Plattformpedal an Mountainbike
Klickpedal vs. Plattformpedal - der Vergleich (Bild: NorGal - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike Klickpedal vs. Plattformpedal – Das ist der Unterschied

Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad. Ein Bike besitzt viele Komponenten, angefangen beim Modell bis hin zur Wahl des Schutzblechs. Heißt: Es gibt eine Fülle an Bikes und Kombinationsmöglichkeiten. Das ist auch gut so. Schließlich ist jedes Rad und jeder Fahrer anders und es kommt darauf an, dass das Bike Ihren Anforderungen gerecht wird. Auch bei den Pedalen herrscht große Variation. Je nach Rad und Fahrerin bieten sich ganz verschiedene Pedale an. Wenn es ums Mountainbike geht, kann zwischen zwei Arten von Pedalen unterschieden werden: Dem Klickpedal und dem Plattformpedal. Was bedeutet das genau? Was zeichnet ein Klick-, was ein Plattformpedal aus? Ist eines von beiden besser als das andere? Was sind generell die Vor- und Nachteile beider Pedale? Ganz schön viele Fragen. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über Klick- und Plattformpedale wissen müssen und wann sich welches am besten eignet.

Pedale, die heimlichen Helden Ihres Bikes

Wann immer es in Bike Zeitschriften um Tipps und Tricks zum richtigen Umgang geht, wird meistens über verschiedene Modelle, wie Mountainbikes, Rennräder oder Allrounder gesprochen. Oder es geht um den richtigen Reifendruck oder wie Sie eine Kette reinigen. Alles wichtig. Relativ wenig Beachtung finden hingegen Pedale. Komisch eigentlich, denn ohne sie geht nichts. Sie geben Ihnen Halt beim Treten und sorgen sprichwörtlich dafür, dass Sie vorankommen. Pedale sind die heimlichen Helden Ihres Bikes. Mit Blick auf Mountainbikes kann zwischen zwei verschiedenen Typen unterschieden werden: Dem Klick- und dem Plattformpedal. Wir stellen Ihnen beide vor und sagen, welches sich wann am besten eignet.

Was ist ein Plattformpedal?

Ein Plattformpedal ist im Grunde die breite Version eines klassischen Pedals. Während die typischen Fußhebel eher schmal und länglich sind, gehen Plattformpedale in die Breite. Plattformpedale, manchmal auch "Flatpedals" genannt, sind dementsprechend quadratisch (beinahe zumindest). Der Gedanke dahinter: Durch ihre große Fläche geben Plattformpedale mehr Halt. Warum ist das wichtig? Ganz einfach: Flatpedals sind für den Einsatz in Mountainbikes konzipiert. Hier kommt es natürlich auf den richtigen Grip an. Beim Mountainbiken kann es schließlich schon einmal turbulent zugehen.

Plattformpedale unterscheiden sich noch in einem anderen Aspekt von Standard Pedalen. Flatpedals besitzen sogenannte Pins. Das sind kleine Stifte, die rings um den Rand des Pedals angebracht sind und dort hinausragen. Die Pins sind auf beiden Seiten angebracht, sodass es keine Rolle spielt, mit welcher Seite der Fußhebel nach oben zeigt. Die Stifte erfüllen einen ähnlichen Zweck wie die breite Fläche der Pedale: Sie geben zusätzlichen Halt. Mit einem entsprechenden Schuh, der speziell für den Einsatz mit Flatpedals konzipiert ist, gibt es praktisch kein Verrutschen mehr. Das Profil des Schuhs ist so beschaffen, dass sich die Pins darin optimal verhaken und nicht hin und her rutschen können. Nichtsdestotrotz lässt sich Ihr Fuß durch Anheben wieder leicht vom Pedal lösen.

Was ist ein Klickpedal?

Klickpedale, auch "Klickies" genannt, sind quasi die Extremversion von Flatpedals. Beide bieten Ihnen Halt beim Fahren, die Klickpedale tun dies aber in einer fortgeschrittenen Form. Wie der Name bereits verrät, klicken Sie Ihre Schuhe nämlich auf die Pedale und fixieren sie so damit.

Ihr Schuh verbindet sich durchs Klicken also fest mit der Pedale. Ein Klickpedal ist ähnlich breit wie ein Flatpedal, besitzt im Gegensatz dazu aber eine spezielle Metallvorrichtung in der Mitte. Diese Vorrichtung ist dafür verantwortlich, dass Ihr Schuh auf der Pedale fixiert wird. Hierzu bedarf eines entsprechenden Pendants, nämlich eines Schuhs mit Klicksystem. Das Gegenstück am Schuh wird Cleat genannt. Klickpedal und Cleat verbinden sich durch einen Klick. Anschließend ist Ihr Schuh auf der Pedale befestigt und verrutscht nicht mehr. Die Verbindung zwischen Pedale und Schuh kann übrigens graduell eingestellt werden. Für Anfänger empfiehlt sich zunächst eine lockere Verbindung.

