Verschiedene Fahrradschlösser liegen auf dem Boden
Sicherheitsstufen beim Fahrradschloss – das bedeuten sie (Bild: Oleksandr Kozak - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Fahrradschloss: Sicherheitsstufen, die Sie beachten sollten

„Safety first“ – Sicherheit steht an erster Stelle. Das gilt gerade dann, wenn es um Ihr Bike geht. Ein unachtsamer Moment reicht aus und Ihr Zweirad ist weg. Bikes werden gerne gestohlen, speziell in Großstädten. Ein Fahrradschloss gehört daher zur absoluten Grundausstattung. Bevor Sie sich irgendein Zubehör fürs Rad zulegen, steht das Schloss an erster Stelle. So weit, so klar. Wenn Sie sich näher mit Schlössern befassen, stellen Sie schnell fest, dass diese über sogenannte Sicherheitsstufen verfügen. Je nach Hersteller und Schloss liegen sie manchmal im ein-, manchmal im zweistelligen Bereich. Wofür genau stehen die Werte? Heißt mehr gleich besser? Wann ist ein Fahrradschloss sicher, wann nicht? Wir haben uns aktuelle Schlösser angeschaut und sie im Hinblick auf Ihre Sicherheit geprüft. Wir sagen Ihnen, wofür die Sicherheitsstufen stehen und worauf Sie grundsätzlich achten sollten.

Wann ist ein Fahrradschloss wirklich sicher?

Die Frage nach der Sicherheit vom Fahrradschlössern ist nicht so einfach zu beantworten. Klar, auf der einen Seite gibt es die im Folgenden beschriebenen Sicherheitsstufen. Auf der anderen Seite ist Sicherheit relativ. Einhundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Wenn es ein Fahrraddieb bzw. -diebin wirklich auf Ihr Bike abgesehen hat und über das nötige Equipment verfügt, dann stehen die Chancen um Ihr Rad schlecht. Das heißt jedoch nicht, dass ein Fahrradschloss unnütz ist. Ganz im Gegenteil. Je sicherer das Schloss, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Bike dadurch geschützt wird. Besonders sichere Fahrradschlösser sind schwer zu knacken und schrecken in den allermeisten Fällen davon ab, mit einem Bolzenschneider oder Metallsäge bearbeitet zu werden.

Es existieren keine einheitlichen Sicherheitsstufen

Bei der Suche nach einem neuen Schloss sind Ihnen gewiss die kleinen Ziffern aufgefallen, die auf dem Verkaufsetikett angegeben sind. Die Zahlen stehen für die jeweilige Sicherheitsstufe des Schlosses. Sie verraten also, wie viel Schutz ein Fahrradschloss bietet. Das klingt erstmal gut. Schließlich wollen Sie nicht erst beim Diebstahl bzw. dessen Versuch herausfinden, wie gut Ihr Schloss tatsächlich ist. Die angegebene Sicherheitsstufe bietet somit eine Orientierung – das ist ein Pluspunkt. Unglücklicherweise existiert kein universales System für die Sicherheitsstufen. Das heißt: Jeder Hersteller besitzt eine eigene Skala. Einige Marken arbeiten mit einer Bezifferung von sechs Stufen, andere verwenden hingegen 15 verschiedene Sicherheitsstufen. Was bei einem Schloss maximalen Schutz verspricht, steht beim anderen gerade einmal für einen durchschnittlichen Schutz. Dieser Umstand macht es für unerfahrene Radlerinnen und Radler gar nicht so einfach das richtige Produkt zu finden.

Diese verschiedenen Sicherheitsstufen gibt es

Dass es keine einheitlichen Sicherheitsstufen gibt, ist natürlich nicht optimal. Nichtdestotrotz lässt sich eine Gemeinsamkeit zwischen den Skalen und Systemen benennen: Je höher der Wert, desto sicherer das Schloss. Wenn Sie also ein Fahrradschloss mit einer vergleichsweise hohen Ziffer vor sich haben, können Sie davon ausgehen, dass das Schloss besser gegen Diebstahl schützt als Schlösser mit einem geringeren Wert. Als Unterstützung zur Einordnung hilft in den meisten Fällen die Angabe aller möglichen Sicherheitsstufen auf dem Etikett. Auf diese Weise bekommen Sie einen Überblick, wie weit oben auf der jeweiligen Skala sich Ihr Schloss befindet.

Damit Sie darüber hinaus Einblick in die unterschiedlichen Skalen bekommen und Schlösser verschiedener Hersteller noch besser miteinander vergleichen können, hilft es einen Blick auf die einzelnen Sicherheitsstufen zu werfen:

  • Onguard: Nutzen Sie Fahrradschlösser von Onguard, stehen Ihnen 100 Stufen zur Auswahl
  • ABUS: Die Firma ABUS teilt Ihre Fahrradschlösser in insgesamt 15 Sicherheitsstufen ein
  • Axa: Schlösser der Marke Axa nutzen ebenfalls 15 Stufen zur Angabe der Sicherheit
  • Kryptonite: Der Hersteller Kryptonite verwendet lediglich zehn Stufen für seine Schlösser
  • Knog: Auch Fahrradschlösser von Knog werden in nur 10 Level eingeteilt
  • Trelock: Verwenden Sie Schlösser von Trelock, stehen Ihnen lediglich 5 Stufen zur Auswahl
  • Zefal: Die aktuell wenigsten Level, nämlich fünf, gibt es beim Hersteller Zefal
Aktives Seniorenpaar mit Elektrofahrrädern auf einer Straße in der Natur.

