Frau steht mit Pümpel an Waschbecken in Küche
Verstopfter Abfluss (Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Schäden vorbeugen

Abfluss verstopft: So wird er schnell wieder frei

Es ist passiert: Der Abfluss ist verstopft und in der Badewanne oder im Waschbecken läuft kein Wasser mehr ab. Jetzt wollen Sie natürlich schnell Abhilfe schaffen und den Abfluss wieder frei bekommen. Und dabei helfen gleich einige Hausmittel und professionelle Lösungen. Denn einen verstopften Abfluss zuhause können Sie in vielen Fällen problemlos selbst wieder frei bekommen. Einen Handwerker müssen Sie nur in den seltensten Fällen rufen. Oft lässt sich die Blockade mit einfachen Mitteln auflösen und das Wasser kann wieder frei abfließen. Daneben kann es hilfreich sein, Maßnahmen zu ergreifen, damit der Abfluss erst gar nicht verstopft. Weiterer Vorteil: Damit beugen Sie Schäden vor und sparen sich das Geld für einen teuren Handwerker. Was Sie im einzelnen tun können, verraten wir hier.

Abfluss verstopft: Wie kommt es dazu?

Durch den Abfluss im Waschbecken oder in der Badewanne läuft im Laufe der Zeit so einiges durch. Alles was wir von unserem Körper waschen, muss durch den Abfluss abfließen. So lagert sich nicht nur Dreck sondern auch Schweiß, Seife und Haare im Abfluss ab. Mit der Zeit sammelt sich immer mehr an und die Ablagerungen werden immer dicker. Die Folge: Irgendwann verschließt sich das Rohr komplett. Das Abwasser kann dann nicht mehr ungehindert abfließen und bleibt im Rohr stehen.

Das ist aber noch nicht alles: Die Ablagerungen sind außerdem ein guter Nährboden für Bakterien. Denn die ernähren sich von den vielen organischen Ablagerungen und produzieren dabei einiges an unangenehmen Gerüchen. Unhygienisch ist das ganze natürlich auch noch. Spätestens wenn das Wasser überhaupt nicht mehr abfließen kann, ist es höchste Zeit zu handeln.

Abfluss verstopft: Diese Mittel helfen

Ist der Schaden geschehen und der Abfluss blockiert, müssen Sie nicht sofort den Fachmann rufen. Ihnen stehen prinzipiell diese drei Mittel zur Verfügung um den Abfluss wieder frei zu bekommen:

  • Chemische Mittel
  • Mechanische Mittel
  • Bewährte Hausmittel

Abfluss frei: Chemische Mittel

Chemische Mittel bestehen aus Stoffen, die die organischen Verbindungen auflösen, die das Rohr blockieren. Meist kommt die Chemikalie Natriumhydroxid zur Anwendung. Die lässt man zunächst einige Zeit einwirken und spült dann mit reichlich Wasser nach. Häufig reicht das schon, um die Ablagerungen zu zersetzen, so dass die Reste einfach mit dem Wasser weggespült werden und das Rohr wieder frei ist.

Aber Vorsicht: Natriumhydroxid ist sehr aggressiv. Es zersetzt sowohl organische Substanzen (Haut) als auch Metalle (Rohre). Um Schaden an Haut und Rohren vorzubeugen, müssen Sie sich auf jeden Fall an die Anweisungen des Herstellers halten.

Pömpel neben Waschbeckenabfluss
Den Abfluss frei bekommen (Bild: revers_jr - stock.adobe.com)

Abfluss frei bekommen: Mechanische Mittel

Daher gilt: Bevor Sie zu Chemie greifen, sollten Sie zunächst versuchen, den Abfluss mit mechanischen Mittel freizubekommen. Am bekanntesten sind dabei die Saugglocke und die Reinigungsspirale.

