Person hält Smartphone in der Luft
Der iOS 15 Datenschutz im Check (Bild: ©bongkarn - stock.adobe.com)

Datensicherheit

iOS Sicherheit: Wie steht es um den iOS 15 Datenschutz?

Mit dem neuen iOS 15 möchte Apple die Datensicherheit weiter vorantreiben und Nutzern noch mehr Möglichkeiten geben, ihre Daten vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Dabei überzeugt iOS 15 mit vielerlei wichtigen sicherheitsrelevanten Funktionen. Trotzdem gefällt das nicht jedem Apple-Fan, denn ein Update des Betriebssystems bedeutet auch immer eine Umstellung. Ein weiterer Kritikpunkte sind unerwünschte Bugs, die oftmals in Verbindung mit einem neuen Software-Update einhergehen. Deshalb haben Apple-User ab sofort die Wahl: Sie können entweder die neueste Version von iOS 15 verwenden, oder lediglich die wichtigsten Sicherheits-Updates installieren und ansonsten weiterhin iOS 14 nutzen. Wir zeigen Ihnen, wie sich der iOS 15 Datenschutz gestaltet und welche Sicherheitsfunktionen Sie damit nutzen können.

iOS 15 Datensicherheit: Neues Datenschutz-Dashboard

Die erste große Änderung von iOS 15 ist das neue Datenschutz-Dashboard für Apps. Damit erhalten Nutzer Zugriff auf einen interessanten Datenbericht, der Aufschluss darüber gibt, wann welche App auf Ihre Daten zugreift. Der Bericht wird immer für die letzten sieben Tage erstellt und zeigt genau, wann eine App auf den Standort, das Mikrofon, Kontakte oder die Kamera zugreift. Zusätzlich dazu kann man erkennen, wenn eine App sich Informationen über besuchte Webseiten einholt. Damit Sie den wöchentlichen Datenschutzbericht erhalten, muss dieser vorab aktiviert werden. Sobald das System dann alles aufzeichnet, können Sie die Daten jederzeit aufrufen und als Datei exportieren.

Deutlich mehr iOS Datensicherheit dank Secure Paste

Bereits beim vorherigen Betriebssystem, iOS 14, wurden iPhone-Nutzer darüber informiert, wenn Apps wie Google Maps, Instagram oder TikTok auf ihre Zwischenablage zugreifen. Hierzu erschien eine kleine Anzeige am oberen Bildschirmrand. Das Problem: Die Anzeige wurde auch dann ausgespielt, wenn man selbst einen Zugriff auf die Zwischenablage ausübte. Dies wurde mit iOS 15 noch einmal angepasst. Zusätzlich dazu haben iPhone-User nun die Funktion „Secure Paste“. Mit dieser können Sie für mehr iOS Sicherheit sorgen, indem Sie den Zugriff von anderen Apps auf Inhalte in der Zwischenablage einschränken. Somit kann künftig nur noch der jeweilige Anwender Daten aus der Zwischenablage nutzen.

Innovative iOS 15 Sicherheitsfunktionen von iCloud+

Wer bereits für die Nutzung von iCloud bezahlt, erhält ab sofort iCloud+ mit neuen spannenden iOS 15 Funktionen. Mit iCloud+ können Sie „iCloud Private Relay“ nutzen, eine Art VPN-Dienst, der dafür sorgt, dass Ihre IP-Adresse nicht mehr sichtbar ist und Ihren Datenverkehr vollkommen verschlüsselt überträgt. Darüber hinaus können Sie die neue iOS-Funktion „Hide My Email“ nutzen. Mit diesem Service können Sie dafür sorgen, dass eine automatische Zufalls-E-Mail-Adresse konfiguriert wird, über die Nachrichten dann an Ihre tatsächliche E-Mail-Adresse weitergeleitet werden. Damit können Sie sich nicht nur vor Firmen und Personen schützen, denen Sie Ihre eigentliche E-Mail-Adresse nicht geben möchten, sondern sich ebenso vor Cyberangriffen auf Ihr Postfach schützen. Denn sobald Hacker die Zufalls-Adresse erbeuten, können Sie diese einfach deaktivieren und sich damit dauerhafte Spammails vermeiden.

