, dessen Lenkbewegung von der Fahrradgabel umgesetzt wird.

Der Lenker ist über den Lenkervorbau mit dem Steuerrohr verbunden. Durch das Verstellen des Lenkervorbaus können die Höhe des Fahrradlenkers und sein Abstand zum Sattel justiert werden. Diese Möglichkeit dient ebenfalls der Korrektur einer nicht optimalen Rahmengröße.

 

Oberrohr

Gemeinsam mit dem Unterrohr verbindet das Oberrohr die zuvor genannten Elemente. Zusammen entscheiden sie damit über den Abstand zwischen Sitzrohr und Steuerrohr. Dieser Abstand spielt eine wichtige Rolle in Bezug auf die Haltung des Fahrers auf dem Rad.

Um das Besteigen des Fahrrades zu erleichtern, kann das Oberrohr verschiedene Formen annehmen. Bei einem Tiefdurchsteiger, einer spezielle Rahmenform, verschwindet dieses Rohr zur Gänze.

 

Unterrohr

Vergleichbar mit dem Oberrohr tritt das Unterrohr ebenfalls als Verbindungselement zwischen Sitzrohr und Steuerrohr auf. Da es zusätzlich als Verankerungspunkt für das Tretlager dient, kann im Gegensatz zum Oberrohr auf dieses Element nicht verzichtet werden.

 

Hinterbau

Der Hinterbau besteht aus mehreren Bauteilen, die gemeinsam das Hinterrad führen. Zu diesen Elementen gehören die Kettenstreben, die Sitzstreben und die Ausfall-Enden.

 

Die Ausfall-Enden sind die konkreten Elemente, die die Achse des Hinterrades aufnehmen. Das Vorderrad wird ebenfalls von solchen Enden aufgenommen. Da in diesem Fall die Ausfall-Enden am Ende der beweglichen Fahrradgabel sitzen, gelten sie aber nicht als Teil des Rahmens.

 

Die Gestaltung der Ausfall-Enden am Hinterrad unterstützt die wichtige Funktion des Nachspannens der Kette. Dies gelingt durch geringfügiges Verschieben der Hinterradachse innerhalb dieser Bauteile. Dadurch verändert sich der Abstand zwischen dem Kettenblatt am Tretlagergehäuse und den Ritzeln an der Achse des Hinterrades.

 

Die Sitzstreben verbinden die Ausfall-Enden mit dem Sitzrohr (Sattelrohr). Sie werden deshalb auch Sattelstreben genannt. Meistens treffen die Sitzstreben genau dort auf das Sitzrohr, wo auch das Oberrohr ansetzt. Die Streben dienen als Basis für die Befestigung von Gepäckträger und Schutzblech.

 

Konkret wird dazu ein Steg zwischen den beiden oberen Ende der Sitzstreben genutzt. Dieser Bauteil – die Pletscherplatte – ist nach der Schweizer Firma Pletscher AG benannt, die sich mit der Produktion dieses Elements einen Namen machte.

 

Die Kettenstreben verbinden die Ausfall-Enden mit dem Tretlagergehäuse. Sie verlaufen damit in etwa parallel mit der Fahrradkette. Wegen ihrer Lage im unteren Bereich des Fahrrades werden sie auch als Unterstreben bezeichnet.

 

Tretlagergehäuse

In diesem Gehäuse ist das Lager für die Tretkurbeln (Pedale) eingebaut. In der Regel treffen sich am Tretlagergehäuse das Unterrohr, das Sitzrohr und die Kettenstreben. Bei Pedelecs oder E-Bikes wird dieser Verknüpfungspunkt bevorzugt für den Einbau des E-Antriebs genutzt.

 

Resümee

Mit Hilfe der beschriebenen Teile lässt sich ein normales Fahrrad für eine einzelne Person zusammenbauen. Die Rahmengeometrie eines Fahrrades mag sich je nach Einsatzzweck verändern, die beschriebenen Bauteile werden aber nahezu immer an dem betreffenden Zweirad zu finden sein.