Die Saugglocke kennt man je nach Region auch unter den Bezeichnungen Pömpel oder auch Pümpel. Sie nutzt Druckunterschiede, um festsitzende Ablagerungen zu lösen. Die Saugglocke ist sowohl günstig als auch effektiv und empfiehlt sich immer als erste Maßnahme. Um die Saugglocke richtig anzuwenden gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Schließen Sie alle sonstigen Öffnungen wie dem Überlauf am Waschbecken oder der Badewanne. Ein feuchtes Tuch eignet sich dafür meist ganz gut.
  • Platzieren Sie die Glocke direkt auf den verstopften Abfluss.
  • Lassen Sie soviel warmes Wasser einlaufen bis das Gummi der Saugglocke teilweise unter Wasser liegt.
  • Nun mit vorsichtigen und rhythmischen Bewegungen die Saugglocke einige Male abwechselnd auf den Abfluss pressen und in die Ausgangstellung zurückführen.
  • Durch die Bewegung der Glocke verändert sich der Druck innerhalb des Rohres und bewegt und lockert damit den Pfropf, der den Abfluss verstopft. Nicht zu viel Kraft ausüben, da sich durch zu heftige Bewegungen die Rohre lockern können.

Auch die Rohrreinigungsspirale ist sehr nützlich. Diese nutzt einen Kurbel- und Drehmechanismus, um direkt an die blockierte Stelle im Rohr vorzudringen und die Blockade zu lockern. Nachfließendes Wasser spült die Ablagerungen dann weg.

Abfluss verstopft: Bewährte Hausmittel

Es gibt auch ein bewährtes Hausmittel, das Sie ausprobieren können. Eine Kombination aus Backpulver und Essig:

  • Geben Sie ca. vier Esslöffel Backpulver oder auch Soda in den Abfluss
  • Lassen Sie im Anschluss einen Teelöffel Kochsalz zum Backpulver rieseln
  • Dann ca. 100 ml verdünnte Essigsäure (5%-ig, keine Essigessenz) in den Abfluss gießen. Sobald die Stoffe miteinander reagieren, bemerken Sie ein leises Knistern oder Zischen, möglicherweise bildet sich auch Schaum. Sobald die Geräusche verstummen, spülen Sie mit etwas heißem Wasser nach. Die Wirkung ist zwar nicht so stark wie beim Natriumhydroxid, dafür kann die Anwendung aber mehrmals wiederholt werden und eignet sich sehr gut in der Kombination mit der Saugglocke. Weiterer Vorteil: Die Mittel sind günstig und ungefährlich für Mensch und Material.

Wie kann ich Blockaden und Schaden vorbeugen?

Natürlich ist es immer besser dafür zu sorgen, dass der Abfluss gar nicht erst verstopft. Daher sollten Sie auf keinen Fall Essensreste, altes Speiseöl oder andere Fremdstoffe die Abflüsse hinunterspülen. Denn die Abflussrohre sind für diese Stoffe nicht ausgelegt. Schäden sind also programmiert, wenn Sachen den Abfluss runtergespült werden, die nicht in den Abfluss gehören.

Daneben ist es sehr empfehlenswert, ein Einlegesieb zu verwenden. Dieses hält größere Stoffe und insbesondere Haare auf, bevor sie die Rohre erreichen und den Abfluss verstopfen. Das Sieb selbst können Sie regelmäßig mit ein paar Handgriffen reinigen und Haare ebenfalls über den Restmüll entsorgen.

Abfluss verstopft: Wann sollte man unbedingt einen Fachmann kontaktieren?

Sollten die genannten Mittel nicht geholfen haben wird es Zeit, einen Fachmann zu rufen. Entweder sitzt die Blockade so tief in den Rohren, dass sie mit herkömmlichen Mitteln gar nicht erreicht oder der Pfropfen ist bereits so fest, dass er nur noch von einem Profi entfernt werden kann.

Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von weiteren Ratschlägen, die auf vielen Seiten oder Foren verbreitet werden. Weder der Gartenschlauch noch der Hochdruckreiniger sind geeignete Hilfsmittel, um den Abfluss frei zu bekommen. Die Rohrsysteme sind für die hohen Drücke, die dadurch entstehen, nicht ausgelegt.