Lautsprecher wird mit Kabel verbunden
Wie wichtig ist der Lautsprecherkabel-Querschnitt (Bild: Andrey Cherkasov - stock.adobe.com)

Ratgeber Unterhaltung & Freizeit Wie wichtig ist der Lautsprecherkabel-Querschnitt

Sie möchten in den eigenen vier Wänden eine einzigartige Hörerfahrung genießen? Dann haben Sie sicher auch von der Bedeutung des Lautsprecherkabel-Querschnitts gehört. Was ist dran an dieser auf den ersten Blick unscheinbaren Größe? Handelt es sich beim Lautsprecherkabel-Durchmesser um das alles entscheidende Bindeglied einer guten Stereoanlage? Oder wird doch etwas zu viel hinein geheimst und es handelt sich eher um eine Glaubensfrage? Wir sind dem Thema auf den Grund gegangen, haben Mythen entzaubert und liefern Ihnen Kaufargumente, die auch wirklich einen praktischen Nutzen haben.

Lautsprecherkabel-Querschnitt: Meterware mit Mythos

Zuerst eine Präzisierung: Auch wenn es umgangssprachlich um das Lautsprecherkabel und seinen Querschnitt geht – korrekt ist damit der Leiter im Kabel gemeint. Dessen Querschnitt hat letztlich Einfluss auf die Klangqualität. Die Dicke des Kabels an sich ist also nicht sonderlich relevant. Wenn Sie also im Baumarkt nach den für Sie richtigen Lautsprecherkabel-Durchmesser suchen, geht es um die Lautsprecherleitung im Inneren des Kabels. Man kann aus dem Kauf eines Lautsprecherkabels durchaus eine Philosophie machen und ihn als i-Tüpfelchen am Home-Equipment stilisieren, das den Unterschied vom alltäglichen gegenüber dem außergewöhnlichen Sounderlebnis macht. Die Faktenlage allerdings geht keineswegs ins Phantastische, sondern ist sachlich und überschaubar.

Was der Lautsprecherkabel-Querschnitt wirklich beeinflusst

Das Lautsprecherkabel kann den Dämpfungsfaktor des Verstärkers verringern. Sie können diesen selbst ausrechnen, wenn Sie die Lautsprecher-Impedanz durch den Innenwiderstand Ihres Receivers teilen. Beide Werte sind in Ohm angegeben. Es gibt in technikaffinen Kreisen den Ratschlag, dass Sie mit der Verkabelung das Ergebnis dieser Berechnung erreichen sollten. Beträgt es beispielsweise 100, benötigen Sie einen entsprechend großen Lautsprecherkabel-Querschnitt, der von der Kabellänge abhängt. Mit zunehmender Länge sollte der Durchmesser anwachsen. Hat der Lautsprecher etwa 8 Ohm, dann benötigen Sie bei üblichen 5 Meter Kabellänge schon einen recht großen Querschnitt – 4 mm. Das wäre dann der 100-prozentig ausgeglichene Dämpfungsfaktor 100. Jedoch wirkt nicht nur das Kabel dämpfend, sondern auch andere technische Elemente mit Widerständen. Und überhaupt ist der Dämpfungsfaktor ein gut gepflegter Mythos. Mit der Wahl eines hochwertigen Lautsprechers können Sie sich komplizierte Berechnungen sparen. Produkte von höherer Qualität bedürfen keiner Bedämpfung durch den Verstärker und punkten mit Leistungsparametern, die den Kult um den absolut perfekten und deshalb möglichst hohen Dämpfungsfaktor überflüssig machen.

Lautsprecherkabel-Querschnitt gegen Leistungsverlust

Lautsprecherboxen
Ein guter Sound ist essenziell für das Musikhören in den eigenen vier Wänden. (Bild: NorGal - stock.adobe.com)

Wichtiger ist der Einfluss des Lautsprecherkabel-Querschnitts auf den Leistungsverlust. Dieser resultiert aus dem spezifischen Widerstand, der mit dem Lautsprecherkabel-Durchmesser verbunden ist. Einfach gesagt: Dieser Widerstand entscheidet, wie viele Watt Ihres Receivers tatsächlich am Lautsprecher ankommen und sich damit auf das Klangerlebnis auswirken. Auch in diesem Punkt ist ein größerer Querschnitt im Verhältnis zur Kabellänge besser als ein zu niedriger. Je größer der Lautsprecherkabel-Querschnitt, desto geringer der Widerstand, desto niedriger auch der Leistungsverlust. Hersteller empfehlen zum Beispiel folgende Kabelquerschnitte bezogen auf 4-5 Meter Länge:

  • 2,5 mm2 bei Lautsprecherleistung von 0 bis 100 Watt / 4 Ohm.
  • 4 mm2 bei Lautsprecherleistung von 100 bis 400 Watt / 2 oder 4 Ohm.

Die Standards für den Lautsprecherkabel-Querschnitt

Es gibt online variantenreiche Diagramme und Tabellen mit Gegenüberstellungen von Kabellängen, Widerständen und Leistungsangaben. Aber auch hier müssen Sie sich kein technisches Spezialwissen aneignen. Die gebräuchlichsten Kabelquerschnitte im Handel liegen im Bereich 2,5 bis 3,5 mm2. Wieder auf 5 Meter Kabellänge bezogen, würden Sie damit einen Leistungsverlust von rund einem Prozent haben – ein Wert, der akzeptabel ist. Wenn Sie ihn dennoch mit einem größeren Lautsprecherkabel-Querschnitt drücken möchten, müssten Sie schon über das Gehör einen Karajan verfügen, um den Unterschied zu merken. Wir raten jedenfalls davon ab, nur auf Verdacht Kabel mit möglichst großem Querschnitt zu kaufen. Dies hätte allenfalls einen akustischen Placebo-Effekt. Zudem gibt es keinen Nachweis, dass ein übermäßig großer Querschnitt einen besonderen Vorteil bieten würde.

Lautsprecherkabel-Querschnitt: Mehr ist nicht per se besser

Lautsprecherkabel sind auch ein Kostenfaktor. Wer keine übertriebenen Ansprüche stellt, kann sich für handelsübliche Meterware bis rund 5 Euro/Meter entscheiden und dafür lieber etwas mehr in die Lautsprecher investieren. Ein höherpreisiges High-End-Kabel lässt sich zwar beim Fachsimpeln gut anbringen, wird aber im privaten Bereich seine Stärken kaum ausspielen können. Anders sieht es aus, wenn Ihre Wohnverhältnisse Kabellängen von über 20 Metern erfordern. Hier würde ein Lautsprecherkabel-Querschnitt von 2,5 mm2 einen Leistungsverlust von leicht über 5 Prozent bewirken, was in der Tat einen schmälernden Einfluss auf den Hörgenuss hätte. Hier empfehlen sich Lautsprecherkabel-Durchmesser von über 4, besser 6 mm2. Zusammenfassen lässt sich sagen:

  • Lautsprecherkabel für den normalen häuslichen Gebrauch sollten in der Regel einen Kabelquerschnitt von bis zu 4 mm2 aufweisen.
  • Bei sehr kurzen Lautsprecherkabeln (bis 2 Meter) genügt auch ein Querschnitt von 0,75 bis 1,5 mm2.
  • Im Profi-Bereich kann der Lautsprecherkabel-Querschnitt ohne Weiteres bis 10 mm2 betragen. Hier sind Anforderungen zu erfüllen, die im häuslichen Umfeld meist keine Rolle spielen.