Frau spricht auf belebter Straße in Smartphone
Mit Spracherkennung komfortabel durch den Alltag (Bild: Isa Ozdere - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Leichterer Alltag dank Spracherkennung

Was vor einigen Jahren noch wie Zukunftsmusik klang, ist längst Alltag geworden: Sich per Sprachbefehl Nachrichten vorlesen lassen oder Pizza bestellen ist dank Voice Assistants wie Amazon Alexa oder Siri ein Kinderspiel. Selbst im Auto begleiten sie uns und sorgen für mehr Sicherheit, weil die Hände am Lenkrad bleiben, während Nachrichten von Freunden abgehört werden. Die Spracherkennung wird dank künstlicher Intelligenz immer besser und wird uns in immer mehr Bereichen den Alltag erleichtern. Wir sagen Ihnen, welche Assistenten es gibt und wofür wir sie heute schon nutzen können.

Der Siegeszug von Spracherkennung

2019 waren weltweit 3,25 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz, für 2020 wird von 4,2 Milliarden ausgegangen mit einer weiteren Verdopplung bis 2024. Diese Zahlen verdeutlichen, wie beliebt die Voice Assistants sind. Das ist wenig verwunderlich, wenn man einen Blick auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wirft. Egal ob Amazon Alexa, Siri, Google Assistant, Cortona oder Bixby – sie sind in vielen Haushalten beinahe schon zu Familienmitgliedern geworden.

Geräte wie Handys, Smart-TVs oder Entertainmentsysteme im Auto lassen sich durch diese virtuellen Assistenten über eine Spracherkennung steuern. Sie werden über ein Codewort aktiviert, hören zu, verarbeiten die Informationen und geben entsprechende Antworten oder führen Befehle aus. Pioniere dieses unaufhaltsamen Trends sind Google Home und Amazon Alexa, die sich bereits 2017 millionenfach verkauften. Immer mehr Dinge lassen sich vernetzen und über die Spracherkennung steuern, etwa Rasenmäher, Saugroboter oder Türschlösser.

Übersetzen und Spracheingabe

Doch auch wer keines dieser Smart-Home-Geräte besitzt, kann von der Technologie profitieren. So kann der Google Assistant zum schnellen Übersetzen genutzt werden. Vorbei die Zeiten von Wörterbüchern, die genau dann nicht griffbereit sind, wenn man sie braucht. Einfach „Hey Google, was heißt [Wort] auf [Sprache]“ sagen und schon gibt es die gewünschte Antwort. Es lassen sich aber auch ganze Dialoge übersetzen, die dann in der Google Home-App auf dem Handy gelesen werden können. Das klappt etwa mit „Ok Google, hilf mir, französisch zu sprechen“.

Statt „Ok Google“ kann man auch „Hey Google“ sagen. Das Codewort eröffnet dem Nutzer eine Welt voller Möglichkeiten. So lassen sich Fußballergebnisse abfragen, das Wetter vorhersagen oder Informationen über Sehenswürdigkeiten recherchieren. Die virtuellen Assistenten ermöglichen es aber auch, Texte zu diktieren. Über Siri lassen sich per Spracheingabe E-Mails schreiben. Das gelingt über den Befehl „Siri, schreibe [Name des Empfängers] eine E-Mail.“ Wichtig ist allerdings, dass Sie die Satzzeichen mit diktieren.

Keine Ablenkung im Auto

Besonders praktisch sind die Sprachassistenten im Auto, weil sie dort die Ablenkungen minimieren. Ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen können dort Musiktitel oder Podcasts abgespielt, Personen angerufen oder mit einer Nachricht bedacht und die Mailbox abgehört werden. Auch Navigieren lässt sich über Google Assistant und Spracherkennung. Früher wurden solche Assistenzsysteme vom Hersteller des Fahrzeugs verbaut, der sich diesen Service teuer bezahlen ließ. Heute kann sie jeder dank Apple CarPlay, Android Auto und neuerdings auch Echo Auto von Amazon nutzen.

Musik, Hörbücher & Co.

Person sitzt im Hintergrund mit Sprachassistent im Vordergrund auf Tisch
Spracherkennung kann nützlich sein (Bild: David Ferencik - stock.adobe.com)

Die wohl häufigste Nutzung der Sprachassistenten dient sicherlich der Unterhaltung. So ist Amazon Alexa mit Amazon Music verbunden, bei Google Assistant lässt sich als Standard-Musikdienst YouTube Music oder Spotify auswählen. Die Steuerung ist immer gleich (oder zumindest ähnlich), beispielsweise „Spiele [Musiktitel] von [Interpret]“ oder „Spiele klassische Musik“. Mit „Pause“, „Weiter“, „Leiser“ oder „Nächster Song“ lässt sich die Musik beliebig steuern.

Darüber hinaus sind die Sprachassistenten nützlich für Hörbücher. Hier kann man zu bestimmten Kapiteln springen oder ein Sleeptimer stellen. Bei Amazon Alexa ist es dafür notwendig, dass sich das Hörbuch in Ihrer Audible-Bibliothek befindet oder Sie es über Amazon Unlimited besitzen. Bei Google Assistant muss es über Google Play Bücher gekauft worden sein.

Komplexe Abläufe erstellen

Mittels Spracherkennung jemanden anzurufen oder Musik abzuspielen ist also ein Kinderspiel für die virtuellen Assistenten. Doch sie können noch weitaus mehr. So lassen sich beispielsweise mit Apples Siri Szenen erstellen, die aus mehreren Vorgängen bestehen. Bereit für einen kuscheligen Abend auf dem Sofa? Dann können Sie Siri dazu bringen, alles dafür notwendige vorzubereiten.

TV einschalten, Heizthermostate auf die gewünschte Temperatur bringen und den an einer smarten Steckdose hängenden Wasserkocher einschalten – das alles kann gekoppelt und mit einem einzigen Sprachbefehl aktiviert werden. Das ist besonders praktisch, wenn wenig Zeit ist oder die Dinge in verschiedenen Räumen stehen. Morgens lässt sich so die Kaffeemaschine einschalten und der Lieblingsradiosender läuft bereits, wenn Sie aus dem Bad kommen. Freilich gibt es diese Möglichkeiten auch mit Amazon Alexa und Google Assistant. Wichtig ist nur, dass die entsprechenden Geräte (beispielsweise die Steckdose, über die Kaffeemaschine oder Wasserkocher mit Strom versorgt werden) smart und mit dem jeweiligen Sprachassistenten kompatibel sind.

Das waren nur einige von unglaublich vielen Optionen, die uns die Sprachassistenten bieten. Sie können Witze oder Gedichte erzählen, kennen jedes historische Ereignis und die aktuelle Uhrzeit aller Orte auf der Welt, auf Befehl Bluetooth aktivieren, Apps öffnen und vieles mehr. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns Siri oder Alexa uns das Auto vorfährt, wenn wir es brauchen.