Nahaufnahme wie ein Mann seinen E-Bike Akku bedient
Was sie beim E-Bike fahren ohne Akku beachten sollten (Bild: Halfpoint - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike E-Bike ohne Akku fahren - funktioniert das?

Wer sich ein E-Bike kauft, tut dies in erster Linie, um vom eingebauten Motor während der Fahrt unterstützt zu werden. Doch kann man ein E-Bike auch ohne Akku fahren? Grundsätzlich ist es möglich, ein E-Bike auch mit ausgeschaltetem Motor oder sogar ein E-Bike ohne Akku zu fahren. Somit brauchen sich Fahrer und Fahrerinnen keine Sorgen machen, dass sie auf einmal festsitzen, wenn der Akku ausfällt. Doch wird durch eine Fahrt ohne Akku der Motor beschädigt und haben Biker und Bikerinnen überhaupt noch Licht bei einer Fahrt im Dunkeln? In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen, wie Sie ein E-Bike auch ohne Akku fahren können, worauf Sie bei der Tour auf einem E-Bike mit defektem oder ausgeschaltetem Motor achten müssen, und was Sie sonst noch zu dem Thema wissen sollten.

Kann ein E-Bike auch ohne Akku gefahren werden?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein E-Bike im Notfall immer auch mit Muskelkraft betrieben werden kann. Allerdings sollten Sie sich als E-Bike Besitzer oder Besitzerin bereits vor dem Kauf mit der Frage: „was tun, wenn der E-Bike Motor ausfällt?“ auseinandersetzen. Denn egal, ob der Akku sich während der Fahrt entleert oder auf Grund einer technischen Störung einfach abschaltet, folgende Tatsachen sollten Sie kennen:

  • Jeder Akku hat eine begrenzte Reichweite. Diese schränkt Sie automatisch im Gebrauch Ihres E-Bikes ein. Informieren Sie sich deshalb bereits vor der Wahl Ihres E-Bikes über die Angaben bezüglich der Reichweite. In der Regel liegt diese zwischen 60 und 80 Kilometern. Allerdings gelten diese Vorgaben nur als Durchschnittswert. Das Gewicht Ihres E-Bikes und auch Ihr eigenes Gewicht haben einen großen Einfluss auf die Akkureichweite. Darüber hinaus können auch schwierige Untergrundbedingungen die Reichweite drastisch einschränken. Behalten Sie dies also immer im Hinterkopf.
  • Wenn Sie längere Radtouren planen und auch auf weiten Strecken unterwegs sind, empfiehlt es sich, auf einen Akku mit besonders hoher Speicherleistung zu achten. Für einen durchschnittlichen Gebrauch reicht ein E-Bike Akku mit 400 bis 500 Kilowattstunden. Wer allerdings Größeres plant, sollte sich nach einem E-Bike mit maximaler Akkulaufzeit umsehen oder immer einen Ersatz Akku im Gepäck haben.
  • Ist der Speicher des Akkus einmal entleert, kann das E-Bike auch mit ausgeschaltetem Motor genutzt werden. Denn das Fahrrad lässt sich weiterhin treten wie bisher. Allerdings wird Ihre Muskelkraft nicht zu 100 Prozent übertragen, was die Fahrt mit einem E-Bike ohne Akkuleistung um einiges anstrengender macht als mit einem herkömmlichen Bike.

E-Bike ohne Akku fahren: Was sollte beachtet werden?

Nahaufnahme eines E-Bike Akkus
E-Bike ohne Akku fahren - warum es sich auch mal lohnt einen Gang runterzuschalten (Bild: aerogondo - stock.adobe.com)

Wenn sich die Kapazität des E-Bike Akkus dem Ende zuneigt, wird dies nicht angezeigt. Sie werden also nicht wie beim Autofahren über eine aufleuchtende Lampe gewarnt. Deshalb sollten Sie die Akkukapazität Ihres E-Bikes immer genau im Blick behalten. Kommt es doch einmal zu der Situation, dass Sie E-Bike ohne Akku fahren müssen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Obwohl eine Weiterfahrt auf dem E-Bike ohne Akku problemlos möglich ist, kann eine solche Tour unter Umständen zur echten Herausforderung werden. Denn je nach Bike-Modell wird enorm viel Kraft von Ihnen gefordert, um in einer moderaten Geschwindigkeit voranzukommen. Die wohl größten Einflussfaktoren bei der Weiterfahrt ist das Gewicht des Bikes und das Gewicht des Akkus.
  • Eine Fahrt auf einem E-Bike ohne Akku ist deutlich anspruchsvoller als auf einem normalen Fahrrad. Dies liegt zum einen an dem hohen Gewicht von E-Bikes, zum anderen an der Tatsache, dass der Kraftaufwand beim Treten um einiges höher ist. Auch der Akku hat ein nicht unerhebliches Gewicht – und diese zusätzlichen Kilos machen sich bei jedem Tritt in die Pedale bemerkbar.
  • Außerdem werden Sie einen klaren Unterschied bemerken, ob der Akku während der Fahrt einfach ausgeht, oder ob Sie bereits auf einem E-Bike mit ausgebautem Motor oder ausgeschaltetem Akku unterwegs sind. Hatte das Bike vorher schon keine motorische Unterstützung, gestaltet sich die Tour um einiges leichter.
  • Wenn der Akku während der Fahrt ausgeht, spricht man von einem rekupierten Motor. Das bedeutet, dass die Energie, die während der Weiterfahrt gewonnen wird, direkt wieder verwendet wird. Somit geht ein Teil Ihrer Bewegungsenergie in den Motor über. Dies erhöht Ihren Kraftaufwand deutlich.
  • Wenn Sie dagegen den Motor während der Fahrt einfach abstellen, rekupiert der Motor nicht. Sie haben also keinen erhöhten Widerstand und können von einer leichteren Weiterfahrt profitieren.

Was kann man tun, wenn der Akku des E-Bikes leer ist?

Dank dem neu gewonnen Wissen unseres Ratgebers, wissen Sie jetzt also, dass es sich empfiehlt den Akku bereits zu entnehmen, bevor dieser vollständig entleert ist. Anschließend können Sie sich auf Ihr E-Bike mit ausgeschaltetem Motor schwingen und ganz ohne elektrischen Support weiterfahren. Dadurch können Sie sowohl das Gewicht Ihres Bikes als auch den benötigten Kraftaufwand reduzieren.

Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihren E-Bike Akku regelmäßig aufladen und bei weiten Strecken immer einen Ersatz Akku mitführen. Eine weitere Möglichkeit Energie zu sparen, ist die passende Modi-Wahl. Viele E-Bikes bieten Eco-Modi und andere akkusparende Programme. Wenn Sie dazu noch einen Gang runterschalten, können Sie die Akkulaufzeit zusätzlich verlängern und im Idealfall die Fahrt auf einem E-Bike ohne Akku sogar gänzlich vermeiden.