Ein geoeffneter Vogelkaefig haengt am Himmel
Gefahren und Optionen beim iPhone Jailbreaken (Bild: viperagp - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Gefahren und Optionen beim iPhone Jailbreaken

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Apple mit dem ersten iPhone 2007 eine Technikrevolution ausgelöst hat oder einfach nur bereits bestehende Erneuerungen kopiert hat. Trotz dieser anhaltenden Diskussion bleibt festzuhalten, dass das Unternehmen aus Cupertino in Kalifornien insbesondere eine einfache Handhabung für jedermann ermöglicht hat. Im gleichen Atemzug hat Apple durch iTunes und den App Store dem Nutzer jedoch auch enge Grenzen aufgezeigt, indem Apps zur Benutzung gesperrt wurden. Damit waren allerdings nicht alle User einverstanden. Denn sie suchten und fanden mit dem Jailbreak eine Möglichkeit, das Betriebssystem zu öffnen und eine Alternative zum Apple eigenen App-Store zu installieren. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten und zugleich Gefahren das iPhone Jailbreaken bietet und erklären Ihnen zudem, wieso der Jailbreak an Beliebtheit verloren hat.

Definition iPhone jailbreaken

Mit dem iOS-Betriebssystem besitzen die iPhones ein sogenanntes geschlossenes System. Das bedeutet, dass nur Apps von Ihnen installiert werden können, die Apple vorher zugelassen hat. Eine eingeschränkte Möglichkeit zur Systempersonalisierung ist eine Folge dieser Gesetzmäßigkeit. Eine weitere ist die erhöhte Sicherheit. Ein Jailbreak, der im Deutschen übrigens "Gefängnisausbruch" bedeutet, umgeht diese Gesetzmäßigkeiten, indem er das Betriebssystem des iPhones (iOS) verändert und damit erweiterte Optionen schafft. Wenn Sie im Internet suchen, finden Sie schnell und einfach geeignete Anleitungen von Hackern zum Thema iPhone jailbreaken. Die simple Installation von Apps, Features und neuen Designarten geht nach dem Jailbreak über dabei installierte Stores vonstatten.

Möglichkeiten beim Jailbreak

Der Jailbreak lässt sich mit geringem Aufwand durchführen. Mit nur wenigen Klicks und der passenden Software ist ein Jailbreak schnell zu realisieren. Die für den Jailbreak benötigte Software wird von Hackern bereitgestellt. Dabei handelt es sich meistens um Software für Computer von Mac oder Windows. Der Effekt des Jailbreaks beim iPhone ist, dass Sie vollen Zugriff und die Root-Rechte Ihres iPhones erhalten. Diese Rechte ermöglichen es Ihnen, Apps zu installieren, die Apple nicht genehmigt hat. Darüber hinaus ziehen Tüftler und Softwarebegeisterte ihren Nutzen daraus. Denn mit den Root-Rechten haben sie die Möglichkeit, in das Innere von iOS zu blicken. Aufgrund dessen hatten die Experten die Chance, Banking-Apps aufzudecken, die sensible private Daten auf den Geräten speicherten. Außerdem wiesen sie nach, dass der einzige Virenscanner nur drei verdächtige Apps erkennt und bei Malware überhaupt nicht anschlägt.

Gefahren beim iPhone Jailbreak

Transparentes Schild mit Ausrufezeichen schwebt ueber einer Hand
(Bild: vegefox.com - stock.adobe.com)

Viele systemeigene Sicherheitsvorkehrungen sind nach dem Jailbreaken des iPhones nicht mehr aktiv. Das lockt nicht nur Entwickler von Schädlingen und Malware an. Auch für bewusste Angriffe auf einzelne Geräte und für das Eindringen in das System bieten die inaktiven Sicherheitsmechanismen den idealen Nährboden. Jeder Signiercode, der sich über eine Sicherheitslücke einschleusen lässt, kann mit höchsten Systemrechten agieren. Eine andere Konsequenz ist, dass die aus den ungeschützten Quellen heruntergeladen Apps Arbeitsspeicherbereiche nutzen, die im Regelfall hauptsächlich im Hintergrund tätig sind und zudem Dateien an beliebigen Orten ablegen. Das hat zum einen negative Folgen für Leistung und Akkulaufzeit. Zum anderen führt es auch zu Problemen wie z.B. dem Absturz des Startbildschirms. Des Weiteren wollen sich Interessengruppen den aus dem Jailbreak resultierenden einfachen Zugang zunutze machen, indem sie z.B. Daten sammeln, die womöglich Aufschluss über das Wahlverhalten des Nutzers bei politischen Wahlen bringen könnten. Betriebssysteme sind durch verschiedene Signierungsverfahren gekennzeichnet, die aber prinzipiell alle ähnlich sind. iOS-Apps müssen signiert sein, damit Entwickler sie auf einem Gerät laden oder an einen Store senden können. Nach einem Jailbreak muss genau das nicht mehr der Fall sein. Sie können nämlich dann Apps aus beliebigen und ungeschützten Quellen herunterladen und installieren. Diese Apps können auf alle Daten zugreifen und treiben dann im Hintergrund ihr Unwesen.

