Person spricht in das Mikrofon seines Smartphones
Sprachqualität verbessern - Das können Sie tun (Bild: Antonioguillem - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Sprachqualität verbessern - Das können Sie tun

Wenn Sie über Smartphones lesen, finden Sie meist Artikel über die neuen Handymodelle, Zusatzfunktionen und Software-Updates oder interessante Apps. Ein Handy ist heutzutage schließlich ein Alleskönner und vereint eine Vielzahl an Features. Wer sich aktuell ein Smartphone zulegt, achtet vor allem auf die Funktionspalette des Geräts sowie auf das Design. Das Telefonieren ist dabei längst zur Nebensache geworden. Anrufe tätigen können schließlich alle Smartphones. Das ist einerseits zwar richtig. Andererseits gerät die Sprachqualität hierbei schnell ins Hintertreffen. Dabei kann diese je nach Modell und Anbieter stark variieren. Anrufe, die auf dem einen Smartphone in guter Qualität übertragen werden, können auf einem anderen Gerät bereits unter erheblichen Einbußen leiden. Daher zeigen wir Ihnen ein paar einfache Tricks, mit denen Sie auf Ihrem Gerät die Sprachqualität verbessern können.

Festnetz oder Handy?

So fortschrittlich Smartphones heutzutage auch sind, die Sprachqualität ist bei einem Großteil der aktuell zu erwerbenden Geräte allenfalls zufriedenstellend. Trotz aller individuellen Features, mit denen sich die einzelnen Handymodelle voneinander abzuheben versuchen, in Puncto „Sprachqualität“ ähneln sich die meisten Smartphones doch. Und diese ist im Gegensatz zur Festnetztelefonie eher von durchschnittlicher Qualität. Das liegt zum einen daran, dass die akustische Übertragung bei Telefonen, die über das Festnetz verbunden sind, viel schneller funktioniert als bei Handys. Zum anderen bieten die meisten Festnetzanschlüsse heutzutage die Möglichkeit, den Klang der Anrufe erheblich zu steigern. Denn mit einem HD-fähigen Router (welche heutzutage zum Standard gehören) lässt sich beim Telefonieren mit dem Festnetz erheblich die Sprachqualität verbessern.

Niedriger Frequenzbereich

Das Problem, dass bei Smartphones für einen beeinträchtigten Klang beim Telefonieren sorgt, ist der niedrige Frequenzbereich. So gewährleistet der Standard-Codec „AMR-NB“, der bei Handyanrufen zur Sprachübertragung verwendet wird, lediglich 0,3 – 3,4 KHz. Zum Vergleich: Das menschliche Ohr kann Frequenzen bis zu 20 KHz wahrnehmen. AMR-NB überträgt Audiosignale also nur über einen Bruchteil der Frequenzen, die Sie im Stande sind zu hören. Einfach ausgedrückt: Bei Handy-Anrufen hören Sie sechs Mal weniger als Sie eigentlich hören könnten. Um die Sprachqualität verbessern zu können, wurde daher an einem weiteren Codec gearbeitet.

Verbesserter Codec

Um den Umstand der minderen Sprachqualität beim AMR-NB Codec zu ändern, wurde der sogenannte „AMR-WB“ Codec entwickelt. Dieser ermöglicht Übertragungen im Frequenzbereich zwischen 0,05 - 7KHz. Damit lassen sich also doppelt so viele Audiosignale übertragen. Im Ergebnis ließ sich bei Smartphones damit deutlich die Sprachqualität verbessern. Stimmen, die über den AMR-WB Codec übermittelt werden, klingen weniger dumpf und wirken insgesamt klarer. Daher wird beim AMR-WB Codec auch von „HD-Voice“ gesprochen. Dennoch überträgt auch dieser Codec nur einen kleinen Teil der hörbaren Frequenzen. Soll heißen: HD-Voice reicht nicht aus, um die Sprachqualität verbessern zu können.