Was sind die Vor- und Nachteile von Plattformpedalen und Klickpedalen?

Nahaufnahme eines Fahrradpedals in der Natur
Die Vor-und Nachteile von Plattform- & Klickpedalen (Bild: photoschmidt - stock.adobe.com)

Je nach Einsatzzweck und Erfahrung des Fahrers, eignen sich mal Plattformpedale und mal Klickpedale mehr. Es gibt also nicht DAS perfekte Pedal. Beide besitzen nicht nur Vorzüge, sondern natürlich auch ein paar Nachteile, die es bei der Wahl des richtigen Pedals zu berücksichtigen gilt. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Vor- und Nachteile beider Pedale vor.

Plattformpedale

PRO: Die Vorteile der Flatpedals liegen klar auf der Hand: Sie haben eine große Fläche. Auf diese Weise haben Sie beim Fahren einen sicheren Tritt. Ihr Fuß ist zudem immer frei, das gibt Ihnen maximale Flexibilität auf dem Sattel. Dies kommt in turbulenten Momenten äußerst gelegen, wenn Sie Ihr Bein zum Balance halten benötigen. Sie können zudem jeden Schuh verwenden. Obwohl es spezielles Flatpedal Schuhwerk gibt, lassen sich die Pedale mit allen Schuhen bedienen. Auf- und absteigen geht mit Plattformpedalen zudem deutlich einfacher. Gerade in bergigem Terrain müssen Sie u.U. öfters mal runter vom Sattel und schieben. Sollten Sie gerne Tricks auf dem Bike machen, sind Flatpedals angenehmer. Sie erlauben Ihren Füßen mehr Spielraum. Beim Schieben sind Plattformpedal- oder normale Schuhe definitiv besser. Sie haben durchgehend Profil und erleichtern das Gehen.

CONTRA: Mit Flatpedals kann es vorkommen, dass Sie in turbulenten Situationen abrutschen. Dadurch, dass Sie nicht fest mit der Pedale verbunden sind, ist das Wegrutschen in Einzelfällen durchaus möglich. Es kann zudem dauern, bis Sie Halt gefunden haben. Das Zusammenspiel von Pins und Sole erfordert etwas Geduld. Passen Sie zudem auf, dass Sie sich an den kleinen Stiften nicht verletzen. Beim Sturz oder einer unachtsamen Bewegung können Sie sich an den Pins schnell eine Schramme holen. Die Stifte erlauben zudem nur, dass Sie sie drücken. Klickpedale lassen sich im Gegensatz dazu auch nach oben ziehen.

Klickpedale

PRO: Der Vorteil von Klickies ist, dass Sie einen sicheren Stand haben. Mithilfe des Einrastens gibt es kein Verrutschen mehr. Durch die Vorrichtung befindet sich Ihr Schuh zudem immer an derselben Position. Auf diese Weise haben Sie die Sicherheit, dass Ihr Fuß stets die optimale Stellung auf der Pedale hat. Das Klicken fixiert Schuh und Pedale. Dies erlaubt es Ihnen beim Treten nicht nur zu drücken, sondern auch zu ziehen. In besonders engen Passagen ist es manchmal nötig, das Hinterrad zu übersetzen, es also anzuheben. Der Einsatz der Klickies macht das relativ einfach möglich, da Sie das Rad durch ein Ziehen bewegen können. Klickpedale funktionieren überdies wetterunabhängig. Ihre Schuhe sind fixiert, somit kommt es auch bei schlechtem Wetter nicht dazu, dass Sie auf der Pedale verrutschen.

CONTRA: Der Umgang mit dem System aus Klickies und Cleats will erst einmal gelernt sein. Sie brauchen eine ganze Weile, bis Sie die Mechanik verinnerlicht haben und sich schnell ein- und wieder ausklicken können. Das macht das Verwenden der Klickpedale nicht so intuitiv wie Flatpedals bzw. normale Pedale. Darüber hinaus birgt das Fixieren Ihres Schuhs mit der Pedale natürlich die Gefahr, dass Sie im Falle eines Sturzes nicht so leicht vom Rad kommen. Auch brenzlige Situationen können nicht mal schnell mit einem Anheben des Beins ausbalanciert werden. Sie sind sprichwörtlich mit dem Rad verbunden. Die Verwendung von Klickies und Cleats bedarf also definitiv der Übung. Nur wenn Sie ausreichend Erfahrung und Routine im Umgang damit haben, macht der Einsatz Spaß und ist sicher.