Qualitätsverlust bei Whatsapp Fotos
Qualitätsverlust bei Whatsapp Fotos (Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Qualitätsverlust - Achtung bei WhatsApp Fotos

Das Gute an Smartphones ist gleichzeitig auch das Schlechte: Sie nehmen uns viel Arbeit ab. Positiv ist, dass sie eine Fülle unterschiedlicher Dinge vereinen: Telefonbuch, Mail-Programm oder Spielekonsole – mit dem Smartphone haben Sie alles aus bzw. in einer Hand. Auch eine Fotokamera gehört zur Grundausstattung. Egal ob iPhone oder Android Gerät – für Schnappschüsse gibt es eine eigene Kamera App, die so ziemlich alle Möglichkeiten einer Digitalkamera bietet. Es ist zudem möglich, Aufnahmen außerhalb der Foto App zu erstellen. In WhatsApp etwa: Die Anwendung besitzt eine eigene Software und erlaubt es Ihnen Bilder innerhalb von WhatsApp zu machen. Der Nachteil an so viel Service aus einer Hand ist, dass darunter die Qualität leiden kann. Das wird besonders bei den WhatsApp Fotos deutlich. Diese gelingen in der App nämlich deutlich schlechter als mit der klassischen Foto Anwendung.

Möchten Sie schöne Bilder erstellen, dann setzen Sie lieber nicht auf WhatsApp Fotos

Um es kurz zu machen: Ist Ihnen daran gelegen, qualitativ hochwertige Aufnahmen zu machen, sollten Sie dabei lieber nicht auf WhatsApp Fotos setzen. Die Anwendung erlaubt es Ihnen zwar Bilder zu machen, die Qualität ist jedoch weit unter der, die Ihnen die klassischen Foto Anwendungen bieten. Um mit WhatsApp Aufnahmen zu machen, öffnen Sie die Anwendung und tippen anschließend auf das kleine Kamera Symbol unten rechts im Bild neben dem Eingabefeld. In der Folge öffnet sich die Benutzeroberfläche für Ihre Kamera. Das Interface sieht dem der Foto Applikationen relativ ähnlich. Der Auslöse-Button und das Selfie-Symbol befinden sich beispielsweise an derselben Stelle wie bei iOS - unten mittig bzw. unten rechts auf dem Display. Die Bedienung erfolgt also weitgehend intuitiv.

Für den Fall, dass Sie nur mal schnell ein Foto machen wollen, um es anschließend zu verschicken, genügt die WhatsApp Methode allemal. Wenn Sie jedoch schöne Aufnahmen erstellen wollen und sich zufällig gerade in WhatsApp befinden, sollten Sie in jedem Fall die Applikation wechseln und zur Foto App übergehen. Hinweis: Die Kamera, mit der Sie Bilder erstellen, ist in beiden Fällen (also in WhatsApp oder außerhalb der Anwendung) natürlich dieselbe. Der Unterschied liegt vor allem in der Software der jeweiligen Apps begründet. Die Vorteile der traditionellen Foto Applikationen liegen hier klar auf der Hand. Inwiefern sich WhatsApp und die Kamera Anwendungen von Android und iOS voneinander unterschieden, verraten wir Ihnen im Folgenden.

WhatsApp Fotos werden in einem schmaleren Format aufgenommen

Vielleicht haben Sie es bereits festgestellt: Wenn Sie mit WhatsApp Fotos erstellen, haben diese ein anderes Format als mit der Kamera App gemachte Aufnahmen. Der Messenger verwendet standardmäßig 16:9. Bei diesem Format handelt es sich in der Regel um ein Seitenverhältnis, das aufgrund seiner schmalen Proportionen besonders für Landschaftsaufnahmen verwendet wird. Das heißt: Prinzipiell dient das Format dem horizontalen Fotografieren. Wann immer Sie besonders viel Umgebung in einem Foto abbilden wollen, bietet sich dieses Format also hervorragend an.