EVS

Weil auch mit dem verbesserten HD-Voice Codec viele Sprachanrufe weiterhin nicht so klar und deutlich klingen wie Gespräche, die über das Festnetz geführt werden, wurde ein weiterer Codec entwickelt. Dieser dritte Codec heißt „EVS“ („Enhanced Voice Services“, zu Deutsch: „Verbesserte Sprachübertragung“). Und tatsächlich scheint EVS dem Problem der teilweise qualitätsarmen Sprachübertragung ein Ende bereiten zu können. Denn der neue Codec gewährleistet einen Frequenzbereich von 0,02 – 20KHz. Damit können also erstmals alle Frequenzen übertragen werden, die das menschliche Ohr auch wahrnehmen kann. Im Ergebnis entsteht ein glasklarer Sound – vom Anbieter Vodafone daher auch „Crystal Clear“ genannt. Auch der allgemeine Sprachklang ist durch EVL sauberer und ermöglicht es beispielsweise bei mehreren Teilnehmern eines Telefonats genau unterscheiden zu können, wer gerade spricht. Wenn Sie beim Telefonieren mit dem Smartphone also Ihre Sprachqualität verbessern wollen, dann sollten Sie auf EVS umsteigen.

Drei Voraussetzungen, um EVS nutzen zu können

Person hält Smartphone in beiden Händen
(Bild: Aaron Amat - stock.adobe.com)

Wenn Sie die Sprachqualität verbessern und auf EVS umsteigen wollen, bestehen dafür zunächst drei Konditionen. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllt haben, stehen Ihrem Anliegen, die Sprachqualität zu verbessern, nichts mehr im Wege.

Anbieter muss EVS zur Verfügung stellen
Um mittels EVS Ihre Sprachqualität verbessern zu können, benötigen Sie zunächst einen Anbieter, der den entsprechenden Codec für sein Netz zur Verfügung stellt. In Deutschland war Vodafone der erste Anbieter, der für seine Kunden EVS angeboten hat – und damit auf den Geräten seiner Nutzer die Sprachqualität verbessern konnte. Auch Telekom bietet mittlerweile EVS (bei Telekom „HD Voice Plus“ genannt) für seine Kunden an. Der Vorteil hierbei: Sie müssen nichts weiter tun, um auf den neuen Codec umzuschalten. Der Umstieg auf EVS verläuft bei Anbietern (wie Vodafone oder Telekom) einfach automatisch.

Sie brauchen ein LTE-Netz
Sobald Sie einen Anbieter haben, der EVS zur Verfügung stellt, sollen Sie dafür sorgen, dass Sie zum Telefonieren ein LTE-Netz verwenden. Dies können Sie ganz einfach in den Einstellungen Ihres Smartphones überprüfen und bei Bedarf anpassen. Informieren Sie sich darüber hinaus, ob der Anbieter (bzw. der Vertrag, den Sie nutzen) Telefonate im LTE-Netz erlaubt. Wenn nicht, sollten Sie darüber nachdenken, Ihren Vertrag zu wechseln bzw. Ihren aktuellen Tarif bezüglich des LTE-Netzes zu erweitern. Wenn Ihr Vertrag bereits LTE inkludiert, Ihr Handy darauf jedoch nicht umgeschaltet wurde, dann schalten Sie einfach auf LTE um. Denn grundsätzlich gilt: In einem anderen Netz sind EVS Sprachübertragungen leider nicht möglich. Beim LTE-Netz handelt es sich um das einzige, in dem Frequenzen bis zu 20HZs übertragen werden können und damit merklich die Sprachqualität verbessern.

Smartphone muss EVS fähig sein
Nicht zuletzt benötigen Sie ein Smartphone, das EVS fähig ist. Aktuell zählt dazu beispielsweise das Sony Xperia XZ, das Samsung Galaxy S7 sowie das Huawei P10. Glücklicherweise existieren aber auch immer mehr Geräte, die bereits mit EVS ausgestattet sind bzw. einen Prozessor besitzen, der EVS unterstützt. So werden die Qualcomm-Chips Snapdragon 435, 620 und 820 bereits mit dem entsprechenden Feature ausgestattet. Wenn Sie mit dem Klang Ihrer Telefonate unzufrieden sind und Sie Ihre Sprachqualität verbessern wollen, sollten Sie zukünftig beim Handykauf darauf achten, ob Ihr neues Gerät EVS fähig ist. Wenn Sie grundsätzlich diese drei Hinweise beachten, lässt sich damit in Zukunft mühelos Ihre Sprachqualität verbessern.