Mountainbiker fährt durch Wald
Das passierte auf den Craft Bike Days 2023. (Bild: blas – stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Die Craft Bike Days 2023: Trendsetter unter sich

Es sind nicht nur die großen Fahrrad-Events, auf denen die Räder von morgen präsentiert werden und Trends bei ihrer Entstehung zu beobachten sind. Die diesjährigen Craft Bike Days 2023 in Bielefeld haben gezeigt, dass auch Nischen-Veranstaltungen das Zeug zur großen Bühne haben können. Und auf der tummelten sich die neuen Rennräder, Gravel Bikes und Mountainbikes von kleinen, aber feinen Fahrradschmieden. Die Protagonisten der Werkschau kamen nicht als Konkurrenten, sondern für einen fairen Austausch unter Gleichgesinnten. Die Highlights dieser ganz speziellen Bikeshow können Sie hier nachlesen.

Die Craft Bike Days 2023: Eine Markenschau für Kenner

Unter dem Namen MTB-News Craft Bike Days powered by DT Swiss ging 2019 erstmals ein Bike-Event an den Start, das den Underdogs eine Chance geben wollte. Das erklärte Ziel der jährlichen Veranstaltung: All jenen Fahrradherstellern eine Bühne zu bieten, die zwar klein sind, aber dank ihrer Innovationskraft eine große Fangemeinde hinter sich versammeln. Im Mittelpunkt stehen Mountainbikes, Rennräder und Gravel Bikes. Es handelt sich dabei weniger um eine Publikumsveranstaltung als um eine Produktschau, bei der sich Produzenten kennenlernen, austauschen und vernetzen können. Zu den Craft Bike Days 2023 kamen die Aussteller aus sieben Ländern in ganz Europa. Gegenüber der Auftaktveranstaltung vor vier Jahren hatte sich die Zahl der vertretenen Hersteller nahezu vervierfacht.

Wissenstransfer in der Bielefelder Fabrikhalle

Die Craft Bike Days 2023 fanden im Bielefelder Lenkerwerk statt. Zuvor wurden hier luxuriöse Automobile präsentiert – aber für die zweitägige Veranstaltung mit 38 Fahrradmarken mussten die Autos den Saal verlassen. Auf dem Podium entstanden sich lebhafte Diskussionen zwischen Start-up-Gründern, Fahrradkonstrukteuren und Rahmenbauern. Das Publikum lauschte aufmerksam, was die Elite der Entwicklung von MTBs, Rennräder und Gravel Bikes zu Themen wie Cockpit-Integration, Ergonomie und Online-Marketing zu sagen hatte. Dazu wurden auch Workshops angeboten. Sie drehten sich rund um neue Fertigungsverfahren, Nachhaltigkeit, Produktsicherheit, Prüfprozesse und Dynamo-Stromerzeugung. Damit war die Wissensvermittlung unter Entscheidern das zweite wichtige Anliegen neben der Vorstellung aufregender Bike-Neuheiten.

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Die Craft Bike Days 2023 als Fahrradbau Trend-Messe (Bild: 24k-Production – stock.adobe.com)

Tante Mäkki Amateur – das Community Bike

Die Rennrad-News und die MTB-News sind treue mediale Begleiter der Craft Bike Days. 2023 sorgten sie für eine Premiere: Zum ersten Mal wählte die Community dieser Bike-Formate ein individuell gefertigtes Custom Bike als Community Bike. Das Rennen machte das Modell Amateur von Tante Mäkki. Die jüngste der in Bielefeld angetretenen Marken glänzt mit einem puristisch anmutenden, in Muffenbauweise gefertigten Stahl-Rennrad, dem seine Fans eine zeitlose Eleganz bescheinigen. Origineller Hintergrund: Der Stahlrenner ist aus einem Rahmenbau-Meisterkurs an der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main hervorgegangen. Deshalb gibt es zum Amateur auch eine 50-seitige Facharbeit nebst Bedienungsanleitung. Welche anderen Rennräder können so etwas schon bieten? Für eine extreme Steife des Rahmens sorgt ein Oversized Columbus Zona Rohrsatz. Schaltung und Bremse sind ausschließlich mechanisch. Disc-Bremsen und eine IS2000-Aufnahme am Hinterbau schaffen Fahrsicherheit und können unkompliziert justiert werden. Der Rahmen des Meisterstücks strahlte übrigens in lebhaftem Schweinchenrosa.

Die Craft Bike Days 2023 als Fahrradbau Trend-Messe

Das Konzept der großen Bühne für kleine Marken schließt an sich noble Boutique-Bikes aus. Wenn man die Preisspanne der auf den Craft Bike Days 2023 vorgestellten Räder überschaut, so waren nach Angaben von Sportsweek Modelle von 2.500 bis 18.000 Euro zu bestaunen. Jedes mit dem Anspruch, in den Sparten Rennräder, Gravel Bikes und Mountainbikes etwas Besonderes zu sein. Das Fachpublikum informierte sich wie zu erwarten auch über die Trends im Fahrradbau. Und die gehen offenbar stark in Richtung Rahmen aus dem 3D-Ducker. Auch Titan ist ein Material, das in Zukunft wohl noch mehr für Funktionalität und Ästhetik sorgen wird. Beim Networking der über Europa verstreuten Hersteller entstand ein reger Austausch über Fertigungstechniken. Dabei fanden Anhänger des traditionellen Stahlrahmens wie beim Tante Mäkki Amateur ebenso Gehör wie Spezialisten für Rahmen aus Aluminium und natürlich Carbon. Die Werkschau in Bielefeld dürfte also für einige Impulse gesorgt haben, die demnächst als Modellneuheiten im Fahrradladen zur Realität werden.