Ratgeber Apps & Programme Windows 10 läuft aus: Was passiert nach dem Support-Ende?
Nicht mehr lange, dann heißt es bei Windows 10: kein Support mehr möglich. Auch wenn Microsoft die Frist noch einmal verlängert hat, stehen Millionen Nutzer vor dem Problem: Windows 10 läuft aus – wie geht es technisch gesehen für mich weiter? Lesen Sie, was es mit dem endgültigen Systemwechsel zu Windows 11 auf sich hat, wie viel Zeit Ihnen noch bleibt und warum Verbraucherschützer dagegen auf die Barrikaden gehen. Denn für viele Windows-10-Anwender bedeutet die Entscheidung höhere Kosten für eine Geräte-Neuanschaffung oder ein Sicherheitsrisiko mangels Update.
Windows 10: Kein Support mehr ab Oktober 2026
Im Oktober 2021 veröffentlichte Microsoft sein Betriebssystem Windows 11. Doch auch vier Jahre später laufen nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands noch mehr als 30 Millionen Rechner in Deutschland mit Windows 10. Der WDR hat ermittelt, dass rund 40 Prozent aller Geräte mit dem mittlerweile eine Dekade alten Betriebssystem arbeiten. Doch Windows 10 läuft aus. Microsoft hielt es für an der Zeit, den kostenfreien Support für das in die Jahre gekommene Betriebssystem ab Mitte Oktober 2025 einzustellen. Eher überraschend folgte jetzt die Ankündigung, den Support dann doch um ein Jahr zu verlängern. Stichtag ist der 14. Oktober 2026. Marktbeobachter werten dies als Zugeständnis an die Nutzer aus dem EU-Raum. Danach aber wird es für Windows 10 wohl keinen Support mehr geben.
Die heikle Frage nach dem Windows 10 Sicherheitsupdate
Jetzt könnten sich überzeugte Windows-10-Nutzer sagen: dann läuft eben der Support aus. An der Funktionalität des Betriebssystems ändert sich erst mal nichts. Das ist sicher richtig. Jedoch: wenn es für Windows 10 keinen Support mehr gibt, gibt es ab Oktober 2026 auch keine Windows 10 Sicherheitsupdates mehr. Und ein solches Manko sollte in Zeiten vermehrten Cyberattacken und Schadsoftware nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bis zum finalen Aus steht das Windows 10 Sicherheitsupdate auch nur dann zur Verfügung, wenn Nutzer ein Microsoft-Konto eingerichtet haben und ihren Rechner damit verknüpfen. Seit diese neue Regelung bekannt ist, laufen Verbraucherschützer dagegen Sturm. Die BILD-Zeitung fragt sogar provokativ: „Sind Millionen PCs bald Elektroschrott?“ Was ist dran an diesen Befürchtungen?
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Und was ist mit der Hardware?
Natürlich ist der Wechsel zu Windows 11 eine sinnvolle Option. Dann kann es einem egal sein, wenn bald für Windows 10 kein Support mehr existiert. Doch was, wenn Ihr Rechner oder Ihr Laptop seinen Dienst unter Windows 10 wunderbar erfüllt, nicht aber die Systemanforderungen von Windows 11? Nicht jeder mag sich bei einem Systemwechsel gleich einen neuen Rechner kaufen. Das trifft besonders auf Büros mit größeren Gerätebeständen zu – zumal, wenn die aktuellen Rechner fehlerfrei arbeiten. Michaela Schröder, Geschäftsbereichsleiterin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, hat dazu eine mehrheitsfähige Meinung: „Verbraucherinnen und Verbraucher benötigen verlässliche Systeme, die über viele Jahre hinweg aktuell bleiben. Das vermeidet das Wegwerfen von an sich funktionierender Technik und schont den Geldbeutel (…). Wie lange ein Betriebssystem sicher und funktionsfähig ist, sollte nicht vom guten Willen der Unternehmen abhängen. Der Sicherheitssupport für Betriebssysteme muss sich an der Nutzungsdauer der Endgeräte orientieren.“
Diese Hardware-Anforderungen stellt Windows 11
Damit der Windows-10-Nachfolger reibungslos läuft, sollte Ihr Rechner folgende Mindestanforderungen erfüllen:
- 1 GHz Taktfrequenz
- 4 GB Arbeitsspeicher
- 64 GB Festplatte
Besser fahren Sie jedoch, wenn Sie jeweils die doppelte Kapazität von Prozessor und Arbeitsspeicher im PC haben. Auch die Festplatte darf im Hinblick auf zukünftige Updates gern größer sein.
Kommt jetzt eine EU-Regelung für Microsoft & Co.?
Indem in absehbarer Zeit für Windows 10 kein Support mehr möglich ist, zeigt sich ein grundlegendes Problem: Seit der PC seinen Siegeszug angetreten hat, werden mit immer neuen Updates auch immer neue technologische Anforderungen gestellt. Rechner werden dadurch wertlos, obwohl sie mit bestehender Software noch ohne Beanstandung laufen. Wird aber der Support eingestellt, bleibt in vielen Fällen tatsächlich nur die Verschrottung. Denn eine Zweitverwendung ist im schnelllebigen Digitalzeitalter kaum möglich. Allerdings hat die EU-Kommission mit dem Cyber Resilience Act (CRA) einen Hebel gegen diese wenig nachhaltige und kostenintensive Entwicklung. Laut dem CRA kann sie die Mindeststandards für den Support digitaler Technologie bestimmen. Um unnötige Gerätewechsel zu vermeiden, könnten also die Zeitfenster für die Support-Bereitstellung an die Nutzungsdauer der Hardware angeglichen werden. Windows 10 läuft aus – ob nun die EU diesen Anlass zu einer nachhaltigeren Regulierung des Supports nutzen wird?