Gefährliche Suche und Garantie

Wenn Sie im Web nach dem Thema iPhone jailbreaken suchen, können Sie bedauerlicherweise auf äußerst gefährliche Seiten stoßen. Diese stellen Ihnen Software zum Jailbreaken Ihres iPhones bereit, jedoch nur, um Viren und andere Schädlinge in Ihr System einzuschleusen. Falls Sie sich trotz aller Gefahren zu einem Jailbreak durchringen konnten, sollten Sie die Software nur aus sicheren Quellen downloaden. Eine weitere Gefahr betrifft den Garantieverlust. Durch das iPhone Jailbreaken verändern Sie das System des iOS-Geräts wesentlich. Apple teilt in seinen Nutzungsbedingungen mit, dass damit die Herstellergarantie erlischt. Da Sie über iTunes jedoch die Möglichkeit besitzen, wieder das normale iOS zu installieren, sollte das im Garantiefall nicht zum Problem werden. Wenn sich Ihr iPhone jedoch nicht mehr starten lässt, können Sie iOS auch nicht mehr installieren.

iPhone-Jailbreak spielt untergeordnete Rolle

Die Möglichkeiten, das iPhone zu jailbreaken, werden immer weniger. Die Vielfalt der Jailbreak-Möglichkeiten nahm von iOS-Update zu iOS-Update ab, sodass es schließlich für iOS 10 keinen Jailbreak mehr gab. Dafür sind mehrere Gründe verantwortlich. Zum einen ist es plausibel, dass die Sicherheitsvorkehrungen von Apple inzwischen so gut sind, dass sich die Hacker diesen nicht mehr entziehen können und sie deswegen keine Angriffspunkte mehr für einen Jailbreak finden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zum anderen ist zu konstatieren, dass kreative und trickreiche Hacker wahrscheinlich immer ein Weg finden würden, das iPhone zu jailbreaken. Jedoch hat bei den Hackern und Usern ein Denkprozess stattgefunden. Dadurch, dass Apple kontinuierlich die App- und Funktionsvielfalt erweitert hat, ließ der Wunsch der User nach einem Jailbreak für das iPhone zunehmend nach.

Fazit: Vorsicht beim Jailbreak

Sobald Sie sensible und gleichzeitig private Daten wie z.B. Bankdaten auf dem Smartphone haben, sollten Sie in jedem Fall auf einen Jailbreak verzichten. Bei Altgeräten, die nicht mehr in Benutzung sind, kann ein Jailbreak allerdings durchaus Sinn ergeben. So haben Sie nämlich die Möglichkeit, das iOS-System besser kennenzulernen. Natürlich immer vorausgesetzt, dass sich keine sensiblen Daten mehr auf dem Gerät befinden. Von einem Jailbreak mit der Intention, durch Raubkopien von z.B. Apps Geld zu sparen, ist entschlossen abzuraten. Es ist schließlich nahezu unmöglich zu ermessen, wie viele und welche Schädlinge auf dem iPhone landen. Dennoch kann dem Konflikt zwischen Apple und den Hackern auch etwas Positives abgewonnen werden. Im Endeffekt erhöht er die Sicherheit Ihres Systems. Ohne die vielen Jailbreaks wären einige von den Sicherheitsmängeln wahrscheinlich gar nicht oder erst viel später behoben worden. Es ist dennoch offensichtlich, wie ernst Apple die Thematik iPhone jailbreaken nimmt. Denn es wird bei jedem neuen iOS-Update deutlich, dass das Unternehmen versucht, die möglichen Gründe für einen Jailbreak zunichte zu machen.