Mehrere Rennfahrer fahren die Strecke der Tour de France
Tour de France - Radfahrer im Spitzentempo (Bild: Thomas Launois - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Tour de France: Ganz Frankreich im Spitzentempo

Gehören Sie auch zu den Hunderten Millionen Fans weltweit, die alljährlich bei der Tour de France mitfiebern und dem favorisierten Team die Daumen drücken? Oder hatten Sie bislang eher wenig mit Radsport am Hut und wollen nun eine Wissenslücke füllen? So oder so finden Sie hier auf einen Blick, was die Faszination des größten Radrennens der Welt ausmacht, wie es vor 120 Jahren ins Leben gerufen wurde, wie die Fahrleistungen bewertet werden und wer zu den legendären Siegern und den nicht minder illustren Dopingsündern der Tourgeschichte gehört.

Tour de France: Die Idee für eine Werbeaktion

Im Jahr 1903 suchte der französische Verleger Henri Desgrange händeringend nach einer zündenden Marketingaktion, um den Absatz seiner Sportzeitung „L’ Auto-Velo“ nach oben zu treiben. Géo Lefèvre, ein befreundeter Journalist, hatte die epochale Eingebung, das „verrückteste Radrennen der Welt“ zu starten – eine Serie von Radsportetappen durch ganz Frankreich. Die Tour de France war geboren. Das erste Rennen wurde von 60 Fahrern ausgetragen, die sich einen Radwettkampf über fast 2.500 Kilometer in sechs Etappen von Paris über verschiedene Großstädte Frankreich und zurück in die Hauptstadt lieferten.

Tour de France: Das Nonplusultra der Radrennen

Maurice Garin hieß der erste Sieger dieser damals mit großer patriotischer Begeisterung ausgetragenen Tour, die sich im Lauf der Jahrzehnte zum wichtigsten Straßenradrennen der Welt entwickelt hat. Es findet jedes Jahr im Juli statt – nur unterbrochen von den beiden Weltkriegen. Unter den großen Länderrundfahrten, bei denen noch der Giro d’Italia und der Vuelta a España führend sind, gilt die Tour de France als die größte Herausforderung. Zusammen mit den Olympischen Spielen, der Fußball Weltmeisterschaft und der Rugby-Weltmeisterschaft zählt die Frankreichfahrt zu den größten Sportereignissen weltweit.

Tour de France: Streckenführung durch ganz Frankreich

Inzwischen beginnt die Tour de France nicht mehr zwingend in Paris. Zum Auftakt (Grand Départ) gibt es ein Zeitfahren, das bereits als erste Etappe zählt, wenn dabei acht Kilometer überschritten werden. Darauf folgen rund zwanzig Etappen in einem Kurs, der nahezu jährlich die Richtung wechselt und in der in Form eines Hexagons durch Frankreich gefahren wird – mal mit, mal gegen den Uhrzeigersinn. Dazwischen gibt es mehrere Ruhetage. Der Streckenverlauf ist so angelegt, dass am Anfang flache Abschnitte zu Sprints einladen, später folgen dann schwere Bergetappen in den Alpen und Pyrenäen. Zwischen den Gebirgen sind Übergangsetappen vorgesehen. Zur Zeit misst die Streckenlänge insgesamt rund 3.500 Kilometer. Mit 5.745 Kilometern Länge war die Tour de France 1926 die längste aller Zeiten. Seit 1903 wurden alle französischen Departéments auf dem Kontinent in die jährlich wechselnde Streckenführung einbezogen, sogar die beiden auf Korsika. Um Großstädte macht die Tour eher einen Bogen, wobei jedoch beispielsweise Paris 135 Mal oder Bordeaux 80 Mal angesteuert wurden. Die Schlussetappe (Tour d’Honneur) endet traditionell auf den Champs-Élysées in Paris. Gelegentlich wurden auch ausländische Regionen und Städte in die Tour de France einbezogen, etwa West-Berlin 1987.