Nichtsdestotrotz setzt WhatsApp auf 16:9 auch bei Aufnahmen, die in hochkant angefertigt werden. Viele der spontan mit WhatsApp erstellten Bilder haben ein Hochkantformat, was nicht zuletzt dem Zeitdruck geschuldet ist, unter dem zahlreiche WhatsApp Fotos erstellt werden. Dieses vertikale Format zeigt zwar nicht sonderlich viel Umgebung, genügt jedoch oft, um das Wichtigste schnell festzuhalten und versenden zu können. Da viele User in der Kürze der Zeit eher zum Hochkantformat greifen, hat sich WhatsApp dazu entschieden 16:9 als Standard-Proportion festzulegen. Auf diese Weise passt besonders viel, zumindest in der Höhe, auf ein Bild.

Das bedeutet für Sie im Umkehrschluss, dass auf vertikal gemachten Bildern weniger an den Seiten zu sehen ist. Ein Standardformat, das in iOS und Android Foto Apps zur Anwendung kommt, ist hingegen 4:3. Mit diesem Seitenverhältnis sind die Bilder weniger schmal und gehen dafür mehr in die Breite. In Zahlen bedeutet das 1200 x 1600 (Foto App) anstatt Pixel 901 x 1600 (WhatsApp). Wenn Sie in WhatsApp Fotos machen, sollten Sie also wissen, dass hier weniger aufs Bild passt als in der klassischen Foto App.

Wenn Sie über WhatsApp Fotos erstellen, werden diese automatisch optisch vergrößert

Zwei Frauen machen ein Selfie in der Innenstadt
(Bild: MinDof - stock.adobe.com)

WhatsApp Fotos weichen noch in einem anderen Punkt von Bildern via Kamera App ab: Erstere werden nur über die Hauptkamera Ihres Telefons erstellt und nicht über etwa ein zusätzlich vorhandenes Teleobjektiv. Um das nicht berücksichtigte Teleobjektiv zu kompensieren, werden die WhatsApp Fotos im Nachhinein digital vergrößert. Auf diese Weise entsteht ein Zoomeffekt. In Wirklichkeit war daran jedoch nicht das Teleobjektiv Ihres Smartphones beteiligt, sondern lediglich ein optischer Zoom von WhatsApp. Durch das „künstliche“ Vergrößern erleidet das Foto deutliche Einbußen und verliert im Vergleich zu klassisch aufgenommenen Bildern an Qualität.

Achtung: WhatsApp Fotos werden komprimiert

Ein weiterer Unterschied zwischen WhatsApp Fotos und denen aus der herkömmlichen Kamera App ist, dass Erstere vor dem Verschicken verkleinert werden. Beim Komprimieren werden bestehende Dateien im Umfang reduziert, sodass sie nur noch einen Teil der ursprünglichen Größe einnehmen. Dieser Prozess geht mit einem Qualitätsverlust einher. Zwar sind Komprimierungen darauf ausgelegt, die Qualität einer Datei möglichst nicht zu verschlechtern, sondern lediglich sie im Umfang zu reduzieren. Tatsächlich bleibt aber jede Verkleinerung mit gewissen Einbußen verbunden. Im Falle von WhatsApp sind diese qualitativen Abstriche ziemlich deutlich erkennbar: Fotos, die über den Messenger versendet werden, weisen eine weitaus geringere Detailfülle auf als zuvor. Einfach ausgedrückt heißt das: Verschickte WhatsApp Fotos sind unschärfer als Bilder, die z.B. über Ihre Mail App versendet werden.

So stellen Sie sicher, dass Sie qualitativ gute Bilder erstellen und versenden

Zusammengefasst heißt das für Sie: Wenn Sie gute Bilder machen bzw. verschicken wollen, sollten Sie komplett auf WhatsApp verzichten. Der Messenger zoomt in jedem Foto nicht nur optisch heran und verringert damit die Qualität. Darüber hinaus beschneidet er das Bild auch links und rechts und beraubt das Foto damit um zusätzliche Pixel. Zuletzt komprimiert WhatsApp jedes verschickte Bild zuvor und trägt dazu abermals zu einer Verschlechterung der Qualität bei. Möchten Sie hochwertige Fotos mit Ihrem Smartphone erstellen und versenden, dann sollten Sie beim Aufnehmen auf die Kamera App setzen. Beim Senden der Bilder empfiehlt es sich diese entweder per Mail zu verschicken oder sie Ihrem Gegenüber per Datenupload, wie z.B. Drive, iCloud oder Dropbox, zugänglich zu machen.