Zwei in der Natur stehende Personen vergleichen Smartphones
Was können faire Smartphones? (Bild: Vitalii - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Fairphone und Co: Nachhaltige Smartphones im Vergleich

Nachhaltige und fair produzierte Smartphones erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Warum das so ist, liegt auf der Hand. Fairphone, ShiftPhone und Co. locken mit einem guten Gewissen und einer Wohltat für die Umwelt. Doch was haben die nachhaltigen Smartphones eigentlich zu bieten? Wir haben uns einige Modelle genauer angesehen und machen für Sie den Vergleich.

Faire und nachhaltige Smartphones

Nachhaltige Smarthones scheinen sich immer mehr zu einem Trend zu entwickeln. 2013 kam mit dem Fairphone das erste dieser nachhaltigen Handys auf den Markt. 2014 legte die deutsche Konkurrenz nach und veröffentlichte das ShiftPhone. Fairphone und das Shiftphone stellen derzeit die bekanntesten nachhaltigen Smartphones dar. Doch auch andere Hersteller bieten umweltfreundliche mobile Endgeräte an. Vielleicht haben Sie ja schon mal etwas vom Runcible oder der TCO Zertifizierung gehört?

Warum existieren Fairphone und Co. eigentlich?

Die Herstellung von Smartphones steht in starker Kritik. Oftmals werden in der Produktion umwelt- und gesundheitsschädigende Chemikalien genutzt, Seltene Erden abgebaut und andere konfliktbehaftete Metalle aus Minen genutzt, die in armen Ländern Bürgerkriege finanzieren. Hinzu kommen oftmals schlechte Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern. Nachhaltige Mobilgeräte sehen zwar in der Regel aus wie ganz normale Smartphones, doch ihre inneren Werte machen sie zu etwas Besonderem. Auf viele Chemikalien und konfliktbehaftete Metalle wird verzichtet, stattdessen werden umweltschonende Materialen genutzt. Dazu Herstellungsprozesse, die für die Umwelt schonender sind, sowie faire Arbeitsbedingungen und als i-Tüpfelchen austauschbare Geräteteile für eine leichtere Reparatur und ein langlebigeres Handy. Das alles bieten Ihnen nachhaltige Smartphones.

TCO zertifizierte Smartphones

Um sicher zu sein, dass Ihr Smartphone die Umwelt möglichst wenig belastet und keine blutigen Bürgerkriege oder unsichere Arbeitsprozesse und miese Entlohnung in China, Taiwan oder anderen Produktionsstätten unterstützt, sollten Sie die Hersteller überprüfen. Auch ein TCO Zertifikat kann Ihnen hier weiterhelfen. Bei TCO Certified handelt es sich um eine Nachhaltigkeitszertifizierung für IT-Produkte, mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen. So werden Aspekte des gesamten Lebenszyklus des Smartphones beachtet, wie allgemeine Umweltaspekte, soziale Verantwortung in der Produktion sowie Gesundheit und Sicherheit. Die Einhaltung dieser Kriterien wird von einer unabhängigen Prüfstelle verifiziert. TCO zertifiziert oftmals IT-Produkte, die in großen Mengen hergestellt werden und will so zu Verbesserung in der Herstellung dieser Produkte beitragen. Doch nicht jedes nachhaltige Smartphone besitzt auch zwangsläufig ein TCO Zertifikat. Grund hierfür ist die kleinere Produktion, die eine fast perfekte Kontrolle über die Fertigung und Lieferkette ermöglicht. Bei großen namenhaften Herstellern werden hingegen nicht alle Entscheidungen der Fertigung und Lieferung in der gleichen Abteilung getroffen.

Das Fairphone

Smartphone mit Ladekabel neben Solarpanel
Nachhaltige Smartphones im Vergleich (Bild: sementsova321 - stock.adobe.com)

Das niederländische Startup mit Sitz in Amsterdam wurde 2010 ins Leben gerufen und informierte zunächst über Konfliktmineralien. 2013 startete das kleine Unternehmen mit der Entwicklung und Produktion des ersten fairen Smartphones überhaupt – dem Fairphone. Entwickelt und designt wird in Deutschland, produziert in China.

Bisher existieren drei verschiedene Modelle des Herstellers: Das FP1 (Fairphone First Edition oder auch Fairphone 1), FP1U (Fairphone 1 Second Batch) und FP2 (Fairphone 2). Erhältlich ist das FP1 für 325 Euro, das FP2 gibt es für 525€.

Alle Modelle zeichnen sich durch eine gute Langlebigkeit und Dual-SIM-Fähigkeit aus. Das Smartphone besticht zudem durch eine modulare Bauweise und ermöglicht dadurch eine einfache Reparatur. Das FP1 besitzt einen internen Speicher von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Flashspeicher – das FP2 besitzt bereits 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte Flashspeicher. Alle Versionen erlauben eine SD-Karte von max. 64 Gigabyte und basieren auf dem Android-Betriebssystem. Die Kamera des FP1 fotografiert mit nur 8 Megapixeln, das FP2 besitzt bereits 12 Megapixel. Die Frontkamera knipst allerdings mit gerade einmal 2 Megapixeln. Seit Anfang 2017 existieren für die Fairphones zudem neue Slim-Back-Cover in verschiedenen Farben.

Minuspunkte bekommt das Fairphone für seine ungewöhnliche Dicke und das Kunststoffgehäuse. Auch mag das Fairphone im Prinzip gut ausgestattet sein, jedoch entsprechen die verbauten Komponenten nicht dem neusten Stand der Technik.

Das ShiftPhone

Seit Ende 2014 entwickelt der Hersteller Shift seine nachhaltigen Smartphones in Falkenberg bei Kassel und produziert genau wie sein niederländischer Konkurrent in China. Bei dem Hersteller Shift handelt es sich um ein kleines Familienunternehmen, das sich aus Crowdfunding-Projekten heraus entwickelt hat. Es existieren bereits verschiedene Modelle des Herstellers, wie das SHIFT4.2 für 277 Euro und das SHIFT5.3 für 299 Euro.

Anders als beim Konkurrenten Fairphone verfügt das ShiftPhone nicht über einen modularen Aufbau, wodurch sich Reparaturen nicht ganz so einfach durchführen lassen. Nichtsdestotrotz lassen sich aber einzelne defekte Komponenten des fairen Smartphones austauschen und das, laut Hersteller, sogar mit einem herkömmlichen Werkzeugkoffer. Spezialwerkzeug wird nicht benötigt. Das Shift5.3 verfügt über 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, 16 Gigabyte Flashspeicher, Dual-SIM-Funktion und einen 3G-Quadcor-Prozessor. ShiftPhones erlauben ebenfalls eine SD-Karte von max. 64 Gigabyte und basieren auch auf dem Android-Betriebssystem.

Die Kameras sind mit 5 Megapixel Front- und 8 Megapixel Hauptkamera ähnlich schwach wie die des Fairphones. Wie auch die niederländische Konkurrenz benutzt das deutsche Startup für seine Smartphones nicht die neusten technischen Komponenten. Das ShiftPhone hat zudem kein LTE.