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Tour de France: Teams, Organisation, Preisgeld

Tour de France
Tour de France: Das Nonplusultra der Radrennen (Bild: AUFORT Jérome - stock.adobe.com)

Zur großen Tour durch Frankreich treten bis zu 22 von der Wirtschaft gesponsorte Profimannschaften an mit je acht Fahrern. Die meisten Teams kommen aus Europa und dort wieder vor allem aus den romanischen Ländern. Die vertretenen 18 UCI WorldTeams haben das Recht auf eine offizielle Einladung der Veranstalter und sogar eine Teilnahmeverpflichtung. Die anderen Mannschaften kommen aus dem Kreis der UCI ProTeams. Sylvain Chavanel aus Frankreich hält den Rekord mit 18 Teilnahmen – Erik Zabel ist mit 14 Teilnahmen der deutsche Fahrer mit den meisten Tour-de-France-Auftritten. Die Amaury Sport Organisation (ASO) richtet das prestigeträchtige Radrennen aus, dessen Direktor seit 2006 der Journalist Christian Prudhomme ist. Das Preisgeld liegt insgesamt bei rund drei Millionen Euro, von denen der Gesamtsieger etwa 450.000 einstreichen darf.

Tour de France: Die Sieger-Wertungen

Auch wer sich nicht sonderlich für die Tour de France interessiert, wird schon von den symbolträchtigen Trikots und dem fieberhaften Kampf um ihren Besitz erfahren haben. Die Sieger der verschiedenen Wertungen werden mit einem Trikot in einer bestimmten Farbe am Ende jeder Etappe feierlich geehrt. Nur für den Etappensieg selbst gibt es kein spezielles Trikot. Nach ihrer Wichtigkeit gilt folgende Reihenfolge an Farben und Mustern:

Gelbes Trikot: Dem führenden Fahrer in der Gesamtwertung aller Etappen mit der geringsten Gesamtzeit wird das maillot jaune verliehen.

Grünes Trikot: Der Sieger in der Punktewertung erhält das maillot vert. Die Punkte werden beim Etappenziel und bei Zwischensprints vergeben.

Gepunktetes Trikot: Das maillot à pois rouges – weiß mit roten Punkten (in Anlehnung an das Papier einer französischen Schokolade) ist ein Bergpreis.

Weißes Trikot: Der beste junge Fahrer unter 25 Jahren erhält das maillot blanc. Jan Ullrich gewann es gleich drei Jahre in Folge.

Rote Rückennummer: Für den Fahrer mit dem größten Kampfgeist gibt es nach jeder Etappe eine rote Nummer auf dem Rücken.

Gelbe Rückennummern: Zur Ehrung für die drei besten Fahrer bei der Mannschaftswertung nach jeder Etappe gehören gelbe Rückennummern.

Tour de France: Berühmte Fahrer

Die Franzosen Jaques Anquetil und Bernhard Hinault, der Belgier Eddy Merckx sowie der Spanier Miguel Indurian schrieben mit je fünf Siegen Radsportgeschichte. Ganze 36 Mal ging der Tour-Sieg an einen Einheimischen. Auf dem zweiten Platz folgen 18 belgische Siege. Den bislang einzigen Sieg eines Deutschen feierte 1997 der damals 23-jährige Jan Ullrich. Bei der 109. Tour de France 2022, die mit durchschnittlich 42,106 km/h die bislang schnellste Frankreich-Tour war, siegte der Däne Jonas Vingegaard. Übrigens: In 2022 fand die erste Tour de France der Frauen statt – bei Berichten über berühmte Fahrende des bekanntesten Radrennens der Welt werden zukünftig also auch weibliche Namen fallen.

Tour de France: Das leidige Doping-Problem

Wenn Sie den Namen Lance Armstrong in der Siegerliste vermisst haben – insgesamt siebenmal gewann der Amerikaner von 1999 bis 2005 die Tour de France – so liegt das daran, dass diese einzigartige Leistung nach Erkenntnissen der US-Antidopingagentur unter Zuhilfenahme von illegalen Hilfsmitteln erreicht wurde. Armstrong wurden 2012 alle seine Rekordtitel von der UCI aberkannt. Denn so glanzvoll die packenden Etappenrennen der Tour de France schon immer waren, so unbestritten ist der Schatten des Dopings, der von Anfang an über der Geschichte dieses berühmten Radparcours liegt. Der Höhepunkt war wohl Ende der 1990er Jahre erreicht, als erst die Teams Festina und TVM von der Teilnahme ausgeschlossen wurden und schließlich auch der Sieger Marco Pantani. Auch der Deutsche Jan Ullrich und viele weitere bekannte Fahrer standen im Mittelpunkt eines Dopingskandals.

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