iOS 15 Datenschutz: So funktioniert Private Relay

Zwei weiße iPhones übereinandergestapelt
So funktioniert Private Relay (Bild: eremin - stock.adobe.com)

Auch wenn Private Relay der Nutzung von VPN ähnelt, unterscheidet sich die neue Funktion in mehreren Punkten: Während bei der Nutzung eines Virtual Private Network alle Daten vom Anwender über den VPN-Server zur jeweiligen Webseite geschickt werden und dadurch ein falscher Standort anhand der IP-Adresse des VPN-Servers ausfindig gemacht werden kann, ist bei Private Relay selbst Apple nicht bekannt, wo Sie surfen. Denn hierbei ist sowohl die Zieladresse als auch der Dateninhalt selbst vor Apple verborgen. Dies funktioniert, indem User von einem Ingress Proxy Server zu einem Egress Proxy Server und erst danach zur gewünschten Webseite weitergeleitet werden. Und obwohl der Ingress Proxy Server von Apple stammt, sorgt die Tatsache, dass der Egress Proxy Server von einem Drittanbieter betrieben wird, für deutlich mehr iOS Sicherheit.

Dies führt dazu, dass Webseiten keinerlei Standort mehr ausfindig machen können. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie als Anwender kein anderes Land mehr als Standort festlegen können und somit eventuell für manche Webseiten gesperrt sind. Mit der neuen Vorgehensweise können Sie lediglich zwischen „Preserve Approximate Location“ und „Use Broader Location“ wählen.

Trackingschutz-Feature blockiert unsichtbare Pixel

Darüber hinaus ist Apple damit beschäftigt, seinen intelligenten Trackingschutz zu verbessern. Somit soll die Mail-App künftig vermehrt vor sogenannten unsichtbaren Pixeln geschützt werden. Dabei handelt es sich meistens um ein verstecktes 1-Pixel-Bild, das eine Verbindung zum Server des Absenders herstellt und anschließend Informationen wie den Standort, den verwendeten E-Mail-Client und die IP-Adresse des Anwenders ausspioniert. Dadurch kann selbst ausfindig gemacht werden, wann und wie oft Sie Ihre E-Mails öffnen. All das soll mit Apples iOS 15 Datenschutz-Plänen vermieden werden.

iOS Datensicherheit: Das dürfen Sie künftig erwarten

Mit „Passkeys in iCloud Keychain“ ermöglicht Apple iPhone-Besitzern außerdem die Verwendung einer biometrischen Kontoauthentifizierung. Dabei können Sie vermehrt Ihre Face und Touch ID verwenden anstelle eines Passworts. Auch die Verwendung von Siri ist optimiert worden und bietet mehr iOS Sicherheit. Denn die Ausführung von Sprachbefehlen ist deutlich schneller und sicherer geworden. So ist künftig für viele Siri-Befehle keine Internetverbindung mehr notwendig. Dies gilt für das Einstellen eines Timers, das Starten von Apps und die Wiedergabesteuerung. Lediglich bestimmte Anwendungen, wie das aktuelle Kinoprogramm oder die Wettervorhersage, benötigen weiterhin eine Internetverbindung.

Eine zusätzliche Erweiterung der iOS Sicherheit geschieht durch Apple HomeKit Secure Video. Die Funktion basiert auf iCloud+ und sorgt für mehr Sicherheit für Ihre Smart Home Kamera. Denn der Speicher, den Sie zur Überwachung Ihres Zuhauses verwenden, soll künftig nicht mehr auf den vorhandenen iCloud-Speicher angerechnet werden.