Lexikon

TV

Zeilensprungverfahren

Schwarze und weiße Streifen
(Bild: SPACEDRONE808 - stock.adobe.com)

Das Zeilensprungverfahren, englisch Interlace, ist eine Art des Bildaufbaus von Fernsehern. Dabei wird jeweils nicht das gesamte Bild, sondern zwei Halbbilder übertragen. Der Name Zeilensprungverfahren stammt daher, dass beim Aufbau der Halbbilder immer eine Zeile übersprungen wird. So entsteht im ersten Schritt nur ein Bild mit allen ungeraden Zeilen. Im zweiten Schritt ergänzt die Anzeige dann die Bildinformationen in den geraden Zeilen. Der auch als Zwischenzeilenverfahren bezeichnete Bildaufbau vermindert das sichtbare Flimmern des TV-Bildes, ohne dass mehr Daten dafür übertragen werden. Das war vor allem beim frühen analogen Fernsehen wichtig. Das Verfahren kommt aber auch bei modernen Fernsehern noch zum Einsatz. Welche Art des Bildaufbaus ein Fernseher nutzt, lässt sich am Buchstaben hinter der Auflösung feststellen. So nutzt ein Bildschirm mit einer Auflösung von 1080i (interlaced) das Zeilensprungverfahren, während ein Gerät mit 1080p Vollbilder nutzt (progressiver Bildaufbau).

Die Vorteile des Zeilensprungverfahrens

Zu Beginn des Fernsehens konnten höchstens 25 Bilder pro Sekunde übertragen werden. Das menschliche Auge ist jedoch in der Lage, bis zu 60 Bilder pro Sekunde wahrzunehmen. Daher wirkten frühe Fernsehbilder abgehackt und nicht richtig flüssig. Um das Problem zu lösen, wurde das Zeilensprungverfahren entwickelt. Durch die Halbierung der übertragenen Bilder wurde es möglich, 50 Bilder pro Sekunde zu übertragen. Dadurch wirkt die Übertragung flüssiger und realitätsnäher. Dass jeweils nur jede zweite Zeile aktualisiert wird, nimmt das Auge weniger stark wahr, sodass das Zeilensprungverfahren zu einer Verbesserung der Bildqualität führte. Bis heute findet die Mehrheit der Übertragungen im TV mit diesem Verfahren statt. Auch wenn mittlerweile eine progressive Bildübertragung möglich wäre, ist die bestehende Infrastruktur des DVB auf das Zeilensprungverfahren ausgerichtet. Beim HDTV sind verschieden Sendemodi möglich.

Nachteile von Interlace

Gerade bei Fernsehern mit einer hohen Auflösung kommt es beim Zeilensprungverfahren vermehrt zu Bildfehlern und Bildartefakten. Dazu gehören einerseits Fehler an horizontalen Kanten, wenn diese genau zwischen zwei Zeilen verlaufen. Auch einfarbige Flächen werden unter Umständen falsch dargestellt und wirken wie gestreift. Bei großen Helligkeitsunterschieden zwischen zwei Halbbildern nimmt die Gefahr für sichtbar wahrnehmbares Zeilenflimmern zu. Das kann entweder durch das Erhöhen der Bildfrequenz oder durch Nachverarbeitung der Signale reduziert werden. Trotz zahlreicher Optimierungen, die mittlerweile für das Zeilensprungverfahren entwickelt wurden, liefert ein progressiver Bildaufbau konzeptionell ein besseres und flimmerfreieres TV-Bild. Wenn die Bandbreite keine Rolle spielt, ist der progressive Bildaufbau daher besser.