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Das Mountainbike

21.02.2018

Die Zeit der Mountainbikes brach in den 1980er Jahren an. Mit dem neuen Fahrradtyp wurde das Fahren auf unbefestigten Wegen modern. Nachdem die erste Euphorie verrauchte, erzielten die Mountainbikes mit der Einführung von Federungen einen neuen Aufschwung. Doch was macht ein Fahrrad zu einem Mountainbike?

 

Geschichte der Mountainbikes

Um die Entwicklungsgeschichte von Mountainbikes – und auch anderer Fahrradtypen – besser verstehen zu können, muss man wissen, dass am Anfang des Radsports die Anzahl der Fahrradtypen sehr begrenzt war.

So gab es Fahrräder für die gemütliche Fahrt durch die Stadt oder übers Land. Alternativ wurden Fahrräder für den Rennsport angeboten. Ein spezielles Fahrrad für das Befahren von Waldwegen war angesichts der ungewöhnlichen Nutzungsart zunächst nicht im Angebot.

Die ersten Modelle waren dann auch nur für das Bergabfahren geeignet. Auf 26-Zoll-Felgen wurden Ballonreifen montiert, die das Fahren über die Unebenheiten erträglich machen sollten. Die Fahrräder waren aber noch sehr schwer und eigneten sich nicht wirklich dazu, eine Bergstrecke auch bergauf fahren zu wollen.

Erst mit der Zeit entstanden die ersten optimierten Fahrräder, die dann auch wirklich die Bezeichnung „Mountainbike“ verdienten. So wurde die Rahmengeometrie auch für längere Fahrten angepasst und die Räder mit Gangschaltungen ausgestattet. Kleine Details wie Schnellspanner am Sattelrohr ermöglichten die schnelle Höhenverstellung des Sattels, damit Mountainbiker schwierige Streckenteile auch auf den Pedalen stehend bewältigen konnten.

 

Technische Entwicklungen rund um Mountainbikes

In den ersten Jahren ihres Entstehens wurden für Mountainbikes Technologien genutzt, die zuvor für Motorräder entwickelt worden waren. In der Zwischenzeit wurden Mountainbikes selbst zu Impulsgebern für neue Entwicklungen.

So wurden V-Bremsen, Scheibenbremsen und Mehrgang-Nabenschaltungen zunächst an Mountainbikes erprobt und perfektioniert. Erst dann wurden sie auch für andere Fahrradtypen interessant. Auch die Federelemente wie die Federgabeln und Hinterbaufederungen wurden zuerst für Mountainbikes entwickelt.

 

Typische Merkmale eines Mountainbikes

Der Raddurchmesser eines Mountainbikes lag lange Zeit bei 26 Zoll. In den letzten Jahren setzen die Hersteller aber vermehrt auf größere Raddurchmesser zwischen 27,5 und 29 Zoll. Die Reifen sind breit und meistens grobstollig. Damit soll dem unebenen Boden Rechnung getragen werden.

Trotz des großen Raddurchmessers sind die Rahmengrößen verhältnismäßig niedrig. Bei der Rahmengeometrie wird berücksichtigt, dass man auf einem Mountainbike kaum lange Strecken fährt, die Bergauf-Strecken aber sehr viel Kraft benötigen. Bergab wird dann der Sattel oft gar nicht benutzt, die Fahrer stehen dann auf den Pedalen und meistern so die besonders stoßintensiven Streckenteile.

Mountainbikes verfügen meist über eine Schaltung mit sehr vielen Gängen. Damit können die Fahrer auf die unterschiedlichsten Steigungen differenziert reagieren. Der Rahmen wird aus Gewichtsgründen gerne aus Aluminium gefertigt. Um die Kräfte gut aufnehmen zu können, sind diese Rahmen meistens etwas voluminöser als bei normalen Fahrrädern.

Mountainbikes werden meistens mit einer Federung gekauft. Ein „Fully“ verfügt sowohl hinten als auch vorne über eine Federung. MTBs mit lediglich einer gefederten Vordergabel werden „Hardtail“ genannt.

 

Geht es noch spezieller?

Obwohl ein Mountainbike bereits für eine spezielle Aufgabenstellung optimiert wurde, machten die Fahrradhersteller hier nicht Halt. Für verschiedene Anwendungszwecke gibt es auch verschieden optimierte Mountainbikes. Als Beispiele greifen wir zwei besonders markante Spezialisierungen heraus.

 

Downhill-Mountainbike

So sind Downhill-Mountainbikes auf die rasche Fahrt den Berg hinab optimiert. Wegen der großen Belastungen sind hier Rahmen, Federung und auch Bremssystem größer und stärker dimensioniert. Das damit erhöhte Gewicht wird in Kauf genommen, da solche Räder nur bergab eingesetzt werden.

 

Trial

Wird das Mountainbike bewusst für Geschicklichkeitsfahren verwendet, greifen die Fahrer auf ein Trial zurück. Diese Fahrten werden meistens auf speziell dafür angelegte Strecken durchgeführt, auf denen die Fahrer ihr Können beweisen müssen. Bei den Trails fallen die besonders geringe Rahmenhöhe und der oft nur angedeutete oder fehlende Sattel auf.

 

Kontroversen um Mountainbikes

Mit dem zunehmenden Einsatz von Mountainbikes entwickelten sich auch Kontroversen um die angemessene Nutzung von Wald- und Forstwegen. So befürchteten Waldbesitzer und Umweltschützer durch die neuen Verkehrsteilnehmer mitten im Wald eine Beeinträchtigung für Flora und Fauna.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von markierten Mountainbike-Strecken, die man als begeisterter Mountainbike-Fahrer mit ruhigem Gewissen nutzen kann.

 

Mountainbikes

Sicherheitsüberlegungen bei Mountainbikes

Mountainbikes sind in der Regel auf Fahrten abseits von befestigten Wegen optimiert. Deshalb werden sie oft ohne jene Features angeboten, die für die Nutzung auf öffentlichen Straßen vorgeschrieben sind.

Typische Beispiele dafür sind eine Beleuchtungsanlage, die Fahrradklingel und Reflektoren. Möchten Sportler ihr Mountainbike auch auf öffentlichen Straßen einsetzen, sollten sie die entsprechende Aufrüstung zusätzlich kaufen.

Die Nutzung eines Mountainbikes auf einsamen Waldwegen ist immer mit der Gefahr eines Unfalles verbunden. Nicht immer ist gewährleistet, dass rasch Hilfe zur Stelle ist. Selbst die Alarmierung der Rettungskräfte kann in entlegenen Gegenden ohne Mobilfunkempfang ein Problem darstellen.

Hier empfiehlt sich die Mitführung einer Lösung, die auf Satellitenempfang setzt. Diese Lösungen ermöglichen das Absenden eines Notsignals, dass die Notfallmeldung samt Koordinaten an eine definierte Stelle (globale Notfallzentrale oder persönlicher Bekanntenkreis) absendet. (Genauere Infos finden sich in unserem Artikel über Satelliten-Messenger)

Die Strecken für Mountainbiker erfordern besonderes Geschick und sind nicht ungefährlich. Die Fahrer sind deshalb besonders aufgefordert, Helme und Schutzkleidung inklusive Knieschoner zu tragen.

 

Resümee

Mountainbikes sind Fahrräder, die auf die Nutzung von schwierigen Bergstrecken optimiert sind. Durch ihre Konstruktion ist ein besonderes Naturerlebnis auf dem Fahrrad sichergestellt. Die Beschaffenheit der Strecken erfordern aber auch besondere Übung und das Tragen von entsprechender Schutzkleidung.