Hand hält Facebook Logo
Neuer Facebook Hack (Bild: AlesiaKan - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Das müssen Sie nach dem neuesten Facebook Hack tun

Soziale Netzwerke stellen in großen Teilen der Welt ein essentielles Kommunikationsmittel dar. Das global am meisten genutzte Netzwerk ist Facebook mit 2,2 Milliarden Mitgliedern. Solch eine Reichweite birgt zwangsläufig Risiken für ein Unternehmen, vor allem in Bezug auf Hackerangriffe. Facebooks Haupteinnahmequelle sind Werbeanzeigen, die auf den Daten der Nutzer basieren. Diesen Umstand nehmen viele Hacker zum Anlass, um ebenfalls davon zu profitieren. In den vergangenen Jahren wurde das soziale Netzwerk wiederholt Opfer von Hackerangriffen, das letzte Mal im September dieses Jahres. Ziel der Angreifer ist es, an so viele Nutzerdaten wie möglich zu gelangen, um sie für Werbung und Phishing-Angriffe zu verwenden. Wir verraten, was Sie über den neusten Facebook Hack wissen müssen und was zu tun ist, wenn Sie davon betroffen sind.

Wie viele Nutzer sind betroffen?

Facebook ist nicht irgendein soziales Netzwerk, sondern das am meisten genutzte weltweit. Ein Facebook Hack, wie kürzlich geschehen, gehört damit gewissermaßen zum Berufsrisiko des Unternehmens. Bei der aktuellen Attacke waren insgesamt 30 Millionen Benutzerkonten betroffen. Auf der einen Seite scheint die Ziffer, gemessen an der Gesamtzahl der 2,2 Milliarden User, relativ gering, auf der anderen Seite können die Folgen von immerhin 30 Millionen Nutzern nicht unerheblich sein.

Worauf haben es die Hacker abgesehen?

Im Wesentlichen waren die Verantwortlichen des Angriffs auf fünf Dinge aus: Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Aufenthaltsorte und Suchanfragen. Auf Grundlage dieser Informationen ist es den Hackern möglich, zielgerichtete Werbung an Sie zu schicken. Der Facebook Hack hat damit ähnliche Motive wie Facebook selbst, nur dass der Hack illegal ist und Ihnen nicht nur Werbung zusendet, sondern mittels Phishing-Angriffen an weitere Daten wie z.B. Ihr Bankkonto möchte. Nicht alle Opfer des Angriffs sind gleichermaßen betroffen, von 14 der 30 Millionen betroffenen User haben die Hacker z.B. die letzten zehn Aufenthaltsorte bzw. die letzten 15 Suchanfragen erbeutet.

So wissen Sie, ob Sie Opfer vom Facebook Hack sind

Vom Facebook Hack Betroffene haben vom Unternehmen eine entsprechende Benachrichtigung bekommen. Falls Sie keine Message erhalten haben, können Sie davon ausgehen, dass Sie nicht zu den Betroffenen der Attacke zählen. Falls doch, haben Sie in Ihrer Facebook App eine Mitteilung bekommen. Da es sich um einen Facebook Hack handelt, sind iOS Geräte und Android Smartphones gleichermaßen betroffen.

Konsequenzen des Hacks

Person ist auf Facebook mit dem Tablet
(Bild: sitthiphong - stock.adobe.com)

Neben der Benachrichtigung an die Betroffenen hat Facebook sicherheitshalber insgesamt 90 Millionen Konten automatisch abgemeldet. Die Hacker haben sich zwar mit sogenannten „digitalen Zugriffsschlüsseln“ Zutritt verschafft und nicht durch Passwörter, dennoch hat Facebook zur Sicherheit die betroffenen Nutzer sowie viele weitere User abgemeldet. In der Regel genügt es, wenn Sie sich einfach wieder mit Ihren gewohnten Nutzerdaten anmelden. Falls dies nicht gelingen sollte, suchen Sie den Hilfebereich von Facebook auf, dort gibt es eine extra Unterseite für das Problem.

Das können Sie nach dem Facebook Hack tun

Wenn Sie vom Facebook Hack betroffen sind, haben Sie unter Umständen anonyme Anrufe, SMS oder E-Mails bekommen. Sein Sie in diesen Fällen besonders vorsichtig, nehmen Sie nach Möglichkeit keine unbekannten Anrufe entgegen und antworten Sie nicht auf zweifelhafte Nachrichten. Viele davon sprechen Sie zwar mit Namen an, stammen von vermeintlich vertrauten Kontakten oder gar von Facebook selbst, antworten Sie jedoch in keinem Fall auf diese Nachrichten und vermeiden Sie, auf darin enthaltene Links zu klicken. Vor allem diese Weiterleitungen stellen eine Gefahr dar, da sich dahinter oft Phishing-Attacken verbergen, die es z.B. auf Ihre Bankdaten abgesehen haben. Um sicherzugehen, dass die Nachrichten, die Sie von vermeintlichen Freunden oder Bekannten bekommen auch wirklich echt sind, empfiehlt sich eine spezielle Hilfeseite von Facebook. Diese extra vom Unternehmen eingerichtete Seite ist im allgemeinen Hilfebereich zu finden und gibt Ihnen Auskunft darüber, ob Sie vom Facebook Hack betroffen sind und was im Einzelfall zu tun ist. Auf dieser Seite können Sie zudem die Echtheit der an Sie gesandten Nachrichten überprüfen. Es lohnt sich im Zweifelsfall, diese extra Hilfeseite zu besuchen. So bekommen Sie Klarheit darüber, ob Sie Opfer des Hacks sind und was Sie dagegen unternehmen können.

Facebooks Problem mit der Privatsphäre

Weder der Facebook Hack noch grundsätzliche Probleme mit der Privatsphäre stellen ein Novum in der Firmengeschichte von Facebook dar. Insbesondere der mangelnde Schutz von Nutzerdaten ist ein Vorwurf, mit dem sich Facebook seit längerer Zeit konfrontiert sieht. So soll das Unternehmen beispielsweise seine Zwei-Faktor-Authentifizierung ausnutzen, um an Nutzerinformationen zu gelangen, auch das Speichern von Kontakten aus dem Adressbuch wird dem Unternehmen vorgeworfen. Weitere Kritik gibt es zudem an der Gesichtserkennung von Facebook. Offiziell als Schutz vor unautorisiertem Bilderupload gedacht, sammelt die Funktion jedoch zusätzliche Daten über seine Nutzer. Das Problem der Datensicherheit von Facebook besteht also sowohl in regelmäßigen Hackerangriffen auf das soziale Netzwerk als auch in mangelndem Userschutz vor Facebooks eigenen Werbeinteressen. Natürlich ist es in den seltensten Fällen praktikabel, dass Sie sich komplett von Facebook fernhalten bzw. Sie Ihren Account löschen. Es empfiehlt sich jedoch, vorsichtig im Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook zu sein. Als Faustformel gilt, dass Sie nur so viele Informationen wie nötig von sich preisgeben. Jede Angabe, die Sie online machen, wird gespeichert und kann im Zweifelsfall von Dritten eingesehen werden.