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Welche Stufe ist nun die richtige für Sie?

Eine Person schließt ein Fahrrad an
Sicherheitsstufen beim Fahrradschloss – das bedeuten sie (Bild: Ivan - stock.adobe.com)

Bei so viel unterschiedlichen Sicherheitsstufen für Ihr Fahrradschloss stellt sich die Frage, welches Level Sie verwenden sollten. Muss es immer gleich das höchste sein? Ihr Bike soll natürlich nicht gestohlen werden – bedarf es dafür aber zwangsläufig auch die höchste Stufe? Die kurze Antwort ist: Nein. Es kommt immer auf den Kontext an. Geht es Ihnen lediglich darum, Ihr Rad vor Gelegenheitsdieben abzusichern, dann genügt in der Regel ein Schloss mit mittlerer Sicherheitsstufe. Suchen Sie hingegen den bestmöglichen Schutz, dann sollten Sie folglich zum Schloss mit der höchsten Stufe greifen. Letztere sind jedoch vergleichsweise teuer. Zudem können sie entsprechend schwer und mitunter sperrig sein.

Achten Sie auch auf Zertifikate und Siegel

Ein weiterer Orientierungswert für den Schutz eines Fahrradschlosses sind Zertifikate, die nicht vom Hersteller ausgestellt wurden, sondern z.B. vom TÜV. Verfügt Ihr Schloss über ein TÜV Siegel gilt dies als ein zusätzliches Qualitätsmerkmal. Neben einem TÜV Zertifikat empfiehlt es sich zudem, dass Ihr Fahrradschloss über ein SE Siegel verfügt. Dieses weist darauf hin, dass das Schloss den Anforderungen der EU in Bezug auf Sicherheitsstandards gerecht wird. Darüber hinaus lohnt es sich nach einem Schloss mit sogenannter VdS-Zertifizierung Ausschau zu halten. Das Zertifikat wird von der privaten VdS Schadenverhütung GmbH vergeben (das Unternehmen gehört zum Verband der deutschen Versicherungswirtschaft). Das Zertifikat kann besonders hilfreich sein, wenn Sie einen Diebstahl Ihrer Versicherung melden und eine Erstattung geltend machen wollen.

Sicherheit kostet – wie teuer muss ein Schloss sein?

Als Faustformel gilt: Je sicherer Ihr Fahrradschloss, desto besser. Das klingt erst einmal banal, bedeutet jedoch auch, dass Sie in den Schutz Ihres Bikes investieren und hier nicht auf die zweite oder dritte Wahl zurückgreifen sollten, nur weil es vermeintlich günstiger ist. Sicherheit hat Ihren Preis – insbesondere, wenn es um Fahrradschlösser geht. Hierbei spielt vor allem der Neukaufpreis Ihres Bikes eine Rolle. Wenn Sie ein ausgedientes Second Hand Rad fahren, muss es vielleicht kein Schloss für mehrere hundert Euro sein. Als Orientierung gilt, dass ein Schloss etwa zehn Prozent vom Wert des Rads kosten sollte.

Darauf sollten Sie beim Schlosskauf achten

Parallel zu den Sicherheitsstufen, Zertifikaten und Siegeln existieren weitere Kriterien, die Sie beim Kauf von Fahrradschlössern beachten sollten. Dazu zählt einerseits die Wahl des richtigen Materials. Je nach Beschaffenheit des Schlosses, ist es unterschiedlich schwer bzw. leicht es zu knacken. Andererseits gibt es verschiedene Typen von Schlössern. Sollte es lieber ein klassisches Rahmenschloss sein oder ein flexibles Kabelschloss? Wie sicher sind Kettenschlösser?

Es existieren zudem Schlösser mit eingebautem Alarm. Dieser legt dann los, wenn Fremde versuchen das Schloss aufzubrechen. Darüber hinaus gibt es kleine GPS Tracker fürs Rad, die Sie unbemerkt am Bike anbringen können und die Ihnen jederzeit verraten, wo sich Ihr Rad befindet. Sogar stinkende Schlösser gibt es, die beim Diebstahlversuch einen unangenehmen Geruch absondern. Achten Sie grundsätzlich darauf, dass wenn Sie eine Fahrradversicherung haben, auch ein Schloss mit hoher Sicherheitsstufe nutzen. Nicht zuletzt existieren auch weitere Prüfsiegel unabhängiger Institutionen wie z.B. dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V.) oder von Stiftung Warentest. Sie sehen: Es gibt eine Vielzahl weiterer Faktoren zu beachten, wenn Sie sich ein Fahrradschloss zulegen wollen. Im Artikel Fahrrad-Diebstahlschutz: Augen auf beim Schlosskauf! verraten wir Ihnen ausführlich, worauf Sie achten sollten.